Camping

Camper kaufen – Worauf solltest Du achten?

Fernreisen sind aktuell noch nicht möglich oder mit einem gewissen Aufwand verbunden. Daher kommen immer mehr Leute auf die Idee, den nächsten Urlaub im eigenen Campingbus bzw. Camper zu verbringen.

Urlaub im Camper hat viele Vorteile – vor allem die Flexibilität wird meistens wertgeschätzt, so kann die Länge des Urlaubs variabel gestaltet werden. Gefällt einem das Plätzchen, bleibt man einfach länger. Ist es genau das Gegenteil, kann man kurzfristig weiterziehen.

Aber wie das so ist: Camper ist nicht gleich Camper. Es gibt hier unterschiedliche Preisklassen, unterschiedlichste Ausstattungen und was für dem Einen unabdingbar ist, ist dem Nächsten völlig schnuppe. Dazu kommt immer die Frage: Muss ich überhaupt gleich kaufen? Oder erst mieten und schauen, ob einem diese Urlaubsart überhaupt gefällt?

Reiseziele & Ausstattung aussuchen

Das Schöne an Europa: es bietet alles, was man sich für einen tollen Urlaub wünschen kann. Es bietet traumhafte Strände, Berge, Schnee, Sonne und die meisten Ziele sind mit dem Camper erreichbar. Aber auch hier ist es wichtig zu wissen, was man – überwiegend – vorhat: möchte man eher mit dem eigenen Camper nur irgendwo für einen längeren Zeitraum auf einen Platz stehen oder wirklich individuell herumreisen und dabei in Kauf nehmen, eine Nacht auch mal ohne Stromanschluss irgendwo zu stehen. Sprich die jeweilige Ausstattung des Campers (Tankgröße etc.) ist wichtig.

Wer z.B. mit dem Camper zum Nordkap reisen möchte, sollte auf eine entsprechende Dämmung achten. Selbst im Sommer liegen dort die Temperaturen „nur“ zwischen 5 Grad und 16 Grad. Wen es eher in den Süden zieht, sollte auf eine gute Klimaanlage achten.

Mit dem Wohnmobil durch Europa, Foto: Rota Alternativa / Unsplash
Mit dem Wohnmobil durch Europa, Foto: Rota Alternativa / Unsplash

Ein weiteres wichtiges Kriterium: das Bett oder die Betten – je nach Ausstattung gibt es ein größeres Bett und/oder Einzelbetten. Wichtig ist natürlich, dass sie bequem und für einen angenehmen Schlaf sorgen. Wer möchte schon verspannt den ganzen Tag hinterm Lenkrad sitzen? Für den einen oder anderen sind vielleicht auch Küche und Bad wichtig. Die meisten Camper jedoch nutzen die Duschangebote auf Campingplätzen und versuchen möglichst oft im Freien zu kochen. Noch einmal zur Erinnerung: im Camper wird auf kleiner Flamme gekocht – und das zieht sich durch alle Bereiche. Dusche und Toilette an Bord sind eher für den Ausnahmefall, wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt.

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Auf die Größe kommt es an

Anfänger empfiehlt es sich erst mal klein anzufangen, z.B. mit einem Ford Nugget oder einen anderen Kastenwagen *. Der Vorteil: sie sind nicht schwerer als 3,5 Tonnen und sind so mit dem regulären Führerschein zu nutzen.

Wer lieber gleich mit einem Luxusliner (15 Tonnen) losziehen möchte, muss einen Lkw-Führerschein vorlegen können. Hinzu kommt, dass man beachten muss, dass ein Luxusliner nicht unbedingt auf jeder Straße fahren darf. Das kann hier und da die Flexibilität einschränken. Dazu kommen natürlich noch die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ein Camper ist jetzt kein Ferrari, darf aber eben schneller fahren als der Luxusliner. Diese dürfen in der Regel nur 80 km/h fahren, ein Camper unter 3,5 Tonnen muss sich nicht daran halten und wer mit 130 km/h über die Autobahn fährt, ist dann eben eher da. Aber auch die Länge des Fahrzeugs ist nicht zu verachten. Ein Luxusliner ist schon mal über 10 Meter lang, ein Camper wie der Ford Nugget misst gerade mal 5,40 Meter.

Dieses Wohnmobil ist über 11 Meter lang, Foto: Damon On Road / Unsplash
Dieses Wohnmobil ist über 11 Meter lang, Foto: Damon On Road / Unsplash

Tipp: Erst mieten und testen statt sofort einen neuen Camper kaufen

Wer noch nie zuvor mit dem Camper unterwegs war, sollte sich zu Beginn erst mal einen mieten – fast jeder größerer Händler bietet neben dem Verkauf auch eine Mietoption an. So kann man zunächst in Ruhe testen, ob so ein großes Gefährt für einen was ist – und ob Camping überhaupt eine passende Urlaubsform ist. Bedenke, für den Camper bist du selbst verantwortlich, kein Zimmerservice, kein all-inclusive und kein Hotelmanager, bei dem man sich beschweren kann. 😉 Ein weiterer Punkt: Du kannst nicht deinen ganzen Hausstand mitnehmen, d.h. solche Testfahrten zeigen auch, was man wirklich braucht und worauf man getrost verzichten kann.

Wer nach einer oder mehreren Testfahrten feststellt, das ist was für die Zukunft, kann sich dann Gedanken zu einem eigenen Gefährt machen. Gebrauchte Camper sind oftmals um einiges günstiger, aber sie sind dann auch schon etwas abgenutzt und nicht individuell ausgestattet. Kauft man sich ein neues Gefährt, kann man bei der Ausstattung noch mitreden. Selbstverständlich kann man einen gebrauchten Camper nach seinen Wünschen umbauen, sollte vorab die Kosten aber überprüfen, ob ein Neukauf am Ende nicht doch günstiger ist.

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1 Kommentar(e)

  1. Ein schöner Einstieg in die Welt des Campens — habt Ihr noch mehr solcher Beiträge? Wir überlegen auch, uns vom Fern-Tourismus zu verabschieden und die nähere Umgebung zu bereisen.

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