Lexikon

Bangladesch

Aus fruchtbaren Tiefland besteht die gesamte Landesfläche von Bangladesch, dessen ungeschützte und hafenarme Küste extrem flutgefährdet ist und immer wieder von Überschwemmungen mit teilweise katastrophalen Folgen heimgesucht wird. An den Grenzen im Osten und im Südosten erheben sich Gebirgszüge mit Höhen von bis zu 1.000 m. Anteil am Sudarbans-Gebiet hat der Südwesten von Bangladesch an der indischen Grenze. Das Sudarbans-Gebiet ist die Schwemmlandebene der Flüsse Ganges und Brahmaputra.

Klima in Bangladesch

In Bangladesch herrscht ein niederschlagreiches Monsunklima, wobei sich drei Jahreszeiten unterscheiden lassen: Im Winter, zwischen Oktober und März, herrscht ein kühles, trockenes Klima mit durchschnittlichen Temperaturen von 19 Grad. Von März bis Juni findet man einen heißen, feuchten Sommer. Die verhältnismäßig kühle Regenzeit herrscht von Juni bis Oktober, in der durch Überschwemmungen Jahr für Jahr tausende Menschen sterben.

Bevölkerung in Bangladesch

Die Bevölkerung von Bangladesch besteht zu 98 % aus Bengali, sowie aus einer Minderheit von Bihari und weiteren kleinen Gruppen. Bangladesch hat eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Erde. Auf dem Land leben mehr als 80 % der Einwohner von Bangladesch. Das Land ist allerdings nur zu einem kleinen Teil über das Straßennetz zu erreichen. Zugang zur Elektrizität ist kaum vorhanden. Der Familie obliegt die soziale Absicherung. Weiters ist in Bangladesch die Kinderarbeit sehr verbreitet. Die medizinische Versorgung und das Gesundheitswesen sind in Bangladesch sehr unterentwickelt. Lediglich ein Drittel der Bevölkerung kann lesen und schreiben, da das Bildungswesen immer vernachlässigt wurde.

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Geschichte und Politik in Bangladesch

Von 1757 bis 1947 gehörte das frühere Ostbengalen zur britischen Kolonie Indien. Westbengalen kam im Rahmen der Unabhängigkeit zu Indien und Ostbengalen wurde pakistanisches Gebiet. Im Jahr 1971 spaltete sich Ostbengalen von Pakistan und wurde die Republik Bangladesch. Die Amtsgeschäfte von Bangladesch wurde im Jahr 1991, nach 15 Jahren autoritärer Herrschaft, von der ersten demokratisch gewählten Regierung übernommen. 330 Mitglieder hat das Nationalparlament. Das Staatsoberhaupt wird alle fünf Jahre vom Parlament gewählt, hat allerdings nur repräsentative Aufgaben.

Wirtschaft und Tourismus in Bangladesch

Das Bruttoinlandsprodukt von Bangladesch beträgt ca. 66 Milliarden US-Dollar. Die Landwirtschaft bildet die Grundlage der Wirtschaft für einer der ärmsten Volkswirtschaften der Erde. Durch die Landwirtschaft wird rund ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet und 63 % der Erwerbstätigen sind in diesem Sektor beschäftigt. Die wichtigsten Agrarexportgüter von Bangladesch sind Reis und Jute. In der Industrie sind rund 18 % der Erwerbstätigen beschäftigt. Die Industrie trägt durch Verarbeitung von Agrarprodukten (Jutewaren, Baumwollgarn, Zucker und Tee) und die Textilherstellung rund 27 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die vorhandenen Rohstoffressourcen (Erdgas, Erdöl, Kohle und Glassand) werden in der Schwerindustrie verarbeitet. Der Dienstleistungssektor trägt 48 % zum Bruttoinlandsprodukt bei und gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Für Touristen ist Bangladesch bisher kaum erschlossen. Die Hauptstadt mit der sehenswerten Altstadt und den zahlreichen Moscheen sowie die Stadt Chittagong sind die interessantesten Ziele für den Fremdenverkehr. Zudem lockt der Sudarbans-Nationalpark mit seinem  einzigartigen Mangrovengebiet, das ein Refugium vieler seltener Tierarten ist. Von Dezember bis Februar ist die beste Reisezeit für einen Besuch in Bangladesch.

Verkehr in Bangladesch

Das Straßennetz ist über 223.891 km lang und nur teilweise befestigt. Das Schienennetz ist ebenfalls sehr schlecht entwickelt, hat aber in Bangladesch nur eine untergeordnete Rolle. Die Hauptverkehrsadern von Bangladesch sind die Binnenwasserstraßen in Flüssen und Kanälen mit einer Länge von mehr als 8.400 km.

Alle Angaben ohne Gewähr

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