Warum fehlen in Hotels manchmal bestimmte Zimmernummern?

Warum fehlen in Hotels manchmal bestimmte Zimmernummern?

Du drückst auf 12 im Aufzug und bemerkst: Nach der 12 kommt die 14. Oder du läufst den Flur entlang und findest Zimmer 308, 309 – und dann plötzlich 311. Die 310 existiert einfach nicht.

Planungsfehler? Nein. Das ist Absicht. Und die Gründe dafür reichen tiefer, als man zunächst denkt.

Die 13 und ihre lange Geschichte

In weiten Teilen der westlichen Welt ist die 13 eine unglückliche Zahl. Das hat seine Wurzeln unter anderem im Christentum (13 Personen beim letzten Abendmahl), in nordischer Mythologie und in allerlei anderen kulturellen Quellen, die sich über Jahrhunderte überlagert haben. Heute nennt man die klinische Ausprägung dieser Angst sogar Triskaidekaphobie – und es gibt tatsächlich Menschen, die Zimmer oder Etagen mit der Nummer 13 meiden würden.

Hotels, die täglich um Buchungen konkurrieren, haben eine simple Rechnung aufgemacht: Ein Zimmer, das manche Gäste ungern belegen, lohnt sich wirtschaftlich nicht, als solches auszuschildern. Also wird aus dem 13. Stock der 14. – oder aus Zimmer 13 wird 12A. Das physische Zimmer existiert, es hat nur einen anderen Namen bekommen.

Woanders ist es die 4

In China, Japan und Korea ist es weniger die 13 als vielmehr die 4, die als Unglückszahl gilt. Im Chinesischen klingt die Aussprache von „vier“ dem Wort für „Tod“ sehr ähnlich – ein unangenehmer Laut, den viele lieber vermeiden. Die Folge: In Hotels dieser Länder kann die Zimmernummernfolge Lücken haben, die einen westlichen Gast zunächst verwirren. Manchmal fehlt nicht nur Zimmer 4, sondern auch 14, 24, 34 – und ganze Stockwerke, die eine Vier enthalten.

Internationale Hotelketten, die in vielen Ländern gleichzeitig operieren, müssen das alles im Kopf behalten. Manche lösen es pragmatisch: Sie lassen einfach alle kulturell problematischen Nummern weg und kommen damit auf der ganzen Welt zurecht.

Psychologie ist günstiger als leere Zimmer

Hinter der ganzen Angelegenheit steckt eine grundlegende Erkenntnis des Hotelmanagements: Ein Gast, der sich unwohl fühlt, schreibt eine schlechtere Bewertung, bucht seltener wieder und empfiehlt das Hotel nicht weiter. Diese Kosten sind schwer zu messen, aber real. Eine fehlende Zimmernummer hingegen kostet praktisch nichts – außer vielleicht etwas Verwirrung bei Gästen, die sich fragen, warum der Flur nicht aufgeht.

Beim nächsten Hotelaufenthalt lohnt sich also ein kurzer Blick auf die Nummern am Gang. Vielleicht fehlt mehr, als du erwartet hättest.


Mehr unnützes Reisewissen aus der Kategorie „Hotel & Unterkunft“

Neugierig geworden? Dann wirf auch einen Blick auf:

Mehr unnützes Reisewissen aus den anderen Kategorien

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert