Europa

Andorra

Das kleine Fürstentum Andorra erstreckt sich über drei Hochtäler im Osten der Pyrenäen und ist von 3.000 m hohen Gebirgszügen umgeben. In der Hauptstadt Andorra la Vella fließen die beiden Quellflüsse der Valira zusammen und prägen die Landschaft, deren Höhenlage von 840 m im Süden bis zu 2.946 m (Coma Pedrosa) im Nordwesten reichen. Auf 1.029 m über dem Meeresspiegel liegt die höchste Hauptstadt Europas. Oberhalb der Baumgrenze befindet sich fast die Hälfte des Staatsgebietes von Andorra.

Klima

Von der Gebirgslage wird das Klima nachhaltig geprägt, weist jedoch auch mediterrane Einflüsse auf. In den Pyrenäen ist Andorra das Land mit den meisten Sonnenscheinstunden. In der Hauptstadt betragen die Temperaturen im kältesten Monat durchschnittlich 5 Grad, im wärmsten Monat Juli durchschnittlich 22 Grad.

Bevölkerung

Mit einem Anteil von knapp 30 % stellen die Andorraner (die katalanischer Abstammung sind) eine Minderheit dar. Aus Spanien mit knapp 50 % und Frankreich mit 10 % kommen die meisten Bewohner von Andorra. Dem katholischen Glauben sind 94 % der Bevölkerung anhänglich. Erst nach 25 Jahren Aufenthalt in Andorra wird die andorranische Staatsbürgerschaft vergeben. Die Bewohner zahlen keine direkten Steuern – deshalb gilt das Land als Steuerparadies.

Geschichte und Politik

Karl der Große soll der Legende nach das kleine Fürstentum gegründet haben. Er schenkte Andorra die Unabhängigkeit als Dank für die Unterstützung gegen maurischen Invasoren. In einer Urkunde aus dem Jahr 839 wurde der kleine Staat das erste Mal erwähnt. 1278 wurde das Fürstentum ein sogenanntes Kondominium: Das bedeutet, dass neben einem weltlichen Herrscher auch der Bischof von Seo de Urgel (Spanien) das Land regierte. Ein souveränes Fürstentum mit eigenem Parlament und eigener Verfassung wurde Andorra 1993. Geführt wird das Land von einem allgemeinen Rat, dessen Vertreter auch den sieben Gemeinden alle vier Jahre zur Wahl stehen.

Wirtschaft und Tourismus

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt ca. 1,9 Milliarden US-Dollar. In Andorra herrscht trotz der Einführung der Mehrwertsteuer 2006 ein sehr niedriges Steuerniveau. Vor allem für Unternehmer ist das Fürstentum ein Steuerparadies. Hauptsächlich vom Dienstleistungssektor (80 % vom Bruttoinlandsprodukt) und da vom Tourismus, lebt das Land.

Die Währungen von Spanien und Frankreich gelten in Andorra, da Andorra keine eigene Währung hat. Durch diese Maßnahme gehört Andorra automatisch zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Währungsunion.

Jedes Jahr werden Millionen Menschen von den Naturschönheiten des Landes und der Möglichkeit des zollfreien Einkaufs angezogen. Im Sommer lockern die Berge mit Wanderwegen, die an Bergseen und Wasserfällen durch das ganze Land führen auf, im Winter ist Andorra ein Skiparadies für die Touristen. Thermalquellen gibt es im Ort Les Escaldes.

Verkehr Andorras

Spanien und Frankreich sind von Andorra sehr leicht zu erreichen. Barcelona und Toulouse sind die am nächstgelegenen internationalen Flughäfen.

Alle Angaben ohne Gewähr

Zurück zur Lexikon-Übersicht

Schreibe einen Kommentar