Warum ist New York von Berlin fast genauso weit entfernt wie der Erdmittelpunkt?
Hier ist eine Zahl, die beim ersten Lesen nicht stimmen kann.
Von Berlin bis zum Mittelpunkt der Erde: rund 6.371 Kilometer. Das ist der mittlere Erdradius – also der Abstand vom Boden unter deinen Füßen bis zum glühenden Kern unseres Planeten.
Von Berlin nach New York: etwa 6.381 Kilometer.
Der Unterschied zwischen „einmal durch die halbe Erde bohren“ und „einmal über den Atlantik fliegen“: zehn Kilometer.
Warum das so schwer zu glauben ist
Unser Gehirn ist hervorragend darin, horizontale Distanzen einzuschätzen – zumindest so ungefähr. Wir fahren Strecken, wir laufen sie, wir sehen sie auf Karten. Ein Transatlantikflug dauert neun Stunden und fühlt sich entsprechend weit an.
Vertikale Distanzen hingegen sind für uns fast unvorstellbar. Wir leben auf der Oberfläche eines Planeten, nicht in ihm. Der Weg nach unten – durch Gestein, Mantel, äußeren und inneren Kern – ist etwas, das kein Mensch je zurückgelegt hat oder zurücklegen wird. Wir haben keine intuitive Referenz dafür.
Dabei ist dieser Weg, in nackten Kilometern, kaum länger als ein Langstreckenflug.
Was das über die Erde sagt
Die Erde fühlt sich riesig an. Sie ist es auch – verglichen mit allem, was wir in unserem Alltag kennen. Aber im kosmischen Maßstab ist sie ein eher kleiner Felsball. Der Durchmesser am Äquator beträgt knapp 12.756 Kilometer. Das ist weniger als der Abstand zwischen Sydney und London. Unsere gesamte Biosphäre – die dünne Schicht, in der alles Leben existiert – ist auf einem Globus vergleichbar mit einem Atemhauchs Beschlag auf einem Fußball.
Beim nächsten Langstreckenflug, wenn du nach unten in die Wolken oder die dunkle Erde schaust: Du bewegst dich gerade so weit, wie es bis zum Mittelpunkt dieser Erde wäre. Nur horizontal.
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