New York Geheimtipps – 4 verborgene Highlights abseits der Touristenpfade

Blick von der Brooklyn Bridge auf die Skyline von New York City, Foto: Colton Duke / Unsplash

New York City benötigt keine Einleitung. Times Square, Freiheitsstatue, Empire State Building, Central Park – die Liste der weltberühmten Sehenswürdigkeiten ist lang, und sie sind alle ihren Besuch wert. Aber wer ein zweites, drittes oder viertes Mal nach New York kommt – oder wer die Stadt einfach jenseits der ausgetretenen Pfade erleben möchte –, der findet ein anderes New York. Ruhiger, persönlicher, überraschender.

Diese vier New York Geheimtipps kennen die meisten Besucher nicht. Genau das macht sie so besonders.

1. Roosevelt Island – Seilbahn und Stille mitten im East River

Roosevelt Island, Foto: Yoav Aziz / Unsplash
Roosevelt Island, Foto: Yoav Aziz / Unsplash

Roosevelt Island liegt genau zwischen Manhattan und Queens – und fühlt sich an wie eine andere Stadt. Eine kurze Fahrt mit der legendären Roosevelt Island Tramway, der einzigen Pendler-Seilbahn Nordamerikas, bringt dich in wenigen Minuten dorthin. Die Fahrt über den East River mit Blick auf die Skyline Manhattans ist bereits für sich ein Erlebnis.

Auf der Insel selbst erwartet dich eine fast schon dörfliche Ruhe. Der Southpoint Park am südlichen Ende ist ein grünes Refugium mit direktem Blick auf die Brücken und die Skyline – ideal bei Sonnenuntergang. Entlang der Promenade spazierst du an historischen Relikten vorbei: das Blackwell House aus dem Jahr 1796, eines der ältesten noch erhaltenen Farmhäuser New Yorks, und die gespenstischen Ruinen des Smallpox Hospital – ein Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert, das teilweise verfallen, aber bewusst als Ruine erhalten wurde.

Tipp: Die Tramway-Station befindet sich an der 59th Street und der 2nd Avenue in Manhattan. Die Fahrt kostet genauso viel wie eine normale U-Bahn-Fahrt.

Anzeige

2. Green-Wood Cemetery – Brooklyns grünstes Freilichtmuseum

Green-Wood Cemetery, Foto: Tony Rodriguez / Unsplash
Green-Wood Cemetery, Foto: Tony Rodriguez / Unsplash

Ein Friedhof als Geheimtipp – das klingt erst ungewöhnlich, bis man den Green-Wood Cemetery in Brooklyn betritt. 1838 eröffnet, war er vor dem Central Park eines der beliebtesten Ausflugsziele New Yorker Bürger. Heute ist er ein stilles, weitläufiges Naturparadies mit Hügeln, Teichen und altem Baumbestand.

Was den Green-Wood Cemetery so besonders macht: Er ist gleichzeitig ein Freilichtmuseum der viktorianischen Grabkunst. Imposante Mausoleen, aufwendige Skulpturen und historische Grabstätten erzählen von den Menschen, die New York geprägt haben – darunter Boss Tweed, Leonard Bernstein und Jean-Michel Basquiat.

Im Herbst, wenn das Laub in Gelb, Orange und Rot leuchtet, ist der Friedhof ein fotografisches Paradies. Geführte Touren werden regelmäßig angeboten – zu Themen wie Architektur, Geschichte und berühmte Begrabene.

Tipp: Der Haupteingang liegt an der 5th Avenue 500 in Brooklyn (nahe der 25th Street), gut erreichbar mit der U-Bahn (Linie R/W, Station 25th Street). Der Eintritt ist kostenlos.

3. The MET Cloisters – Mittelalter im Fort Tryon Park

Wer das Metropolitan Museum of Art kennt, kennt vielleicht nicht seinen zweiten Standort: The Cloisters im nördlichen Manhattan. Das Museum im Fort Tryon Park ist ein architektonisches Kunstwerk für sich – es wurde aus Teilen echter mittelalterlicher europäischer Klöster zusammengesetzt, die im frühen 20. Jahrhundert aus Frankreich und Spanien nach New York transportiert wurden.

Die Sammlung zeigt über 2.000 Kunstwerke aus dem europäischen Mittelalter: Tapisserien, Elfenbeinskulpturen, illuminierte Handschriften, romanische Kapitelle. Das bekannteste Exponat ist der Unicorn Tapestry-Zyklus – sieben flämische Wandteppiche aus dem späten 15. Jahrhundert, die zu den bedeutendsten erhaltenen Textilien der Welt zählen.

Dazu kommen die Innenhöfe mit mittelalterlichen Kräuter- und Blumengärten – und ein atemberaubender Blick auf den Hudson River und die New Jersey Palisades.

Tipp: The Cloisters liegt im nördlichsten Teil Manhattans, erreichbar mit der U-Bahn (Linie A bis 190th Street). Der Eintritt ist im MET-Ticket enthalten. Plane mindestens zwei Stunden ein.

4. City Island – Fischerdorf in der Bronx

Lobster ist ein beliebtes Essen auf City Island, Foto: Katie Musial / Unsplash
Lobster ist ein beliebtes Essen auf City Island, Foto: Katie Musial / Unsplash

City Island liegt in der Bronx – und fühlt sich an wie Neuengland. Das kleine Eiland im Long Island Sound hat den Charme eines Fischerdorfs aus dem 19. Jahrhundert bewahrt: Holzhäuser, eine einzige Hauptstraße, Boote im Hafen, frisch gefangener Hummer in Dutzenden Restaurants.

Die Insel war einst ein bedeutendes Zentrum des amerikanischen Bootsbaus – hier wurden mehrere Yachten gebaut, die den America’s Cup gewannen. Das City Island Nautical Museum erzählt diese Geschichte, und wer durch die Nebenstraßen spaziert, entdeckt alte Werften und maritime Relikte aus einer anderen Zeit.

Der eigentliche Grund für den Besuch aber ist die Küche: Die Seafood-Restaurants auf City Island gehören zu den besten und entspanntesten der gesamten Stadt. Frischer Hummer, Garnelen, Muscheln – zu New-York-Preisen, aber ohne Touristenzuschlag.

Tipp: City Island ist per Bus erreichbar (BX29 ab der U-Bahn-Station Pelham Bay Park, Linie 6). Mit dem Auto dauert die Fahrt aus Midtown Manhattan rund 45 Minuten. Am besten mittags hinfahren, essen, spazieren, zurück.

Warum diese vier?

Was diese vier Orte verbindet: Sie liegen alle in New York City, aber sie fühlen sich nicht so an. Eine Seilbahn über den East River, ein viktorianischer Park-Friedhof, ein mittelalterliches Kloster und ein Fischerdorf in der Bronx – New York ist größer, vielfältiger und überraschender, als die meisten Besucher ahnen.

Wer diese vier Orte kennt, kennt eine andere Seite der Stadt. Und die ist mindestens genauso unvergesslich wie der Times Square.

Häufige Fragen zu New York Geheimtipps

Wie komme ich günstig zu diesen Orten?
Alle vier Orte sind mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Die Tramway zu Roosevelt Island kostet dasselbe wie eine U-Bahn-Fahrt. Green-Wood Cemetery und The Cloisters sind kostenlos oder im regulären Museumsticket enthalten. Lediglich City Island liegt etwas abseits, ist aber per Bus erreichbar.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Roosevelt Island und City Island sind ganzjährig schön – im Sommer besonders lebendig, im Herbst besonders fotogen. Green-Wood Cemetery ist im Herbst atemberaubend. The Cloisters lohnt sich zu jeder Jahreszeit, ist aber an Wochentagen ruhiger.

Sind diese Orte auch für Kinder geeignet?
Roosevelt Island und City Island sind ideal für Familien. The Cloisters ist für ältere Kinder und Jugendliche mit Interesse an Geschichte empfehlenswert. Green-Wood Cemetery eignet sich für Kinder, die neugierig auf Geschichte und Natur sind.


Zurück zum großen Überblick: Amerika Reiseführer | Weitere New York Tipps: Ein Tag in New York | 10 Geheimtipps für New York


Ähnliche Beiträge

  • San Diego: Trip in die sonnige kalifornische Metropole

    Die amerikanische Großstadt San Diego liegt im südlichen Teil Kaliforniens, nahe der mexikanischen Grenze an der Pazifikküste. In der Stadt leben rund 1,4 Millionen Menschen, weshalb sie diesbezüglich in etwa mit der deutschen Metropole München vergleichbar ist. Bedingt durch die geografische Lage herrscht in San Diego oft sehr warmes bis heißes Wetter vor. Da die…

  • Guyana

    Guyana Urlaub – Kaieteur, Regenwald und das unentdeckte Juwel Südamerikas Guyana Urlaub bedeutet: vor dem Kaieteur-Wasserfall stehen, der fünfmal mehr Wasser als der Niagara über eine einzige Kante stürzt und dabei von niemandem außer dir und vielleicht einer Handvoll anderer Reisender beobachtet wird. Das englischsprachige Guyana ist das am wenigsten besuchte Land Südamerikas – und…

  • Entdecke Las Vegas jenseits der Casinos

    Las Vegas, bekannt als die glitzernde Stadt in der Wüste, ist weltweit berühmt für seine lebhaften Casinos, spektakulären Shows und das pulsierende Nachtleben. Die schillernde Metropole zieht jedes Jahr Millionen von Besuchern an, die von der extravaganten Unterhaltung, den luxuriösen Resorts und den ikonischen Sehenswürdigkeiten des Las Vegas Strip angezogen werden. Hier kann man das…

  • | |

    Dominikanische Republik

    Zwei Drittel der Insel Hispaniola umfasst das Staatsgebiet der Dominikanischen Republik. Die Insel wird von Nordwesten nach Südosten von vier parallelen Bergketten durchzogen. Der Pico Duarte ist mit 3.175 m der höchste Berg der Cordillera Central der Dominikanischen Republik. Ausgedehnte Tieflandfurchen erstrecken sich zwischen den Gebirgszügen. Der salzhaltige Lago Enriquillo ist der einzige größere Binnensee…

  • Argentinien

    Tango, Patagonien und das Ende der Welt Argentinien-Urlaub bedeutet: Tango tanzen in den Milongas von Buenos Aires, vor dem Perito-Moreno-Gletscher in ehrfürchtigem Staunen erstarren und am Ende der Welt in Ushuaia ankommen – und trotzdem das Gefühl haben, noch längst nicht alles gesehen zu haben. Das zweitgrößte Land Südamerikas ist ein Kontinent für sich: Im…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert