Deutschland

Ein schönes Fleckchen an der Mosel: Piesport in Rheinland-Pfalz, Foto: Matthias Marx / Unsplash
Ein schönes Fleckchen an der Mosel: Piesport in Rheinland-Pfalz, Foto: Matthias Marx / Unsplash

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Im Norden sind die natürlichen Grenzen Deutschlands die Nordsee und die Ostsee. Im Süden bilden die Hochgebirgszüge der Alpen die natürlichen Grenzen. Das nordwestdeutsche Tiefland schließt an Wattenmeerküste und Marschen an. Die Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln und Halligen reihen sich entlang der durch Deiche geschützten Küstenlinie der Nordsee. In Schleswig-Holstein ist die etwa 700 km lange Ostseeküste von Steilufern und Flachküsten sowie von Bodden und Inseln wie Rügen und Usedom in Mecklenburg-Vorpommern geprägt.

Moor- mit Heidegebieten wie Lüneburger Heide wechseln sich im nordwestdeutschen Tiefland ab. Die Mittelgebirgslandschaften des Harzes und des Weserberglands schließen an die norddeutsche Tiefebene an. Im nördlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges, das zum Rhein hin abfällt, befindet sich das Sauerland, im Westen liegen Taunus und Westerwald. Das Rheintal verengt sich südlich der Kölner Bucht und ist durch den Wechsel steiler Talhänge mit Senken geprägt. Umrahmt von Eifel und Hunsrück liegt das Moseltal.

Klima in Deutschland

Von einer maritimen Wetterlage an der Küste der Nordsee bis zu deutlich von kontinentalen Einflüssen reicht das gemäßigte Klima in den südlichen und östlichen Bundesländern. Von ozeanischen Einflüssen ist der Nordwesten geprägt, die für kühle Sommer und milde, stürmische Winter sorgen. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen in Hamburg im Winter bei 4 Grad und im Sommer bei 17 Grad. In Berlin herrscht im Winter eine durchschnittliche Temperatur von –1 Grad, im Sommer herrschen durchschnittliche 19 Grad.

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Bevölkerung in Deutschland

Zu 91 % besteht die Bevölkerung aus Deutschen. Die slawischen Serben in der Nieder- und der Oberlausitz sowie die dänische Minderheit in Südschleswig gehören zu den Minderheiten in Deutschland. Die Minderheiten haben eigene Rechte in Bezug auf Schulsystem, Sprache und Kulturförderung. Als neue Minderheiten gelten diejenigen Nationalitäten, deren Angehörige entweder als Gastarbeiter oder aber als politische Schutzsuchende nach Deutschland kamen. Die Kurden und Türken leben mit 2,2 Millionen Menschen schon seit mehreren Generationen in Deutschland. Serben, Italiener, Griechen, Bosnier, Polen, Kroaten, Spanier und Portugiesen bilden weitere Minderheiten.

Etwa zu gleichen Teilen römisch-katholisch und evangelisch sind die Bewohner Deutschlands. Keiner Glaubensrichtung gehören ungefähr ein Viertel der Bevölkerung an.

Über ein gut ausgebautes Sozial-, Renten- und Gesundheitssystem verfügt Deutschland. Knapp 10 % des Bruttoinlandsproduktes werden für die öffentliche Gesundheit ausgegeben. Die Säuglingssterblichkeitsrate gehört zu den niedrigsten der Welt, die Lebenserwartung liegt bei hohen 77 Jahren.

Das Bildungssystem ist hervorragend ausgebaut – es besteht von 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr Schulpflicht. In Deutschland gibt es 84 Universitäten, sieben Gesamthochschulen, 147 Fachhochschulen sowie Kunst- und theologische Hochschulen.

Geschichte und Politik in Deutschland

Karl der Große einte zu Beginn des 9. Jahrhunderts germanische, keltische und römische Völker, die bereits lange vor der Zeitenwende in Mitteleuropa siedelten. Das Deutsche Reich entstand mit der Krönung von Otto I. 962. 1806 wurde das Deutsche Reich aufgelöst. In der Folgezeit wurden durch Auseinandersetzungen und Machtkämpfe zwischen Kaisern und Päpsten mächtige Territorialreiche gebildet. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) starben fast die Hälfte der Deutschen. Durch den Gegensatz zwischen den Territorialgewalten und dem Kaiserhaus wurden unzählige kleine und größere Fürstentümer gebildet. Preußen behauptete sich bis 1813 als führende Macht.

Im Deutschen Bund wurden die Einzelstaaten auf deutschem Boden durch den Wiener Kongress vereint. Schon bald kämpften liberale Bürger und Arbeiter für die Einrichtung eines demokratischen Parlaments. Zu einem sprunghaft wirtschaftlichen Aufschwung führten die technischen Errungenschaften im Zeitalter der Industrialisierung. Allerdings geriet Deutschland durch den Ausbau und die Aufrüstung seiner Flotten immer weiter in die Isolation. Der Erste Weltkrieg begann mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers im Jahre 1914 in Sarajevo. Der Erste Weltkrieg führte 1918 zu einer militärischen Niederlage, der Machtübernahme durch Arbeiter- und Soldatenräte und der Abdankung des Kaisers führte.

1933 gelang durch die Außerkraftsetzung der Verfassung die faschistische NSDAP an die Macht und errichtete die Diktatur des „Dritten Reiches“. Der Zweite Weltkrieg wurde durch den deutschen Überfall auf Polen im Jahr 1933 ausgelöst. Am Ende des Zweiten Weltkrieges musste Deutschland kapitulieren und insgesamt 50 Millionen Menschen mussten ihr Leben lassen. 1949 wurde Deutschland, das von den vier Siegermächten verwaltet wurde, endgültig geteilt. Am 7. Oktober 1949 erklärte der Ostteil des Landes sich zur sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik und blieb von da ab unter sowjetischem Einfluss. Die westlichen Gebiete waren in drei Besatzungszonen aufgeteilt (USA; Großbritannien und Frankreich) und bildeten ab 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland. Die provisorische Hauptstadt der neuen Bundesrepublik Deutschland bildete Bonn. Die Bundesrepublik gründete elf Länder.

Wirtschaftlich und politisch entfernten sich die beiden deutschen Staaten immer weiter voneinander. Die DDR (Deutsche Demokratische Republik) wurde 1954 von Moskau für souverän erklärt und 1955 in den Warschauer Pakt aufgenommen. Anschluss an die Westmächte suchte im Gegensatz die BRD (Bundesrepublik Deutschland). 1955 wurde die BRD (Bundesrepublik Deutschland) in die NATO aufgenommen und wurde 1957 ein Gründungsmitglied der EWG, der Keimzelle der Europäischen Union.

1961 wurde die Berliner Mauer errichtet und bildete den Tiefpunkt des Verhältnisses der beiden Staaten. In den 70-er Jahren verbesserte sich das Verhältnis der Staaten langsam wieder. 1972 wurde ein Grundlagenvertrag abgeschlossen, indem BRD die DDR anerkannte. Inhaltlich wurde dadurch die Reise in die DDR erleichtert und der Transit nach West-Berlin sorgte für mehr innerdeutsche Kontakte. Die Mauer fiel am 9.9.1989 – das Symbol für die Teilung Deutschlands war beseitigt. Am 3.10.1990 traten nach langen Verhandlungen der Bundesrepublik Deutschland sechs neu gebildete Länder bei.

Das seit 1949 geltende Grundgesetz sieht ein Zweikammerparlament vor. Alle vier Jahre werden die Mitglieder des Bundestages gewählt. Der Bundesrat, der aus 69 Vertretern aus den 16 Landesregierungen besteht, wahrt die Interessen der Bundesländer. Des Weiteren ist der Bundesrat maßgeblich an der Gesetzgebung in Deutschland beteiligt. Der Bundespräsident bildet das Staatsoberhaupt. Er wird alle fünf Jahre von der Bundesversammlung neu gewählt. Der Bundeskanzler und die Minister werden vom Bundespräsidenten ernannt. Das Bundesverfassungsgericht bildet das oberste juristische Organ. Der Richter wird auf eine Amtszeit von 12 Jahren gewählt.

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Wirtschaft und Tourismus in Deutschland

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt ca. 2,9 Billionen US-Dollar. Deutschland liegt mit diesem Bruttoinlandsprodukt weltweit an dritter Stelle. Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Wein sind die vorherrschenden Anbausorten in der Landwirtschaft. Bedeutend sind auch die Fleisch- und Milchproduktion. Der Agrarsektor trägt allerdings nur weniger als 1 % zum Bruttoinlandsprodukt bei und 3 % der Erwerbstätigen sind in diesem Sektor beschäftigt. Durch die große Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten, stellt Deutschland den größten Agrarimporteur der Welt dar. 30 % des Bruttoinlandsproduktes werden im Industriesektor erwirtschaftet. Dieser Sektor ist einer der weltweit technologisch fortschrittlichsten. Produkte des Maschinenbaus, der Raumfahrtindustrie und der Flugzeugindustrie, der chemischen Industrie und der Automobilindustrie sind die wichtigsten Industriegüter für den Export. Deutschland ist der drittgrößte Autohersteller der Welt. Bedeutenden Anteil am Bruttoinlandsprodukt haben auch die Elektro- und die Nahrungsmittelindustrie.

Zu den Hauptzielen des Tourismus zählen in Deutschland Berlin, München und Hamburg, die zahlreiche Sehenswürdigkeiten bieten.

Der Bayrische Wald ist ein bevorzugtes Wandergebiet und ist das beliebteste Urlaubsziel. Ein beliebtes Boots- und Wassersportrevier ist die Mecklenburger Seeplatte. Sehenswert sind überdies die alten Hansestädte Rostock, Wismar und Stralsund.

Verkehr in Deutschland

Über 644.000 km erstreckt sich das Straßennetz in Deutschland und ist zu 90 % asphaltiert. Zu 99 % ist das Schienennetz in Deutschland im Besitz der Deutschen BAHN AG und umfasst eine Gesamtlänge von 42.586 km. Eine Fähr- und Schiffsverbindung besteht von Deutschland aus über die Nordsee und die Ostsee in alle Anrainerstaaten.

Flagge von Deutschland
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