Europa

Die Top-50-Sehenswürdigkeiten weltweit | Teil 5

Polen – Masuren

Wald bei Gizycko, Foto: Cezary Kukowka / Unsplash
Wald bei Gizycko, Foto: Cezary Kukowka / Unsplash

Mit den Masuren wird eine Region im Norden Polens bezeichnet, die mit ihren tiefen Urwäldern, den knapp 3.000 Seen und ausgedehnten Mooren zu den letzten unberührten Naturlandschaften Europas gehört.

Die Masuren sind eine jahrtausendealte Natur- und Kulturlandschaft, die von der Ansiedlung industrieller Infrastruktur bis heute verschont geblieben ist. Weite Landstriche stehen unter Naturschutz und die Region wird geprägt von kleinen Dörfern, die über kopfsteingepflasterte Straßen miteinander verbunden sind. Rund 3.000 Seen glitzern in den Masuren im hellen Sonnenlicht. Die sauberen, glasklaren Gewässer laden in den Sommermonaten zu Kanutouren, zum Schwimmen und zum Windsurfen ein. Viele Seen sind über Zu- und Abflüsse miteinander verbunden und man kann in der Seenlandschaft wochenlang mit dem Boot unterwegs sein, ohne eine Anlegestelle zweimal benutzen zu müssen. Das weitverzweigte Flusssystem der Krutynia lädt zu beschaulichen Ausflügen mit dem Kajak ein. Mitten im Niedersee befindet sich eine Insellandschaft, die zu den reizvollsten Regionen in den Masuren gehört. Ein Kanuverleih befindet sich in der Ortschaft Krutyn. Je weiter man mit dem Boot in Richtung Süden vordringt, desto stiller und ursprünglicher wird die Wildnis.

Unberührte Urwälder mit bis zu 200 Meter hohen Baumriesen erwarten einen im Mischwald des Borkener Forstes. Das Naturschutzgebiet ist nur von wenigen Wanderwegen durchzogen. Einen Eindruck von der Ursprünglichkeit dieser Landschaftsregion erhält man auf einer Fahrt auf der Waldstraße, die durch das Naturparadies führt. Mehrere Parkplätze an kristallklaren Seen laden zu einem Zwischenstopp ein. An den Gewässern sind seltene Schwarzstörche und wild lebende Seeadler beheimatet. Die größten Säugetiere im Borkener Forst sind Wölfe, Wildschweine, Wisente und Elche. Am Kissian-See erstreckt sich das Naturreservat Fuledzki Rog, das mit einem ausgedehnten Findlingsfeld empfängt. Die grauen, rosafarbenen und schwarzen Granitblöcke sind ein Überrest aus der letzten Eiszeit, als sich die Gletscher nach und nach in den Norden zurückzogen.

In den Masuren wandelt man auf den Spuren deutscher, russischer und polnischer Geschichte. Deutsche Ordensritter und ermländische Bischöfe errichteten mächtige Burgen, die vom Reichtum der Erbauer kündeten. Zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Bauwerken in den Masuren gehört die Burg der ermländischen Bischhöfe in der Region Reszel. Im 14. Jahrhundert war der Backsteinbau mit seinem imposanten Rundtürmen Bischofssitz, bevor er im 17. Jahrhundert Sitz einer Adelsfamilie wurde. Später wurde das alte Gemäuer als Gefängnis genutzt. Die Errichtung der Feste Boyen in der Ortschaft Gizycko geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Das Bauwerk diente damals zum Schutz der östlichen Grenze des Deutschen Reiches. In der Festungsanlage werden Führungen veranstaltet, nachdem die alte Bausubstanz in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts umfassend restauriert wurde. Von russisch-orthodoxen Siedlern wurde das kleine Dorf Wojnowo am Flussufer der Krutynia gegründet. Dort kann man die alte Klosteranlage aus dem 19. Jahrhundert mit der russisch-orthodoxen Kapelle und dem Friedhof besichtigen, auf dem sich zahlreiche verwitterte Kreuze erheben.

Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in den Masuren gehören die Überreste der als Wolfsschanze bezeichneten Bunkerstadt der Nationalsozialisten. An diesem Ort fand im Jahr 1944 das missglückte Attentat auf Adolf Hitler unter Federführung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg statt. Rund 200.000 Besucher jährlich besichtigen die Bunkeranlagen des nationalsozialistischen Regimes. In der Nähe des Dorfes Rapa befindet sich ein eindrucksvolles Grabmal einer ostpreußischen Adelsfamilie, die hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestattet wurde. Die Grabstätte besitzt die Form einer ägyptischen Pyramide und dem Bauwerk werden übernatürliche Kräfte zugesprochen. Begründet wird diese Aussage mit der Mumifizierung der Bestatteten. Mit Großer Wildnis wird eine unwegsame Hügellandschaft in den Masuren bezeichnet, in der eine große Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt beheimatet ist. Neben Braunbären, Wolfsrudeln und Rothirschen leben auch Elche und Seeadler in der schwer zugänglichen Region. Mit dem Dorf Heilige Linde befindet sich ein bedeutender Wallfahrtsort in der Region der Masuren. Die Basilika mit dem Kreuzgang zieht alljährlich Tausende Pilger an und gehört zu den bedeutendsten barocken Kirchenbauten in Polen.

Rumänien – Schwarze Kirche

Die Schwarze Kirche in Brasov, Foto: Maria Teneva / Unsplash
Die Schwarze Kirche in Brasov, Foto: Maria Teneva / Unsplash

Die Schwarze Kirche ist eine gotische Hallenkirche in der rumänischen Stadt Brasov, die gemeinsam mit dem Alten Rathaus zu den bedeutendsten historischen Bauwerken im Stadtzentrum gehört. Die Schwarze Kirche ist der bedeutendste gotische Sakralbau in Rumänien. Das Gotteshaus erhebt sich am historischen Marktplatz in der Altstadt von Brasov. Einst stand an dieser Stelle eine romanische Basilika, die zur Gründungszeit der auch als Kronstadt bezeichneten rumänischen Stadt in Siebenbürgen errichtet wurde. Sie wurde im frühen 13. Jahrhundert durch Mitglieder des Deutschen Ordens erbaut und im Jahr 1241 zur Zeit des Mongolensturms zerstört. Im Jahr 1383 wurde mit dem Wiederaufbau in Form einer gotischen Hallenkirche begonnen. Knapp 100 Jahre später, um das Jahr 1480, wurde das Bauwerk fertiggestellt und eingeweiht. Zur Mitte des 16. Jahrhunderts schlossen sich die Siebenbürger Sachsen, die damals die größte Volksgruppe in Brasov stellten, der Reformation an und in der Schwarzen Kirche wirkte mit Johannes Honterus ein bedeutender siebenbürgischer Reformator und Gelehrter. Unter ihm wurde das Gotteshaus zur evangelischen Kirche und zum Zentrum der Reformation in der historischen Region Siebenbürgen.

Im Jahr 1689 waren in Kronstadt österreichische Truppen stationiert und im gleichen Jahr brach aus bis heute ungeklärten Ursachen in der Stadt eine verheerende Feuersbrunst aus. Es wird vermutet, dass die kaiserlichen Truppen das Feuer gelegt hatten. Weite Teile des Stadtgebietes fielen den Flammen zum Opfer und die gotische Kirche brannte vollständig aus. Lediglich ein Fresko über dem Seiteneingang und die eisenbeschlagenen Eichenportale überstanden den Brand. Mit der Orgel, dem Altar und der Kanzel wurden sämtliche Einrichtungsgegenstände des Gotteshauses ein Raub der Flammen. Selbst der Kirchturm brannte lichterloh und die Hitze brachte die Glocken teilweise zum Schmelzen. Die Feuersbrunst ließ von der Kirche nur rußgeschwärzte Ruinen zurück, die der Schwarzen Kirche ihren Namen gaben. Rund 80 Jahre lang ragten die schwarzen Mauern der Marienkirche am Marktplatz in den Himmel, bevor das Gotteshaus in seinem ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut wurde.

Im frühen 20. Jahrhundert fanden Restaurierungsarbeiten an der Schwarzen Kirche statt, die vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrochen wurden. Abgeschlossen wurden sie erst im Jahr 1969, wobei zahlreiche Mauersteine der Fassade ersetzt wurden. Im Inneren der Kirche befindet sich eine Ausstellung, in der die Arbeiten anhand von Fotos und Aufzeichnungen dokumentiert werden. Darüber hinaus können die Besucher der Schwarzen Kirche in den Innenräumen die größte europäische Sammlung orientalischer Teppiche besichtigen. Sie wurden im Lauf der Jahrhunderte von siebenbürgischen Handelsreisenden aus Kleinasien mitgebracht und der evangelischen Kirche geschenkt. In einer Höhe von 30 Metern befinden sich die beiden Turmuhren, die mit lateinischen Inschriften versehen sind. Die Schwarze Kirche besitzt eine Länge von 90 Metern und ist mit einer Buchholz-Orgel und einer Hesse-Orgel ausgestattet. Der Sakralbau ist das bedeutendste gotische Gotteshaus in Südosteuropa.

Neben der Schwarzen Kirche ist das Alte Rathaus am Rathausplatz ein markantes Wahrzeichen der Stadt Brasov. Die ältesten Gebäudeteile und der Turm stammen aus dem 14. Jahrhundert. Im Lauf der Jahrhunderte wurde das Rathaus um zahlreiche Anbauten wie die Verkaufslaube der Kürschner und die Hundertmannstube erweitert. Das historische Stadtzentrum von Brasov besteht aus einer Ansammlung prunkvoller Bürgerhäuser aus dem Spätmittelalter und eleganten Bauwerken aus dem 19. Jahrhundert. Die Altstadt ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben. Gut erhalten und aufwendig restauriert wurden unter anderem das Katharinentor aus dem Jahr 1559, der Weiße und der schwarze Turm sowie die Weberbastei. In den historischen Bauwerken sind heute Museen und Ausstellungen untergebracht. Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt erhebt sich die mittelalterliche Burg Bran auf einem steilen Felsen. Das Schloss wird von vielen Besuchern irrtümlich mit dem Wohnsitz des Fürsten Vlad III. Draculea in Verbindung gebracht, der als Graf Dracula im gleichnamigen Roman von Bram Stoker weltberühmt wurde. Eine Anwesenheit des rumänischen Fürsten auf der Burg Bran wurde allerdings nie belegt.

Sardinien – Costa Smeralda

Die Costa Smeralda am Abend, Foto: Santo Pellecchia / Unsplash
Die Costa Smeralda am Abend, Foto: Santo Pellecchia / Unsplash

Das smaragdgrüne Wasser an diesem Küstenabschnitt im Nordosten Sardiniens verlieh der Costa Smeralda den Namen. Weltweit bekannt wurde die Küste als Treffpunkt des Jetsets und Urlaubsort der Reichen und Berühmten.

Den Aufstieg zu einer der berühmtesten Urlaubsdestinationen Italiens verdankt die Costa Smeralda dem ismailitischen Prinzen Karim Aga Khan, der in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts die unvergleichliche Schönheit dieses Küstenabschnitts entdeckte und seinen persönlichen Traum von einem Urlaubsparadies an diesem Ort verwirklichte. Mit einer Gruppe befreundeter Investoren erschuf der Millionär ein luxuriöses Urlaubsdomizil an den weißen Stränden der langen Bucht. Seit nunmehr 50 Jahren erholen sich in den malerischen Buchten mit kristallklarem Wasser international bekannte Prominente aus der ganzen Welt. Exklusive Luxushotels und pompöse Villen dienen dem Jetset als Unterkunft während ihres Aufenthalts an der Costa Smeralda. Alle Gebäude fügen sich harmonisch in die malerische Landschaft ein. Mehr als drei Stockwerke besitzen kein Hotel und keine Villa. Bausünden und die daraus resultierenden Umweltschäden wurden auf diese Weise an der Costa Smeralda elegant vermieden.

Das herausragende Merkmal dieses Küstenabschnittes ist zweifellos die atemberaubende Natur. Ein Archipel aus vorgelagerten Inseln erzeugt eine romantische Stimmung an der Costa Smeralda. Bei einem Aufenthalt in dieser Region hat man die Wahl zwischen einem Bootsausflug zu einer einsamen Insel, einem Sonnenbad am weißen Sandstrand, einem Bummel durch die Luxusboutiquen berühmter Designer oder einem Ausflug in das wildromantische Hinterland. Ein unvergänglicher Charme kennzeichnet die Ortschaften an der Costa Smeralda. Porto Cervo ist der Hauptort der Region und gleichzeitig das mondäne Zentrum des glamourösen Lebens auf Sardinien. Einige weitere wunderschön gelegene Orte ziehen sich an der Smaragdküste im Nordosten Sardiniens entlang. Portisco ist umgeben von einer außergewöhnlich reizvollen Natur. Diese Vorzüge ließen hier einen Jachthafen entstehen, der mit seinen rund 600 Liegeplätzen eine ernsthafte Konkurrenz zum mondänen Porto Cervo darstellt.

Inmitten eines natürlichen Fjords und vor den Blicken Neugieriger gut geschützt, liegt Poltu Quatu. Der kleine exklusive Hafenort besitzt mit der Marina dell’Orso einen Jachthafen mit 305 Plätzen und die Gäste des luxuriösen Grand-Hotels und der umliegenden Appartements sorgen Tag und Nacht für ein munteres Treiben in dem Ort. In den hochpreisigen Restaurants und Szene-Lokalen tummelt sich die zahlungskräftige Kundschaft bis in die frühen Morgenstunden. Eine perfekte Infrastruktur und traumhafte Strände erwarten einen im Urlaubsort Baja Sardinia. Eine hohe Konzentration an Hotels, Urlaubsresorts und Ferienhäusern sorgt für lebhaften Publikumsverkehr an den Stränden. Besonders Familien mit Kindern zieht es in diese Region. Mit dem Wasserpark Acquadream und den Minigames im Pinienwald ist für jede Menge Abwechslung und Unterhaltung gesorgt. Arzachena ist mit seinen rund 13.000 Einwohner die größte Gemeinde an der Costa Smeralda. Der Ort befindet sich mitten in einem weitläufigen archäologischen Park, der Ihnen mit seinen zahlreichen Ausgrabungsstätten einen tiefen Blick in die Vergangenheit der sardischen Kultur gestattet.

Die Strände an der Costa Smeralda zählen zu den schönsten Bade-, Tauch- und Schnorchelgebieten in Europa. Die Cala Occidentale ist nur mit dem Boot zu erreichen. Der feine weiße Sandstrand liegt gegenüber der Costa Smeralda und fällt flach ins Wasser ab. Er ist ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Der Strand von Romazzino befindet sich in unmittelbarer Nähe des Cala di Volpe. Liegestühle und Sonnenschirme kann man vor Ort ausleihen und eine Strandbar sorgt für das leibliche Wohl. Der feinsandige Strand fällt flach ins Meer ab und ist aus diesem Grund besonders gut für Familien mit Kindern geeignet. Die Liscia Ruja zählt zu den am besten ausgestatteten Stränden auf Sardinien. Zahlreiche Prominente wählen in den Sommermonaten diesen Ort zum Baden und Schnorcheln. Die Riffe in dieser Meeresregion überzeugen durch eine bunte Artenvielfalt. In der Nähe von Portisco findet man den traumhaften Strandabschnitt Cala Petra Ruja. Er ist vom Parkplatz aus bequem zu Fuß zu erreichen und am Rand stehen Schatten spendende Bäume und Sträucher.

Zypern – Aphroditefelsen

Der Geburtsort der Aphrodite, Foto: Andrey Andreyev / Unsplash
Der Geburtsort der Aphrodite, Foto: Andrey Andreyev / Unsplash

Der Aphroditefelsen im Südwesten Zyperns markiert die Stelle, an der die griechische Liebesgöttin der Gischt des Mittelmeeres entstiegen sein soll.

Im Südwesten Zyperns rund um die Hafenstadt Paphos ist der Kult um die griechische Liebesgöttin Aphrodite allgegenwärtig. Mit dem Bad der Aphrodite und dem Aphroditefelsen befinden sich in dieser Region zwei Landschaftsformationen, die eng mit der griechischen Mythologie verbunden sind und zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten auf der Mittelmeerinsel gehören. Die Überlieferung besagt, dass am Strand Petra tou Romiou Beach unmittelbar am Aphroditefelsen die Liebesgöttin der schäumenden Gischt des Meeres entstiegen sein soll. Pilger aus allen Teilen der Welt strömten bis zur Christianisierung Zyperns im 3. Jahrhundert n. Chr. an diesen mystischen Ort und noch heute übt die magische Ausstrahlung der Gesteinsformation an der Küste eine große Anziehungskraft auf verliebte Paare aus. Ein Abstecher zum Aphroditefelsen gehört heute zum Pflichtprogramm während eines Zypern Urlaubs und an dem mit Steinen durchsetzten Sandstrand taucht man tief in die Welt der griechischen Mythologie ein.

Der Aphroditefelsen ist zu jeder Jahreszeit ein viel besuchter Ort und vor allem junge Menschen fühlen sich von der mystischen Ausstrahlung der Gesteinsformationen magisch angezogen. Die Einheimischen sagen, dass der Felsen dreimal umrundet werden muss, um gemeinsam mit dem Partner das Glück der ewigen Liebe zu finden. Neben jungen zypriotischen Paaren vertrauen viele Urlauber auf die Vorhersage und begeben sich in hellen Vollmondnächten auf den Weg, um den Aphroditefelsen zu umkreisen. Zu dieser Zeit kann es eng am Strand werden, denn zahlreiche Verliebte vertrauen auf die verheißungsvolle Vorhersage und finden sich zu nächtlicher Stunde am Aphroditefelsen ein. Nach der Umrundung ist es Brauch, ein Schleifchen als Zeichen der Anwesenheit zu hinterlassen. Aus diesem Grund wehen unzählige weiße, rote, blaue und gelbe Textilschleifen in den Büschen am Ufer im Wind.

Mehrere antike Quellen berichten in unterschiedlichen Abhandlungen von der Geburt Aphrodites auf der Insel Zypern. Zu den allgemein akzeptierten Versionen gehört die Hesiods Theogonie aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert. Darin wird über die Entstehung des griechischen Göttergeschlechts berichtet. Demnach verfolgte die als Mutter Erde bezeichnete Gaia einen Plan, sich von ihrem Gatten Uranus zu trennen, der viele der gemeinsamen Kinder in die dunkle Unterwelt Tartaros verbannte. Gaia brachte schließlich heimlich die Titanen zur Welt und verbarg sie vor ihrem Gatten. Gemeinsam mit ihrem Sohn Kronos ersann sie eine List, in deren Verlauf der Sohn den Vater kastrierte und das abgetrennte Glied in das Meer warf. Das Wasser tobte und schäumte und aus der Gischt wuchs Aphrodite hervor. Die schäumende Flut trug sie an die zyprische Küste, wo Aphrodite in der Nähe von Páfos an Land ging und als neue Herrscherin verehrt wurde. Ihre Bestimmung war es, Liebe zu stiften und weder Menschen noch Götter konnten sich ihrer Anmut und Sinnlichkeit entziehen.

Die griechische Göttin der begehrlichen Liebe wird seit dem 12. Jahrhundert v. Chr. in der Region um Paphos verehrt. Ihr zu Ehren wurde ein Heiligtum errichteten. Der Aphrodite-Tempel in der Ortschaft Koúklia wurde zum Ziel zahlreicher Pilger aus allen Teilen des Mittelmeerraumes. Von ihm sind heute nur noch die Grundmauern erhalten. Die meisten Anbauten an der antiken Tempelanlage stammen aus römischer Zeit und wurden von verschiedenen Kaisern errichtet. Zu besichtigen sind die Überreste von Säulenhallen und Bodenmosaike aus der römischen Antike. Die größten Schäden wurden dem Bauwerk im Mittelalter zugefügt, als der Palast hauptsächlich als Steinbruch diente. Im archäologischen Museum, das im Kastell Chateau de Covocle untergebracht ist, kann man geborgene Relikte aus dem Aphrodite-Tempel besichtigen. Unter anderen wird in den Ausstellungsräumen der schwarze Kultstein der Aphrodite gezeigt und zahlreiche römische Münzen, die das Heiligtum zum Motiv haben.

USA – Empire State Building

Blick auf das Empire State Building, Foto: Christian Ladewig / Unsplash
Blick auf das Empire State Building, Foto: Christian Ladewig / Unsplash

Das Empire State Building in New York wurde zwischen 1930 und 1931 in Rekordbauzeit errichtet und war bis 1972 das höchste Gebäude der Welt.

Mit einer Höhe von 443 Metern inklusive Antenne wurde das Empire State Building zum Inbegriff für den amerikanischen Wolkenkratzer. Seit dem Einsturz des World Trade Centers nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist das Empire State Building wieder das höchste Gebäude der Millionenmetropole New York. Es befindet sich im Stadtteil Manhattan an der 5th Avenue zwischen der 33. und 34. Straße. Damit erhebt sich das Gebäude im Zentrum der Insel Manhattan. Das Empire State Building besitzt 102 Stockwerke und eine Höhe bis zum Dach von 381 Metern. Im 86. und im 102. Stockwerk befinden sich öffentlich zugängliche Besucherplattformen. Die Mehrzahl der Räume in sämtlichen Stockwerken wird gewerblich genutzt. Im Jahr 1986 wurde der Wolkenkratzer zum Nationalen Denkmal der USA erklärt.

Das Empire State Building wurde im Baustil des Art déco errichtet. Die damaligen Bauvorschriften in New York entschieden maßgeblich über die Form des Gebäudes. Sie schrieben vor, dass sich Hochhäuser nach oben verjüngen mussten. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass die Wolkenkratzer flächendeckende Schatten auf die Nachbarhäuser werfen. Die markante Form erhält das Empire State Building durch eine Blockbauweise, die sich bis in eine Höhe von 320 Metern in bestimmten Abständen durch leichte Rücksprünge nach oben verjüngt. Der schlanke Turm im oberen Bereich umschließt die letzten 16 Stockwerke. Die Antenne auf dem Dach des Gebäudes wurde erst im Jahr 1950 montiert. Das Grundgerüst des Empire State Buildings bildet ein Stahlrahmen, der durch eine Nietenkonstruktion verbunden ist. Die Fassade besteht aus Granit und Kalkstein. Die aufwendig gestaltete Eingangshalle wurde mit Marmor ausgeschlagen und mit Einlegearbeiten verziert. Mit der Fertigstellung des Empire State Buildings im Jahr 1931 wurde das Chrysler Building mit einer Höhe von 319 Metern als höchstes Gebäude der Welt abgelöst.

Die touristische Nutzung des Empire State Buildings beschränkt sich im Wesentlichen auf die Aussichtsplattformen in der 86. und in der 102. Etage. Sie sind mit Hochgeschwindigkeitsaufzügen erreichbar und machen das Gebäude zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Vereinigten Staaten. Die Besucherplattform im 86. Stockwerk befindet sich auf einer Höhe von 320 Metern. An klaren Tagen genießt man eine Fernsicht von bis zu 80 Kilometern. Ursprünglich sollte diese Plattform als Abfertigungsfläche für Luftschiffreisende dienen. Ein entsprechender Ankermast befand sich auf dem Dach des Gebäudes, wurde jedoch nie genutzt. Auf einer Höhe von 373 Metern befindet sich eine weitere Aussichtsplattform im 102. Stockwerk. Sie bietet aufgrund der Verjüngung des Gebäudes nur wenigen Besuchern Platz und liegt innerhalb des Empire State Buildings. Vor dem Betreten der Aufzüge werden die Besucher einem umfangreichen Sicherheitscheck unterzogen. Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde und mehr sind keine Seltenheit.

Die weltweit große Popularität des Empire State Buildings ist nicht zuletzt auf die starke Medienpräsenz zurückzuführen. In der Bauphase wurde der Fotograf Lewis Hine verpflichtet, den Fortschritt der Bauarbeiten zu dokumentieren und die Arbeiter zu fotografieren. Die Bilder von den Bauarbeitern, die in schwindelerregender Höhe ohne Sicherung das Gerüst montieren und sich zur Pause auf schmalen Stahlträgern trafen, gingen um die Welt und zieren noch heute zahlreiche Poster. In zahlreichen Kinofilmen spielte das Gebäude eine zentrale Rolle und mit seiner als besonders ästhetisch empfundenen Architektur dominiert das Empire State Building bis heute die Skyline von New York. Alljährlich rückt das Gebäude anlässlich des Empire State Building Run-Up in den Fokus des internationalen Medieninteresses. Bei diesem Treppenstufen-Wettrennen treten Läufer aus allen Teilen der Erde gegeneinander an. Bei diesem Wettbewerb sind die 1.576 Treppenstufen zwischen dem Erdgeschoss und dem 86. Stockwerk so schnell wie möglich zu Fuß zu überwinden.

USA – Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue vor New York, Foto: Pierre Blaché / Unsplash
Die Freiheitsstatue vor New York, Foto: Pierre Blaché / Unsplash

Die Freiheitsstatue ist das Wahrzeichen von New York und für die Bevölkerung der Vereinigten Staaten ein Symbol der Freiheit. Seit 1984 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Freiheitsstatue erhebt sich auf der Insel Liberty Island an der Einfahrt zum New Yorker Hafen. Die monumentale Statue ist ein Geschenk Frankreichs an die USA, das im Jahr 1876 anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der amerikanischen Unabhängigkeit überreicht wurde. Die Einweihung der Freiheitsstatue verzögerte sich um 10 Jahre, weil erst die Gelder zur Finanzierung des Sockels aufgebracht werden mussten. Am 28. Oktober 1886 wurde die kolossale Statue eingeweiht. Die in eine Robe gehüllt Figur stellt die römische Göttin der Freiheit, Libertas, dar. In der rechten Hand reckt die Freiheitsstatue eine Fackel in den Himmel und mit der linken Hand hält sie eine Inschrifttafel, auf der das Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vermerkt ist. Die zerbrochene Kette zu ihren Füßen symbolisiert das Abschütteln der Unterdrückung. Mit einer Gesamthöhe inklusive Sockel von 92,99 Metern gehört sie zu den höchsten Statuen der Welt.

Schöpfer der Freiheitsstatue war der französische Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi, der vom Politiker und Juristen Édouard René de Laboulaye zu diesem Werk inspiriert wurde. Beim Bau der Stützkonstruktion im Inneren der Statue wirkte mit dem Ingenieur Gustave Eiffel der Architekt des Pariser Eiffelturms mit. Die Freiheitsstatue wurde nach ihrer Fertigstellung zerlegt und in Einzelteilen nach New York transportiert. Dort wurde sie zusammengesetzt und montiert. Im Rahmen der feierlichen Eröffnungszeremonie im Jahr 1886 wurden unter den Augen von mehr als 100.000 Zuschauern eine Parade und ein Festumzug abgehalten, der durch die Innenstadt New Yorks führte. Die New Yorker Konfettiparade fand zu diesem Anlass das erste Mal statt. Bis heute werden bedeutende Festumzüge in der amerikanischen Metropole von einem Konfettiregen begleitet. Die Einweihung der Freiheitsstatue auf der Insel Liberty Island übernahm der damalige US-Präsident Grover Cleveland.

Die Besichtigung der monumentalen Statue ist kostenfrei. Allerdings sind die Besucher auf die Benutzung der kostenpflichtigen Fähren angewiesen, die in der Nähe des Battery Parks in Manhatten und in Jersey City ablegen. Zum Betreten des Sockels ist eine Eintrittskarte erforderlich, die den kostenlosen Zugang zum Sockel gewährt. Zahlreiche Gedenktafeln befinden sich in der näheren Umgebung der Freiheitsstatue. Auf Bronze- und Kupfertafeln wird auf den Erbauer der Statue hingewiesen. Eine Gruppe von fünf Figuren am westlichen Ende von Liberty Island stellt die Personen dar, die maßgeblich an der Entstehung der Statue beteiligt waren. Das kolossale Monument besitzt durch seine markante Form einen hohen Wiedererkennungswert und ist für die Menschen der Vereinigten Staaten eine Figur von außerordentlich großer Symbolkraft. Das Konterfei der Freiheitsstatue ziert Münzen und Briefmarken und die Fackel ist auf der 10-Dollar-Banknote abgebildet. Die Freiheitsstatue spielte als amerikanisches Symbol in zahlreichen Filmen eine Rolle und inspirierte Künstler wie Andy Warhol.

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 führten zu einer Sperrung der Insel Liberty Island für die Öffentlichkeit. Zum Ende des Jahres durfte die Insel wieder betreten werden, doch der Zugang zum Sockel und zur Statue blieb bis zum Jahr 2004 geschlossen. Mit der Öffnung des Innenraums der Statue für den Besucherverkehr im Jahr 2009 wurde gleichzeitig eine Beschränkung der Besucheranzahl eingeführt, die bis zur Krone hinaufsteigen durften. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht und das System der Notausgänge verbessert. Gleichzeitig verhinderte ein neues System bei der Ticketvergabe die Bildung von Staus beim Aufstieg zur Krone der Statue. Im Jahr 2012 richtete der Hurrikan Sandy Zerstörungen im Sockel der Freiheitsstatue an und das Symbol der amerikanischen Freiheit musste erneut geschlossen werden. Die Restaurierungsarbeiten dauerten ein Jahr an. Am 4. Juli 2013, anlässlich des amerikanischen Nationalfeiertages, wurde die Freiheitsstatue feierlich wiedereröffnet.

USA – Grand Canyon

Blick auf den Horseshoe Bend in Utah, Foto: Briona Baker / Unsplash
Blick auf den Horseshoe Bend in Utah, Foto: Briona Baker / Unsplash

Der Grand Canyon zählt zu den eindrucksvollsten Naturwundern der Erde. Die gewaltige Schlucht besitzt eine Länge von 450 Kilometern und gehört seit 1979 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

In Jahrmillionen hat der Colorado-River eine Schlucht aus dem Fels gewaschen, deren gewaltigen Ausmaße sogar aus dem Weltall erkennbar sind. Die immense Größe des Grand Canyons offenbart sich Ihnen bei einem Blick in die Tiefe von einer der zahlreichen Aussichtsplattformen. Die Ränder mit ihren verschiedenfarbigen Gesteinsschichten sind wie ein Bilderbuch der geologischen Entwicklungsgeschichte. Die Schlucht verläuft im US-Bundesstaat Arizona von Nordosten nach Westen. Der Grand Canyon ist zwischen 6 und 30 Kilometer breit und fällt bis zu 1.800 Meter in die Tiefe ab. Auf einer Länge von 450 Kilometern durchschneidet er die Hochebene im Norden Arizonas wie ein gewundenes Band. Die Gebiete am Grand Canyon sind in drei Bereiche aufgeteilt. Der Südrand zieht alljährliche die meisten Besucher an und liegt rund 300 Meter niedriger als der kühlere Nordrand. Der dritte Bereich wird als innere Schlucht bezeichnet.

Am Grand Canyon existieren unterschiedliche Klimabedingungen mit fünf verschiedenen Vegetationszonen. Der mit 2.683 Metern höchste Punkt des Grand Canyons lässt ausschließlich das Wachstum von Nadelgehölzen zu, während am Rand der Schlucht bereits Mischwälder gedeihen. Kleine Oasen mit Grasflächen gibt es am Boden direkt am Colorado-River. Im überwiegenden Teil des Grand Canyons herrscht Wüstenklima. Bereits in der Frühzeit waren die Gebiete an der tiefen Schlucht von verschiedenen Indianerstämmen besiedelt. Zu den Stämmen gehörten die Apachen, die Walapai und die Navajo-Indianer. Die heutigen Indianer-Reservate grenzen südwestlich an den Nationalpark.

Dem Grand Canyon kann man sich in den Ferien im Westen der USA auf verschiedene Arten nähern. An zahlreichen Aussichtspunkten auf dem Hochplateau bietet sich Ihnen die Gelegenheit, einen Blick in die gewaltige Schlucht zu werfen. Am Südrand befindet sich „Grand Canyon Village“, das als beliebter Ausgangspunkt zu verschiedenen Aussichtspunkten gilt. Die Hauptstraße folgt dem Verlauf der Schlucht in Richtung Osten und führt unter anderem am bekannten Aussichtspunkt „Desert View“ vorbei. Andere Routen an den Rand des Grand Canyons führen über Schotterpisten. Im Jahr 2007 wurde mit dem Grand Canyon Skywalk eine weitere Besucherattraktion an der Schlucht eröffnet. Diese Plattform besteht aus einer Stahlkonstruktion mit gläsernen Bodenplatten und einem gläsernen Geländer. Sie ragt hoch über dem Canyon in die Schlucht hinein und man kann durch den Boden den Blick in den Abgrund wagen. Bedeutendster Aussichtspunkt am Nordrand ist der sogenannte Bright Angel Point. In der Region befindet sich mit dem „Angels Window“ eine markante Felsformation, die tatsächlich an ein Fenster erinnert.

Wenn man sich in sportlich betätigen möchte, unternimmt man eine Wanderung im Grand Canyon. Auf einer Vielzahl von Wegen erhält man auf diese Weise unvergleichliche Eindrücke von der Schaffenskraft der Naturgewalten. Der meistbegangene Wanderweg im Nationalpark ist der South Kaibab Trail. Er führt vom Südrand des Canyons hinunter zum Colorado-River. Man überwindet auf der Strecke rund 1.400 Höhenmeter und kann etwa 1,7 Milliarden Jahre Erdgeschichte unterwegs bestaunen. Am Nordrand zählt der Bright Angel Trail zu den beliebtesten Wanderwegen im Grand Canyon. Ein abenteuerliches Erlebnis erwartet einen auf einer Rafting-Tour auf dem Colorado. Auf dieser Fahrt nähert man sich der gewaltigen Schlucht von unten und erlebt in den Stromschnellen des Flusses gleichzeitig einen ganz besonderen Nervenkitzel. Eine mehrtägige Bootstour unternimmt man, wenn man sich einem Ausflug von Lee’s Ferry bis zum Diamond Creek anschließt. Für die rund 360 Kilometer lange Strecke benötigt man mindestens drei Tage. Ein unvergessliches Urlaubserlebnis ist ein Helikopter-Rundflug über die tiefe Schlucht. Die Flüge starten entweder in Las Vegas oder direkt am Grand Canyon Airport. Bei einer Flugdauer von 30 bis 50 Minuten erlebt man die Faszination des Naturwunders aus der Vogelperspektive und gewinnen atemberaubende Eindrücke vom längsten Canyon der Vereinigten Staaten.

Brasilien – Zuckerhut

Wahrzeichen von Rio de Janeiro: der Zuckerhut, Foto: Agustin Diaz Gargiulo / Unsplash
Wahrzeichen von Rio de Janeiro: der Zuckerhut, Foto: Agustin Diaz Gargiulo / Unsplash

Der Zuckerhut ist das bekannteste Wahrzeichen der Millionenmetropole Rio de Janeiro. Der 395 Meter hohe Granitfelsen erhebt sich auf der Halbinsel Urca in der Botafago-Bucht.

Das wohl berühmteste Wahrzeichen Brasiliens zieht alljährlich Millionen von Besuchern an. Mit einer Höhe von 395 Metern ist der Zuckerhut eine imposante Erscheinung und eine außergewöhnliche Laune der Natur. Seinen Namen verdankt der Felsen seiner markanten Form, die an einen überdimensionalen Zuckerhut erinnert. Der Zuckerhut ist ein steil aufragender Felsen aus Granitgestein und befindet sich auf der Halbinsel Urca. Der Berg entstand vor rund 560 Millionen Jahren in einer Phase, als durch geologische Vorgänge in der Erdkruste gneisartiges Granitgestein nach oben gedrückt wurde. Die äußeren Schichten des Gesteins pellten sich im Verlauf der Zeit ab und ließen den kegelförmigen Berg in der Form eines Zuckerhutes zurück. Noch heute sind die Gesteinsschuppen und einzelne Steinplatten, die wie eine Zwiebelhaut den Felsen bedecken, erkennbar. Das Wahrzeichen Rio de Janeiros ist ein Touristenmagnet und zieht jährlich Millionen von Besuchern an. Mit einer Seilbahn lässt sich das Monument bequem besichtigen.

Die Luftseilbahn, die auf den Zuckerhut führt, ist eine Bahn mit verglasten Kabinen, in der 65 Personen Platz finden. Bereits bei der Anreise mit der Kabinenbahn genießt man den Blick auf ein überwältigendes Panorama. Die Sicht erstreckt sich weit über das Stadtgebiet und die Strände. In einer Höhe von nur 14 Metern über dem Meeresspiegel befindet sich die Talstation der Seilbahn direkt unter der Felswand des Babylonhügels. Von der Talstation beginnt die erste Etappe der Fahrt zur ersten Bergstation in 226 Meter Höhe. Auf dieser Bergstation erwarten einen Restaurants, eine Diskothek, Souvenirläden und ein Theater mit einem beweglichen Dach. Bis zu 1.100 Gäste finden in dem Theater Platz. Von der zweiten Station aus beginnt die Auffahrt zum Gipfel des Zuckerhutes bis in eine Höhe von 395 Metern. Von der Aussichtsplattform erwartet man ein fantastischer Ausblick über den Atlantik bis zu den Stränden der Copacabana. Dieses einzigartige und unvergessliche Panorama hinterlässt bei den Besuchern einen unvergesslichen Eindruck.

Bis zum Jahr 1817 galt der Zuckerhut für Bergsteiger als unbezwingbar. Damals überwand das englische Kindermädchen Henrietta Carstairs als erste die steilen Wände des domförmigen Felsens. Rund um den Zuckerhut erstreckt sich das Stadtgebiet der brasilianischen Millionenmetropole. Rio de Janeiro, die frühere Hauptstadt Brasiliens, ist eine Stadt mit einer multikulturellen Gesellschaft, die von großen Kontrasten zwischen armen und reichen Bevölkerungsschichten geprägt ist. Zu den kulturellen Höhepunkten des Jahres zählt der Karneval in Rio. Diese spektakuläre Großveranstaltung ist Anziehungspunkt für Millionen Besucher aus allen Teilen der Erde. Das Event gehört zu den farbenprächtigsten und größten Festen der Welt. Jedes Jahr werden nach einem vorgegebenen Thema die prachtvollen Festwagen geschmückt und die ebenso farbenprächtigen wie fantasievollen Kostüme entworfen. Jede Sambaschule präsentiert ihr eigenes Kostüm und die dazugehörigen Festwagen. Die meisten Teilnehmer sparen das ganze Jahr über, um ihre teuren Kostüme, die nur für wenige Stunden mit Stolz getragen werden, bezahlen zu können.

Gäste die sich am Wassersport und Strandleben erfreuen, bietet Rio de Janeiro zahlreiche Möglichkeiten zur Entspannung und sportlichen Aktivitäten. An den vielen Stränden und Buchten stehen Surfen, Tauchen und Wasserski fahren in der Gunst der Besucher weit oben. Die weitläufigen Strände laden zum Baden und Relaxen in der Sonne ein. Zu den bekanntesten Stränden der Stadt gehört die Copacabana. Der vier Kilometer lange Strandabschnitt vor dem gleichnamigen Stadtviertel ist Treffpunkt, Flaniermeile und Bühne zugleich. Zahlreiche edle Restaurants haben sich an der Strandpromenade angesiedelt, um mit ihrer einheimischen Küche den Gästen einen Gaumenschmaus zu bereiten. Auch das Nachtleben kommt hier nicht zu kurz. Viele Diskotheken und Bars laden nach Einbruch der Dunkelheit zum Tanzen ein und sorgen mit wechselnden Showeinlagen für spannende und abwechslungsreiche Unterhaltung.

Kuba – Havanna – Weltkulturerbe und Hauptstadt

Oldtimer und Lebensfreude - das ist Havanna, Foto: Dorothea OLDANI / Unsplash
Oldtimer und Lebensfreude – das ist Havanna, Foto: Dorothea OLDANI / Unsplash

Havanna ist die Hauptstadt von Kuba und mit rund 2,1 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt in der Karibik. Das facettenreiche Antlitz der Metropole ist von zahlreichen Gegensätzen gekennzeichnet.

Havanna ist eine Schönheit unter karibischer Sonne, wenngleich die offensichtliche Armut der Bevölkerung und die größtenteils marode Bausubstanz auf den ersten Blick ein anderes Bild von der Millionenmetropole zeichnen. Der Charme Havannas offenbart sich erst auf den zweiten Blick. Amerikanische Autos aus den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bevölkern die Straßen. Neben unsanierten Gebäuden aus der Kolonialzeit erstrahlen farbenfrohe Häuser und die Lebenslust der Bewohner ist in den Straßen und Gassen hautnah spürbar. Karibische Klänge dringen aus kleinen Cafés und Bars auf die Straße und es scheint, als würde die ganze Stadt im karibischen Rhythmus schwingen. Die jahrzehntelange Isolation Kubas hat zur kompletten Erhaltung des alten Baubestandes aus der Kolonialzeit geführt. Privatinvestitionen und Immobilienspekulationen sind in dem kommunistisch regierten Land verboten. Die alten Stadtstrukturen aus der Kolonialzeit sind zwar unsaniert, aber nahezu vollständig erhalten.

In Havanna taucht man in eine andere Welt ein. Ampeln gibt es kaum und Verkehrsschilder mit Richtungs- und Entfernungsangaben sind rar. Wenn man die kubanische Metropole mit dem Mietwagen besucht, darf eine gute Straßenkarte nicht im Reisegepäck fehlen. „La Habana Vieja“ wird die Altstadt der Metropole genannt. Hinter den bröckelnden Fassaden der Häuser verbergen sich die einst prachtvollen Bauten aus der spanischen Kolonialzeit. Auf einem Rundgang durch die Altstadt lernt man die ursprüngliche Seite von Havanna kennen. Das „Castillo de la Real Fuerza“ ist die älteste Festung der Stadt und stammt aus dem Jahr 1538. Auf dem angrenzenden Gelände der „Plaza de Armas Carlos Manuel de Cespedes“ wurde Havanna im 16. Jahrhundert von den spanischen Eroberern gegründet. Unweit des geschichtsträchtigen Platzes findet man die Kathedrale „San Cristobal de la Habana“. Das sakrale Gebäude diente bis zum Abzug der Spanier zum Ende des 19. Jahrhunderts als Grabstätte für den spanischen Seefahrer Christoph Kolumbus.

Ein Abstecher in die „La Bodeguita del Medio“ entführt einen in eine längst vergangene Zeit. In der Bar tranken der Schriftsteller Ernest Hemingway, Salvador Allende und Nat King Cole ihre Drinks. Die Regale sind überladen mit Flaschen aus aller Welt und die Wände zieren Fotos und Plakate von berühmten Schauspielern und Musikern. Ausgezeichnete karibische Gerichte werden Ihnen in der Bar serviert. Das „El Floridita“ ist eine weitere bekannte Bar in der kubanischen Hauptstadt. Hier trank Hemingway am liebsten seinen Daiquiri. In dem angeschlossenen Restaurant genießt man fangfrische Muschel- und Fischspezialitäten. Havanna wird an der Meerseite von der breiten Uferstraße Malecon begrenzt. Eine lange Kaimauer umschließt die Stadt wie ein Gürtel und bietet Schutz vor den Wellen des Atlantischen Ozeans. Abends tummeln sich die Jugendlichen auf der Mauer und karibische Rhythmen erklingen am Strand.

Das politische Zentrum der Karibikinsel befindet sich rund um den Revolutionsplatz im Stadtteil Vedado. Alle Ministerien des kommunistischen Lands liegen an diesem Platz. Im Gedenken an Che Guevara ist die Front des Innenministeriums mit einem gewaltigen Porträt des Revolutionärs bedeckt. Statte im Regierungsviertel dem Museum der Revolution einen Besuch ab. Dort werden zahlreiche Dokumente, Waffen und Fotos aus der Zeit des politischen Umsturzes ausgestellt. Die Exponate vermitteln einen plastischen Eindruck von den Geschehnissen in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Gedenkstätte „Granma“ bildet den Mittelpunkt im Außenbereich des Museums. Hier besichtigt man die 20 Meter lange Motorjacht gleichen Namens, mit deren Hilfe die Revolutionstruppen im Dezember 1956 an der Küste Kubas landeten. Etwa 20 Kilometer vor den Toren Havannas erwarten einen traumhafte Strände, die zu einem Bad in den Wellen des Atlantiks einladen. Genieße im östlichen Bezirk Playas del Este das türkisfarbene Wasser und den feinen Sand am Palmenstrand Santa Maria del Mar.

Äthiopien – Felsenkirche von Lalibela – das „achte Naturwunder“

Felsenkirche in  Lalibela, Foto: mulugeta wolde / Unsplash
Felsenkirche in Lalibela, Foto: mulugeta wolde / Unsplash

Die 11 christlichen Felsenkirchen von Lalibela wurden im 12./13. Jahrhundert aus dem rostroten Felsgestein geschlagen und gehören heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Der äthiopische Ort Lalibela ist nach dem Kaiser Gebra Maskal Lalibela benannt, der das Reich Lasta im 12./13. Jahrhundert regierte. Der Ort ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte für Christen aus der ganzen Welt und besitzt eine lange christliche Tradition. Kaiser Lalibela ließ während seiner Regierungszeit in der schwer zugänglichen Bergregion in der Nähe des Ortes elf Kirchen als Ganzes aus dem rostroten Tuffstein schlagen. Die einzelnen Gebäude sind bis zu 10 Metern hoch und gehören zu den größten von Menschenhand geschaffenen monolithischen Gebäuden der Welt. Die Felsenkirchen befinden sich am Fuß des Mount Abune Yousef auf einer Höhe von rund 2.600 Metern über dem Meeresspiegel. Schätzungen zufolge betrug die Bauzeit für die sakralen Bauwerke mehr als 100 Jahre. Die Kirchen wurden von oben nach unten aus dem Felsgestein herausgearbeitet.

Die einzelnen Kirchen sind über ein Labyrinth von Tunneln, Brücken, Korridoren und Felsdurchbrüchen miteinander verbunden. Die Architektur jeder Kirche erinnert an eine andere Epoche. Es wurden Felsenkirchen in Form eines griechischen Tempels bis zur Architektur eines klassischen axumitischen Palastes aus dem Gestein geschlagen. Noch heute erfüllen die sakralen Bauwerke ihre eigentliche Bestimmung als Kirche und Wallfahrtsstätte äthiopisch-orthodoxer Pilger. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Entstehungsweise und ihres imposanten Erscheinungsbildes werden die Kirchen oft als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Ein erstaunliches Merkmal der Felsenkirchen von Lalibela ist der Standort. Von der Straße, die unterhalb der Anlage vorbeiführt, sind sie nahezu unsichtbar in den Bergen verborgen. Selbst aus der Nähe wirken sie durch den ebenerdigen Abschluss des Dachbereiches gänzlich unauffällig. Die genauen Gründe für die Wahl des eigenwilligen Standortes sind bis heute nicht geklärt. Die wahrscheinlichste Erklärung liefert der Umstand, dass die monolithischen Bauwerke vor Plünderern und feindseligen Übergriffen geschützt werden sollten.

Die elf Felsenkirchen von Lalibela lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen. In der nördlichen Gruppe befindet sich mit der Bet Medhane Alem die größte monolithische Kirche der Welt. Ihre Architektur diente als Vorlage für die Kirche St. Maria von Zion in der Heiligen Stadt Axum. In ihrem Innenraum befindet sich ein Goldkreuz, dem eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Die Bet Medhane Alem Kirche ist mit der Bet Maryam Kirche verbunden, die als die Älteste des gesamten Komplexes gilt. Ihr Innenbereich ist mit kunstvollen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert ausgeschmückt. Diese alten Fresken machen das Bauwerk zur meistbesuchten Felsenkirche von Lalibela. Das Grab des Kaisers Lalibela und zahlreiche Kunstgegenstände kann man in der Kirche Bete Golgotha besichtigen. Zu den Attraktionen der nördlichen Gruppe gehören darüber hinaus das Grabmal von Adam und die Selassie-Kapelle.

Die bemerkenswerteste Kirche der westlichen Gruppe ist das Gotteshaus Bet Giyorgis. Dabei handelt es sich um das besterhaltene Gebäude der gesamten Anlage. Die Felsenkirche wurde in der Form eines Tempelkreuzes angelegt. Der Bau ist eine architektonische Meisterleistung mit einem Grundriss in Gestalt von drei ineinander verschachtelten Kreuzen. In der östlichen Gruppe der Felsenkirchen hat man die Gelegenheit, mit der Kirche Bet Amanuel die Hofkapelle und das ehemalige Gefängnis Bet Merkorios zu besichtigen. Forscher nehmen an, dass es sich bei der Kirche Bet Gabriel-Rufael um den ehemaligen Königspalast mit der heiligen Bäckerei handelt.

Der Mythos der Felsenkirchen von Lalibela hat die Jahrhunderte überdauert. Die monumentalen Bauwerke wurden mit großer Präzision aus dem Felsgestein herausgearbeitet. Sie stehen als Sinnbild für ein einstmals sagenumwobenes christliches Reich am Horn von Afrika. Durch die verborgene Lage blieben die Kirchen von feindlichen Angriffen verschont und die kunstvollen Fresken und Wandmalereien überdauerten die Jahrhunderte verhältnismäßig unbeschadet. Mit dem Kloster Ashetan Maryam und der Kirche Ashetan Maryam aus dem 11. Jahrhundert befinden sich weitere Zeugnisse des frühen christlichen Glaubens in der näheren Umgebung der Felsenkirchen von Lalibela.

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