Guinea

Kaloum, Guinea, Foto: Tim Oun / Unsplash

Die Landschaften von Guinea sind sehr vielseitig. Eine 50–90 km breite Ebene erstreckt sich entlang der buchtenreichen Küste, der zahlreiche Inseln vorgelagert sind. Das Tafelgebirgsland Fouta Djalon schließt sich daran an. In diesem Gebiet entspringen die Flüsse Gambia und Senegal. In Höhen zwischen 400 und 500 m liegen die Hochebenen des Ostens von Guinea und sind vom oberen Niger und dessen Nebenflüssen durchzogen. Die Monts Nimba mit 1.752 m sind die höchste Erhebung der Inselgebirge im Süden von Guinea.

Klima in Guinea

In Guinea herrscht ein tropisch-wechselfeuchtes Klima, das für gleichmäßige Temperaturen von 25 bis 28 Grad sorgt. Die Niederschlagsmenge beträgt in der Regenzeit, in der es oft zu orkanartigen Stürmen kommt, im Südosten und an der Küste bis zu 4.000 mm. Im Landesinneren von Guinea sind es nur noch 1.300 – 2.000 mm. Nur im Südosten ist die ursprüngliche Regenwaldvegetation erhalten geblieben. Zur Entstehung von Feuchtsavannen im Westen und Trockensavannen im Nordosten von Guinea haben Rodungen geführt. Von Mangroven ist der Küstenstreifen des Landes geprägt. Lediglich im Nimba-Reservat hat sich die einstige Vielfalt der Fauna in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Elefanten, Leoparden, Löwen, Antilopen, Büffel, Affen, Hyänen, Krokodile, Schlangen, Flusspferde, Manatis und zahlreiche Vogelarten zählen zu den typischen Tieren auf Guinea.

Anzeige

Bevölkerung in Guinea

Die Bevölkerung von Guinea besteht zu 30 % aus Malinké und Fulbe, 15 % aus Soussou, aus 6,5 % Kissi und aus 4,8 % Kpelle. 1,5 % der Bevölkerung sind Christen, 95 % Muslime und außerdem gibt es noch religiöse Minderheiten von verschiedenen traditionellen Religionen. Bei 50 Jahren liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Guinea. 70 % beträgt die Analphabetenrate.

Geschichte und Politik in Guinea

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gründeten die Portugiesen ihre ersten Handelstationen an der Küste von Guinea. Die europäischen Kolonialmächte engagierten sich erst im 19. Jahrhundert in diesem Gebiet. Die Franzosen, die sich gegen die Briten durchsetzen konnten, hatten lange mit dem Widerstand der einheimischen Bevölkerung zu kämpfen. Unter dem Namen Französisch-Guinea war das Gebiet ab 1893 eine selbstständige Kolonie. Das Land verfolgte nach der Unabhängigkeit, das Guinea 1958 erreichte, einen strikt sowjettreuen Kurs. Zwei Millionen Bürger verließen das Land unter dem Diktator Ahmed Sékou Touré, da er jede Opposition brutal unterdrückte. 1984 starb der Diktator. Danach kam es zu gewaltsamen Aufständen gegen das Militärregime, das bald darauf zusammenbrach. Ein Mehrparteiensystem und freie Wahlen führte der Staatschef Lansana Conté ein, der seitdem den Staat Guinea regierte. Menschenrechtsverletzungen und Wahlmanipulationen sind trotz dieser demokratischen Reformen noch immer an der Tagesordnung. Alle vier Jahre wird, laut der Verfassung von 1991, das Parlament und alle fünf Jahre direkt vom Volk, das Staatsoberhaupt gewählt. Ab dem 18. Lebensjahr haben die Bürger von Guinea ein Wahlrecht.

Anzeige

Wirtschaft und Tourismus in Guinea

Das Bruttoinlandsprodukt von Guinea beträgt ca. 3,6 Milliarden US-Dollar, wovon 24 % auf die Landwirtschaft, 31 % auf die Industrie und 45 % auf den Dienstleistungssektor entfallen. Guinea ist trotz der großen potenziellen landwirtschaftlichen Nutzflächen und den reichen Vorkommen an Bauxit, Diamanten, Gold und Eisenerz auf internationale Hilfe angewiesen. Maschinen, Geräte, Fahrzeuge, Investitionsgüter, Erdölprodukte und Nahrungsmittel werden nach Guinea importiert. Bauxit, Gold, Aluminium, Kaffee und Diamanten zählen zu den Hauptexportgütern.

Touristisch ist Guinea kaum erschlossen. Das Klima ist zwischen Dezember und März für einen Besuch des Landes am besten geeignet.

Verkehr in Guinea

Das Straßennetz erstreckt sich über eine Länge von 30.270 km, wovon lediglich ein Sechstel asphaltiert ist. In Guinea gibt eine Eisenbahnverbindung zwischen Conakry und Kankan, die 660 km lang ist. Daneben gibt es noch weitere private Güterbahnlinien. In Kamsar und Conakry gibt es Seehäfen und die internationalen Flughäfen von Guinea.

Flagge von Guinea
Flagge von Guinea

Alle Angaben ohne Gewähr



Anzeige

Ähnliche Beiträge

  • Bahamas

    Über 700 Inseln und ca. 2.000 Riffe Aus 30 größeren, 700 kleinen bis winzigen Eilanden und etwa 2.000 Riffen, die sich über eine Entfernung von 1.200 km erstrecken, besteht das Inselreich der Bahamas. Zumeist haben die flachen Inseln weite Sandstrände und sind größtenteils verkarstet. Nennenswerte Flüsse und größere Erhebungen gibt es auf den Bahamas nicht….

  • Georgien

    Ein Land der Weinberge und alten Kirchen Georgien, offiziell die Republik Georgien, ist ein Land im Kaukasus, das für seine vielfältigen Landschaften, alten Kirchen und reiche Kultur bekannt ist. Die Hauptstadt Tiflis liegt malerisch an den Ufern des Flusses Kura und ist bekannt für ihre Altstadt mit engen Gassen und vielfältiger Architektur. Bevölkerung Mit etwa…

  • |

    Marokko – das Tor nach Afrika

    Marokko zählt zu den fünf nordafrikanischen Maghrebländern. Das Mittelmeer bildet die nördliche, der Atlantik die westliche, Algerien die östliche sowie die Westsahara die südliche Grenze. Marokko besitzt seit 1972 als Staatsform eine parlamentarische Monarchie. Rabat, die Hauptstadt und nach Casablanca zweitgrößte Stadt des Landes, hat knapp zwei Millionen Einwohner. Das vielschichtige Land mit seinen schätzungsweise…

  • |

    Russland

    Ein Land der Weite und Kontraste Russland, offiziell die Russische Föderation, ist das weltweit größte Land, das sich über Osteuropa und Nordasien erstreckt. Es ist bekannt für seine vielfältige Kultur, beeindruckende Naturlandschaften und reiche Geschichte. Die Hauptstadt Moskau ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes, berühmt für den Roten Platz, den Kreml und…

  • Costa Rica

    Die bis zu 2.000 m hohe Cordillera de Guancaste verläuft im Norden von Costa Rica in südlicher Richtung. Die bis zu 3.000 m hohe Cordillera Central schließt sich östlich an. Das 1.100 m hohe Quertal Valle Central liegt in der Mitte von Costa Rica. Die Kordilleren mit dem höchsten Berg, dem Cerro Chirripó, befinden sich…

  • Fidschi

    Aus mehr als 320 Inseln, wobei es sich teils um Atolle und teils um Inseln vulkanischen Ursprungs handelt, besteht das Staatsgebiet Fidschi. Bewohnt sind lediglich 110 der Eilande. Klima in Fidschi Auf Fidschi herrscht ein mildes, maritimes tropisches Klima mit durchschnittlichen Temperaturen von 27 Grad im Januar und 23 Grad im Juli. Bevölkerung in Fidschi…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert