Blick auf einige Sehenswürdigkeiten in Prag, Foto: William Zhang / Unsplash
Europa

Sehenswürdigkeiten in Prag – die ultimative Liste

Prag ist eine Stadt, die dich in ihren Bann zieht – nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einer stillen, fast magischen Selbstverständlichkeit. Wer schon einmal im Morgengrauen über die Karlsbrücke gegangen ist, weiß, was ich meine: Nebel, ein einzelner Straßenmusiker, das Knarren der alten Pflastersteine. Plötzlich wirkt es, als hätte die Zeit angehalten.

Die tschechische Hauptstadt ist ein Bilderbuch aus über 1.000 Jahren Geschichte – mit gotischen Kathedralen, barocken Kuppeln, Jugendstilfassaden und kleinen, fast vergessenen Orten, die man nicht auf den ersten Blick entdeckt.

Damit du bei deinem Besuch nicht zwischen den Touristenmassen verloren gehst, habe ich dir eine kuratierte Auswahl der schönsten Sehenswürdigkeiten in Prag zusammengestellt. Von Klassikern, die du auf keinen Fall verpassen darfst, bis zu Geheimtipps, die dir ein echtes Gefühl für die Stadt geben.

1. Karlsbrücke – das Wahrzeichen im Nebel

Die Karlsbrücke (Karlův most) ist das Symbol Prags schlechthin. Errichtet im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV., überdauert sie Kriege, Hochwasser und die Zeitläufte. 30 barocke Heiligenfiguren säumen die 516 Meter lange Brücke – jede mit eigener Geschichte.

  • Bester Zeitpunkt: Morgens zwischen 5 und 7 Uhr. Dann gehört die Brücke dir, und du siehst Prag in einem fast unwirklichen Licht.
  • Interessant: Dem Mörtel soll man tatsächlich rohe Eier beigemischt haben, um die Stabilität zu erhöhen. Prag war seiner Zeit also schon ein Vorreiter im Bereich „Protein-Supplements“.

2. Altstädter Ring & Astronomische Uhr – Herz der Altstadt

Wer die Sehenswürdigkeiten in Prag googelt, landet früher oder später hier: auf dem Altstädter Ring. Ein Platz wie ein Bilderbuch, flankiert von der Teynkirche mit ihren zwei spitzen Türmen, dem barocken St.-Nikolaus-Dom und dem Alten Rathaus.

Dort hängt auch die weltberühmte Astronomische Uhr, die seit 1410 die Zeit anzeigt – und zwar nicht nur in Stunden, sondern auch in Mondphasen und Tierkreiszeichen.

  • Saisonaler Tipp: Zur Weihnachtszeit verwandelt sich der Platz in einen der schönsten Märkte Europas, mit riesigem Baum, Lichtern und duftendem Trdelník.
  • Highlight: Wenn die Uhr zur vollen Stunde ihre kleine Show aufführt, sammeln sich Touristen wie hypnotisiert. Mein Tipp: Stell dich etwas abseits, beobachte lieber die Menschen – mindestens genauso unterhaltsam.

3. Prager Burg & St.-Vitus-Kathedrale – die Krone der Stadt

Die Prager Burg (Pražský hrad) ist mehr als nur ein Gebäude – sie ist ein eigener Kosmos. Mit 70.000 m² gilt sie als größter geschlossener Burgkomplex der Welt. Hier residierten Könige, Kaiser unnd heute der Präsident.

Im Zentrum ragt die St.-Vitus-Kathedrale auf – ein gotisches Meisterwerk, das schon beim Betreten ehrfürchtig macht. Die Glasfenster tauchen das Innere in ein Kaleidoskop aus Farben, während draußen das Goldene Gässchen Besucher in Märchenwelten entführt.

  • Insider: Auf den Terrassen der Burg kannst du Prag aus der Vogelperspektive genießen. Besonders abends, wenn die Stadt langsam erleuchtet wird, wirkt das Panorama wie ein Gemälde.
  • Gut zu wissen: Die Bauarbeiten an der Kathedrale dauerten fast 600 Jahre. Also keine Panik, wenn du dein nächstes DIY-Projekt nicht gleich fertig bekommst.

Anzeige

4. Kloster Strahov – Bibliothek der Träume

Das Strahov-Kloster ist für viele Touristen nur ein Abstecher, für mich aber einer der faszinierendsten Orte der Stadt. Gegründet im 12. Jahrhundert, beherbergt es heute eine der schönsten Bibliotheken Europas.

Die barocken Säle – der Theologische und der Philosophische – sind so reich geschmückt, dass man fast vergisst, nach den Büchern zu schauen. Deckengemälde zeigen allegorische Szenen von Weisheit und Wissen, während antike Globen und Holzregale Geschichten vergangener Jahrhunderte erzählen.

5. Vyšehrad – der vergessene Burgberg

Der Vyšehrad ist eine Art stille Schwester der Prager Burg. Hoch über der Moldau gelegen, war er im 10. Jahrhundert Sitz der ersten böhmischen Fürsten. Heute ist er hauptsächlich ein Ort für Ruhe und Weitblick.

Die Kirche St. Peter und Paul erhebt sich majestätisch, der Vyšehrad-Friedhof ist Ruhestätte von Künstlern wie Dvořák und Mucha. Die alten Mauern und Kasematten erzählen von einer längst vergangenen Zeit.

6. John-Lennon-Mauer – bunte Rebellion

Die John-Lennon-Mauer ist eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten in Prag. Ursprünglich eine schlichte Wand, wurde sie nach Lennons Tod zum Symbol für Freiheit und Protest gegen das kommunistische Regime.

Heute ist sie ein ständig wechselndes Kunstwerk aus Graffiti, Songtexten und Liebesbotschaften.

  • Tipp: Am Abend, wenn die Touristen weg sind, wirkt die Mauer wie eine stille Bühne für die Sehnsucht einer ganzen Generation.
  • Interessant: Die Behörden übermalten die Wand jahrelang in Weiß – nur damit sie innerhalb weniger Stunden wieder voller Farbe war.

Anzeige

7. Petřín-Hügel – Prags grüne Lunge

Der Petřín-Hügel ist ein Lieblingsort der Prager – und ein Geheimtipp für Reisende, die mal durchatmen wollen. Der 327 Meter hohe Hügel ist mit Parks, Obstgärten und kleinen Wegen übersät.

Oben thront der Petřín-Turm, eine Miniaturausgabe des Eiffelturms. Von hier aus reicht der Blick über ganz Prag – und an klaren Tagen bis ins Riesengebirge.

  • Frühling: Kirschblüten in voller Pracht – ein Traum für Fotografen.
  • Sommer: Picknick mit Blick auf die Stadt.
  • Herbst: Goldenes Licht, perfekte Fernsicht.
  • Winter: Romantische Schneespaziergänge und ein Märchenblick über Prag.

8. Wenzelsplatz – Boulevard der Geschichte

Der Wenzelsplatz (Václavské náměstí) ist mehr als nur eine Einkaufsstraße. Hier fanden Demonstrationen statt, hier begann die Samtene Revolution.

Heute reihen sich Boutiquen, Cafés und Hotels aneinander – doch die Atmosphäre ist noch immer geschichtsträchtig. Am oberen Ende wacht die Statue des Heiligen Wenzel, hinter ihr das Nationalmuseum.

  • Insider: Stell dir vor, dieser Platz war einst ein Pferdemarkt. Heute ist er ein Schaufenster in die moderne tschechische Gesellschaft.

9. Jüdisches Viertel Josefov – Legenden und Geschichte

Das Jüdische Viertel (Josefov) ist ein Ort voller Schicksale. Die Altneu-Synagoge aus dem 13. Jahrhundert ist die älteste aktive Synagoge Europas. Der alte Jüdische Friedhof mit seinen schiefen Grabsteinen erzählt still von Jahrhunderten jüdischer Kultur.

  • Interessant: Im Dachboden der Altneu-Synagoge soll laut Legende der Golem von Prag ruhen – erschaffen, um die Gemeinde zu beschützen.
  • Tipp: Ein Spaziergang am frühen Morgen lässt dich die Atmosphäre ganz ungestört aufnehmen.

10. Das Tanzende Haus – Prag modern gedacht

Zwischen all der Geschichte überrascht Prag mit dem Tanzenden Haus – entworfen von Frank Gehry. Zwei Gebäude, die aussehen wie ein tanzendes Paar, verliehen Prag in den 1990er Jahren plötzlich einen Hauch Moderne.

  • Highlight: Die Rooftop-Bar bietet nicht nur Drinks, sondern einen spektakulären Blick über die Moldau.
  • Insider: Setz dich hier mit einem Glas Wein ans Fenster und beobachte, wie sich das Licht der untergehenden Sonne in der Moldau spiegelt.

Q&A – Deine Fragen, meine Antworten

Was darf man in Prag nicht verpassen?
Definitiv Karlsbrücke, Altstädter Ring und Prager Burg. Aber für das echte Prag-Gefühl gehören auch Vyšehrad und die John-Lennon-Mauer dazu.

Wie viele Tage brauche ich für Prag?
Mindestens 3–4 Tage, um die Klassiker zu sehen und trotzdem Zeit für ruhige Ecken zu haben.

Welche Jahreszeit ist die beste für Prag?
Prag hat zu jeder Jahreszeit ihren Zauber: Frühling mit Blüten, Sommer mit langen Abenden, Herbst mit goldenem Licht, Winter mit Märkten.

Welche Sehenswürdigkeiten sind kostenlos?
Die Karlsbrücke, Vyšehrad, John-Lennon-Mauer, viele Parks und Aussichtspunkte – Prag lässt sich auch ohne großes Budget erleben.

Fazit – Prag bleibt im Herzen

Prag ist eine Stadt der Kontraste: mittelalterlich und modern, laut und still, monumental und verborgen. Sie zeigt dir ihre großen Bühnen – die Burg, die Karlsbrücke, den Altstädter Ring – und schenkt dir im gleichen Atemzug kleine Momente, die man nie vergisst.

Also: Lass dich treiben. Schlendere durch Gassen, probiere ein Bier im Strahov-Kloster, staune am Petřín-Turm. Prag wird dich begleiten – lange nachdem du wieder zu Hause bist.

Hinweis: Links, die mit einem Sternchen (*), „Anzeige“ oder „Werbung“ gekennzeichnet sind, sind sogenannte Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Das Gleiche gilt für andere Partner ebenso. D. h. wir bekommen eine kleine Provision bei Kauf oder Buchung, um diese Seite zu finanzieren. Für Dich entstehen dadurch keine Mehrkosten!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert