Afrika

Die Top-50-Sehenswürdigkeiten weltweit | Teil 3

Namibia – Okavango-Delta

Nicht nur Flusspferde kann man am Okavango-Delta beobachten, Foto: Colin Watts / Unsplash
Nicht nur Flusspferde kann man am Okavango-Delta beobachten, Foto: Colin Watts / Unsplash

Die Region profitiert jedoch ebenso wie die benachbarte Provinz Caprivi von der Komplettierung des Trans-Caprivi Highways, der eine Reise in beziehungsweise durch den Nordwesten Namibias erheblich erleichtert. Der Großteil der Touristen, die hierherkommen, nutzt die Region als Ausgangspunkt für einen Besuch des Okavango im benachbarten Botswana, das nach einer für diese Region relativ kurzen Fahrt erreicht werden kann.

Die Kavango-Provinz wird vom gewaltigen Okavango-Strom durchflossen, der aus Angola im Norden kommt und weiter südlich in Botswana in das weltbekannte Okavango-Delta mündet. Die undurchdringliche Sumpflandschaft des Okavango-Deltas gehört nicht umsonst zu den bekanntesten und meistbesuchten Flussdeltas der Welt: Der in den Tropen entspringende wasserreiche Okavango versickert hier auf einer Fläche von über 20.000 Quadratkilometern in unzähligen Kanälen, Seen und Flüssen und schafft somit eine einzigartige Landschaft, die als Kulisse für atemberaubende Begegnungen mit der artenreichen Tierwelt dient.

Das Okavango-Delta ist äußerst fruchtbar und dient einem reichen Wildbestand als Heimat und Futter- beziehungsweise Wasserstelle zugleich. Schilfbänke und Schwemmland tragen zur abwechslungsreichen Landschaft bei, die ihresgleichen sucht.

Obwohl das Okavango-Delta von zahlreichen Touristen besucht wird, kann man hier trotzdem nach wie vor eine ungeahnte Ruhe finden, die nur von den Geräuschen der Natur durchbrochen wird. Ausflüge und Erkundungstouren im Okavango-Delta werden vorzugsweise in Mokoros, den traditionellen Einbaum-Booten der verschiedenen hier heimischen Ethnien, welche die Gegend erst vor rund 200 Jahren besiedelt haben, unternommen und in der Regel mit Safaris zu Fuß kombiniert. Zwar sieht man zu Fuß weniger Tiere als im Jeep, dafür ist man der Wildnis viel näher als sonst und nimmt die Umgebung ganz anders wahr als vom Schutz eines Autos aus. Geschlafen wird bei diesen kombinierten Safaris in Zelten, die alle mitten im Delta liegen.

Das Okavango-Delta ist Naturschutzgebiet und es besteht ein Bauverbot. Lediglich einige Luxus-Lodges befinden sich so tief im Delta, dass sie nur per Flugzeug erreichbar sind. Auf den unterschiedlichen Zeltplätzen ist man auch nachts der Natur besonders nahe und können unvergessliche Begegnungen mit nachtaktiven Tieren erleben, während sich über einen der afrikanische Sternenhimmel ausbreitet. Die Milchstraße scheint hier so nah, dass der Himmel selbst bereits ein Erlebnis darstellt.

Im Winter, zwischen Mai und September, sind die Tage kurz und warm und die Nächte lang und kühl – mit Sonnenuntergang wird es dunkel und in den klaren Nächten kühlt es sofort ab. Trotz der kurzen Tage ist die Wintersaison die beste Zeit für Safaris in das Okavango-Delta, denn obwohl im Winter Trockenzeit herrscht, ist der Wasserstand dann am höchsten, denn die Fluten des Okavangos kommen aufgrund der dichten Vegetation entlang des Flusslaufs verlangsamt im Delta an. Die Wasserarme, in die sich der Okavango hier verzweigt, führen dann genügend Wasser, um mit den Mokoros befahren werden zu können. Die traditionellen Einbaum-Boote bieten zwei Personen und einem Bootsführer Platz, der einen trocken ins Camp oder bei Ausfahrten sicher über die weitverzweigten Wasserarme des Okavango-Deltas bringt. Vom Mokoro aus hat man eine einzigartige Perspektive auf die umgebende Natur und hautnahe Begegnungen mit der Tierwelt sind garantiert.

Die Regenzeit im Sommer – von Oktober bis April – bietet sich weniger für Besuche im Okavango-Delta an. Nicht nur die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit erreichen teilweise unerträgliche Werte, auch die Moskitos treten zu Millionen auf und machen einem das Leben schwer. Außerdem sinkt der Wasserspiegel und das Delta verwandelt sich in ein grünes und fruchtbares Schwemmland, das nur erschwert zu navigieren ist. Aufgrund des Aufeinandertreffens zweier klimatischer Zonen – Wüste und Feuchtgebiet – sind Tier- und Pflanzenwelt im Okavango-Delta von einer einzigartigen Vielfalt und Faszination, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Kilimandscharo – der höchste Berg Afrikas

Der höchste Berg Afrikas: der Kilimandscharo, Foto: Sergey Pesterev / Unsplash
Der höchste Berg Afrikas: der Kilimandscharo, Foto: Sergey Pesterev / Unsplash

Der schneebedeckte Kilimandscharo zieht seit jeher Wanderfreunde und Bergsteiger in seinen Bann. Der höchste Berg Afrika befindet sich im Nordosten von Tansania und ist vulkanischen Ursprungs. Er liegt unmittelbar an einem kontinentalen Grabenbruchsystem, das Ostafrika durchzieht. Das Kilimandscharo-Massiv besteht im Wesentlichen aus den drei Schichtvulkanen Kibo, Mawenzi und Shira. Der Kibo-Krater bildet mit 5.895 Metern die höchste Erhebung des Massivs. Sein Gipfel ist vergletschert. In einer Entfernung von rund 10 Kilometern östlich des Kibo-Kraters erhebt sich der 5.148 Meter hohe Gipfel des Mawenzis. Der Kratergipfel ist eisfrei und von steilen Felswänden geprägt. Die älteste Erhebung des Kilimandscharo-Massivs bildet der Shira. Der Berg befindet sich rund 15 Kilometer westlich des Kibo-Kraters und sein Gipfel besitzt ein plateauartiges Erscheinungsbild.

Der Kibo ist ein Vulkan, der auf einem niedrigen Niveau immer noch aktiv ist. Vulkanische Aktivitäten sind jederzeit nachweisbar, selbst wenn der letzte große Ausbruch mehr als 300 Jahre zurückliegt. Die Faszination des Kilimandscharos besteht in seiner eindrucksvollen Kegelform und der Tatsache, dass es sich um einen Gletschergipfel in einer tropisch-heißen Region der Erde handelt. Seine Vegetation wird durch unterschiedliche Klimazonen bestimmt. Bei einem Aufstieg auf den höchsten Berg Afrikas sind mit Temperaturen zwischen +25 und –25 Grad Celsius zu rechnen. Die sogenannte Kulturzone erstreckt sich bis in eine Höhe von etwa 1.800 Metern. Auf den fruchtbaren Böden gedeihen Bananen, Kaffee und Mais. Anschließend geht die Landschaft in einen Regenwald mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt über. Die Zone ist geprägt von feuchten Luftmassen und erstreckt sich bis in eine Höhe von rund 2.800 Metern. Sanft erfolgt danach der Übergang in eine immergrüne Heide- und Moorlandschaft. Sie reicht hinauf bis auf 3.500 Meter und die Temperaturen können nachts unter den Gefrierpunkt sinken. Nach der sogenannten alpinen Wüste mit spärlichen Vegetationsresten schließt sich ab einer Höhe von 5.000 Metern die Gipfelzone an.

Auf dem Gipfel öffnet sich der grandiose Blick auf die mächtigen Gletscher und die Weiten der afrikanischen Savanne. Ein Feuerwerk der Farben erwartet einen in den Morgen- und Abendstunden beim Anblick der gewaltigen Eismassen. Der Gipfel des Kibo ist von vier verschiedenen Gletschern geprägt. Das Nördliche und das Südliche Eisfeld befinden sich unmittelbar auf dem Gipfel. Die senkrechten Eiswände am Gletscherrand erreichen stellenweise eine Höhe von mehr als 30 Metern. Langjährige Messungen haben ergeben, dass die Lufttemperatur nie über –2 Grad Celsius ansteigt. Bedeutend kleiner als das Nördliche und das Südliche Eisfeld sind das Östliche Eisfeld und der Furtwängler Gletscher. Letzterer hat seit Beginn der Achtzigerjahre rund die Hälfte seines Volumens verloren und es wird befürchtet, dass sich der Schmelzprozess in Zukunft beschleunigen wird.

Der Kilimandscharo gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Tansania. Der Nationalpark Kilimandscharo wurde im Jahr 1973 gegründet und seit 1987 gehört die einzigartige Gebirgslandschaft zum Weltnaturerbe der UNESCO. Ein Besuch des Parks und damit verbundene Wanderungen und Klettertouren sind kostenpflichtig. Für eine erfolgreiche Besteigung des höchsten Berges Afrikas muss man mehrere Tage einplanen. Generell hat sich die Vorhersage bestätigt, je mehr Tage eingeplant werden, desto größer die Erfolgsaussichten, den Gipfel zu erreichen. Die Routenplanung orientiert sich an der individuellen Kondition und Ausdauer. Es gibt Wanderer, die für den Aufstieg nur fünf Tage benötigen, andere sind wenigstens acht Tage unterwegs. Ein leicht unterschätztes Risiko bildet die langsame Anpassung des Körpers an die Höhenluft. Zur Akklimatisierung in der Höhe haben sich ein bis zwei Ruhetage während des Aufstiegs bewährt. Die Städte Arusha und Moshi liegen an den Ausläufern des Vulkans und bieten sich als Basis für Ausflüge in den Nationalpark Kilimandscharo an.

Tansania – Serengeti Nationalpark

Bei einer Safari im Serengeti Nationalpark können unterschiedliche Tiere beobachtet werden, Foto: >>> niedblog.de / Unsplash
Bei einer Safari im Serengeti Nationalpark können unterschiedliche Tiere beobachtet werden, Foto: >>> niedblog.de / Unsplash

Der Serengeti Nationalpark gehört zu den berühmtesten Nationalparks der Welt und ist seit 1981 Teil des Weltnaturerbes der UNESCO. Die endlosen Gras- und Savannenebenen mit ihrem unvergleichlichen Tierreichtum erkundet man im Rahmen einer Safari.

Die baumarmen, grasbewachsenen Ebenen der Serengeti erstrecken sich vom Norden Tansanias bis in den Süden Kenias und reichen im Osten bis an die Ufer des Victoriasees. Mit einer Größe von rund 30.000 Quadratkilometern gehört die Serengeti damit zu den größten Naturreservaten der Welt. Flache Savannen dominieren den überwiegenden Teil der Serengeti. Einzig im Südosten bilden die vulkanologischen Berge in der Region des Ngorongoro Kraters größere Erhebungen. Der Serengeti Nationalpark umfasst eine Fläche von knapp 15.000 Quadratkilometern. Im Jahr 1981 wurde er zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Die Serengeti blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die Kolonialisierung des afrikanischen Kontinents führte zu einer massenhaften Tötung der Tiere durch Großwildjäger. Zum Schutz der Arten wurden zahlreiche Wildreservate eingerichtet, um die Dezimierung der Bestände aufzuhalten. 1929 wurde die Serengeti Wildreservat und im Jahr 1951 wurde der Nationalpark gegründet.

Die weiten Ebenen präsentieren sich in Abhängigkeit von der Jahreszeit in unterschiedlichem Gewand. Im Sommer ist die Serengeti staubtrocken, im Herbst beginnt die Natur mit dem Einsetzen der Regenzeit zu erwachen. Im Winter ist die Savanne grün und im Frühling wird der Höhepunkt der Vegetationsphase erreicht. Charakteristisch für die Landschaft sind die verstreut stehenden Akazien. Einige Regionen nehmen während der Trockenperiode wüstenähnlichen Charakter an. Die Tierwelt in der Serengeti ist einzigartig. Mehr als 1,6 Millionen Pflanzenfresser bevölkern die grasbewachsenen Ebenen und Tausende Raubtiere gehen hier auf Beutejagd. Gazellen, Streifengnus, afrikanische Büffel und Steppenzebras kommen am häufigsten vor. Einen atemberaubenden Anblick bietet sich zur Zeit der Tierwanderungen. In Abhängigkeit von Regen- und Trockenzeit durchwandern riesige Herden Zebras, Gnus, Antilopen und Gazellen die Serengeti von Nord nach Süd und wieder zurück. Begleitet wird der Tross von unzähligen Löwen, Hyänen und Schakalen, die unterwegs auf Beute hoffen.

Im Nationalpark Serengeti stehen die Chancen gut, dass man die „Big Five“ des afrikanischen Kontinents an einem einzigen Tag zu Gesicht bekommen. Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden teilen sich hier den gleichen Lebensraum. Neben der Artenvielfalt an Säugetieren besitzt die Serengeti einen unvergleichlichen Reichtum an endemischen Vogelarten. Neben unzähligen Wasservögeln leben in den Savannen 34 Raubvogelarten und sechs verschiedene Geierarten. Die Wasserlöcher und Flussläufe werden von Nilkrokodilen und Nilwaranen bevölkert. Zu den bekanntesten Schlangenarten gehören die afrikanische Speikobra und der Felsenpython. Die Einrichtung des Serengeti Nationalparks hatte weitreichende Folgen für die ansässige Bevölkerung. Die Bewohner wurden in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts großflächig umgesiedelt, was nicht ohne Konfliktsituationen ablief. Mit höherem Druck auf die Regierung wurden die Umgesiedelten in die Arbeit im Nationalpark eingebunden und haben die Möglichkeit am Tourismus in der Serengeti zu verdienen.

Den Serengeti Nationalpark kann man im Rahmen verschiedener Safaris besuchen, die sich hinsichtlich ihrer preislichen Staffelung unterscheiden. Auf einer Luxussafari wird man direkt zu einer Lodge im Wildreservat geflogen. Dort logiert man in exklusiv ausgestatteten Safari- oder Zeltcamps und genießt alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens. Eine Komfortsafari hält in der Art der Unterbringung kleinere Einschränkungen bereit. Recht individuell gestaltet sich eine Mittelklasse-Safari. Man wohnt in kleinen familiären Zeltlodges mit großräumigen Grundstücken. Auf einer Standardsafari muss man sich mit einem Bett, einer Dusche und einem Dach über dem Kopf begnügen. Die Grundannehmlichkeiten sind vorhanden, ohne dass der Eindruck von Exklusivität entsteht. Eine Campingsafari entführt einen direkt in die Wildnis. Ausgerüstet mit einem Zelt und Kochgeschirr erlebt man unvergessliche Tage in der afrikanischen Savanne. Elefanten und Gnus grasen in unmittelbarer Nähe und nachts erklingt hinter dem Zelt das Geheul der Hyänen. Im Rahmen fast jeder Rundreise durch Tansania ist ein Besuch im Serengeti Nationalpark vorgesehen.

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China – Große Mauer

Die Chinesische Mauer - eine wahre Bauleistung, Foto: William Olivieri / Unsplash
Die Chinesische Mauer – eine wahre Bauleistung, Foto: William Olivieri / Unsplash

Die Große Mauer ist ein Symbol Chinas und mit einer Gesamtlänge von mehr als 20.000 Kilometern das größte Bauwerk der Welt. Die historische Grenz- und Befestigungsanlage zieht alljährlich mehrere Millionen Besucher an.

Sie zieht sich auf einer Länge von 21.196 Kilometern quer durch China und gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO: die Große Mauer. Sie ist ein Touristenmagnet und besitzt ungeheure Symbolkraft. Reisende, die das zentralasiatische Land besuchen, identifizieren die Kultur Chinas in erster Linie mit diesem Bauwerk. Bis vor kurzer Zeit wurde die Gesamtlänge der Großen Mauer lediglich mit rund 8.800 Kilometern angegeben. Wie das chinesische Kultusministerium im Jahr 2012 mitteilte, ist die Gesamtlänge des Monumentalbaus deutlich größer. In früheren Erhebungen wurden nur einzelne Abschnitte der Großen Mauer erfasst, die größtenteils während der Ming-Dynastie entstanden sind. Insgesamt besteht das Bauwerk aus mehreren Abschnitten, die teilweise nicht miteinander verbunden sind. Es sind unterschiedliche Bauweisen nachgewiesen und verschieden Abschnitte wurden auf voneinander abweichende Zeitepochen datiert. Die Große Mauer zieht sich durch 15 chinesische Provinzen.

Die ältesten Abschnitte dieses gewaltigen Bauwerks stammen aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. In den Provinzen Shandong und Henan wurden solche Abschnitte nachgewiesen. Aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. sind ebenfalls Teilabschnitte belegt. Sie entstanden zu einer Zeit, als sich chinesische Reiche untereinander bekämpften. Im Jahr 214 v. Chr. wurde die Mauer unter dem ersten chinesischen Kaiser Qin Shihuangdi erweitert. Die Befestigungen dienten zur Abwehr von Reiternomaden aus dem Norden, die eine ständige Bedrohung für das Kaiserreich darstellten. Diese Mauerteile wurden, anders als die älteren Bereiche, nicht in den Bergtälern und Ebenen errichtet, sondern zogen sich unterhalb der Gebirgskämme entlang. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Große Mauer von den verschiedenen Dynastien mehrfach um- und ausgebaut. Die letzte große Ausbauphase fand zur Herrschaft der Ming-Dynastie statt. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurden Mauerabschnitte zur Abwehr der Mongolen und zum Schutz der Handelsrouten errichtet.

Die Bauweise war besonders teuer und aufwendig. Es wurden zumeist gebrannte Steine und Mörtel verwendet. Diese Mauerabschnitte befinden sich zum Teil in unwegsamem Gelände auf den Bergkämmen.

Die permanente Restaurierung und Pflege der Großen Mauer wird heute durch chinesische Institutionen gewährleistet. In der Nähe von Peking erstreckt sich ein rund 600 Kilometer langer Abschnitt, der sich in einem guten baulichen Zustand befindet. Touristisch erschlossen sind die Abschnitte bei Badaling, Simatai, Mutianyu und Juyongguan. Die Abmaße der Großen Mauer sind recht unterschiedlich. Während in der Region um Peking die Höhe der Mauer zwischen sechs und neun Metern variiert, ragt sie an anderen Stellen bis zu 16 Metern in die Höhe. In Abständen von mehreren Hundert Metern wurden Wachtürme in das Bauwerk integriert, die eine durchschnittliche Höhe von 12 Metern aufweisen. Sie dienten als Signaltürme. Bei Gefahr durch Angreifer wurde durch das Entzünden von Leuchtfeuern eine Signalkette ausgelöst. Große Teile der Mauer befinden sich heute in einem schlechten Zustand. Sie wurden von der Bevölkerung zum Teil als Steinbruch benutzt oder eingerissen, um Platz für andere Bauvorhaben zu schaffen.

Einen Eindruck von der faszinierenden Größe des Bauwerks gewinnt man bei einem Spaziergang auf der Mauerkrone. In der näheren Umgebung von Peking befinden sich einige tadellos restaurierte Abschnitte, die man auf einem Tagesausflug besuchen kann. Zur Verteidigung gegen unerwünschte Eindringlinge wurden verschiedene Waffensysteme entwickelt, die einen optimalen Schutz gewährleisteten. Diese Waffen kann man an den touristisch erschlossenen Mauerabschnitten besichtigen. Der Legende nach soll die Große Mauer das einzige von Menschen errichtete Bauwerk sein, das selbst aus dem Weltall mit bloßem Auge zu erkennen ist. Heute hat sich diese Behauptung als nicht zutreffend erwiesen. Aus großer Höhe betrachtet, besitzt die Große Mauer lediglich die Breite einer Landstraße und kann nicht ohne optische Hilfsmittel wahrgenommen werden.

Indien – Palast der Winde

Hawa Mahal - der Palast der Winde in Jaipur, Foto: Roberto Reposo / Unsplash
Hawa Mahal – der Palast der Winde in Jaipur, Foto: Roberto Reposo / Unsplash

Der Palast der Winde ist ein rajputischer Palast aus dem Jahr 1799, der mit seiner ungewöhnlich wabenartigen Fassade aus rosarotem Sandstein zu den meistfotografierten Bauwerken Indiens gehört.

Hawa Mahal lautet die indische Bezeichnung für den Palast der Winde. Das fünfstöckige Gebäude befindet sich in der Altstadt von Jaipur. Die drei Millionen Einwohner zählende Metropole ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Rajasthan. Der Palast der Winde liegt an einer viel befahrenen Straße im Herzen der Stadt. Der ungewöhnliche Palast ist eine Touristenattraktion in Indien. Ständig halten Autos und Reisebusse vor der roten Fassade und Besucher schießen aus allen Richtungen Fotos. Das eindrucksvolle Bauwerk wurde im Jahr 1799 errichtet und verkörpert wie kaum ein anderes Gebäude die verschwenderische Lebensart der Fürsten. Roter und rosafarbener Sandstein wurde für die Fassade verwendet. Aufwendige Muster aus Branntkalk verzieren die Außenwände des Prunkbaus. Die Fassade erinnert an die Waben eines Bienenstocks. Die rosafarbenen Fenster besitzen die Form eines halben Achtecks und sind mit kleinen Löchern versehen.

Der Maharadscha Pratap Singh ließ den Palast der Winde für seine Haremsdamen errichten. Durch insgesamt 953 kleine vergitterte Fenster konnten die Frauen das Treiben auf der Straße und die pompösen Festumzüge beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. Die persönliche Teilnahme am öffentlichen Leben war den Haremsdamen weitestgehend untersagt. Durch die Fensteröffnungen drang ein beständiger Luftzug, der durch die Lage der Gänge und Treppen im Innenraum zusätzlich verstärkt wurde. Diese kühlende Luftzirkulation trug dem Bauwerk den Namen „Palast der Winde“ ein. Hawa Mahal ist ein wahres Luftschloss, das heute als Sinnbild für die Verschwendungssucht der Maharadschas steht. Der Palast der Winde ist Teil eines größeren Palastkomplexes in der Innenstadt von Jaipur. Der Eingang liegt etwas versteckt an der Rückseite des Gebäudes. Täglich ab 09:00 Uhr kann der Prunkbau besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich, denn auf diese Weise erhält man einen Einblick in das bunte Treiben in der Stadt.

Sagen und Legenden ranken sich um den Palast der Winde. Die Bekannteste von ihnen erzählt die Geschichte eines sagenumwobenen Schatzes, der in den Grundmauern des Bauwerks eingemauert sein soll. Dabei soll es sich um die Juwelen des Maharadschas Sawai Jai Singh handeln. Der Palastarchitekt soll eine hochgiftige Schlange zum Schutz des Schatzes in die Gruft eingemauert haben. Angeblich tötet bereits der Atem der Schlange jeden Räuber. Neben einer Besichtigung des Palastes der Winde sollte man sich nicht einen Besuch des Stadtpalastes in Jaipur entgehen lassen. Der Komplex liegt im Herzen der Metropole und empfängt einen mit zahlreichen Innenhöfen, Palastgebäuden und Tempelanlagen. Das siebenstöckige Chandra Mahal bildet den Mittelpunkt des Palastes. Im ersten Stock ist ein Museum untergebracht, in dem man Einrichtungsgegenstände, Waffen und Kunstgegenstände der Rajputenfürsten bewundern kann. Sehenswert sind die Hallen, in denen die Herrscher ihre öffentlichen und privaten Audienzen abhielten. In dem riesigen Silbergefäß außerhalb des Gebäudes ließ der frühere Maharadscha sein Trinkwasser transportieren, wenn er sich auf Reisen begab.

Ein interessantes Bauwerk ist das Observatorium gegenüber vom Stadtpalast. Maharadscha Jai Singh interessierte sich sehr für die Astronomie und ließ bereits im Jahr 1748 das Observatorium errichten. Dazu schickte er Gelehrte ins Ausland, die sich in Europa die nötigen Kenntnisse aneignen sollten. Bemerkenswert ist die überdimensionale Sonnenuhr mit ihrem 30 Meter hohen Sonnenstandanzeiger. In jeder Stunde wandert der Schatten bis zu vier Meter weit und zeigt die Ortszeit von Jaipur mit einer erstaunlichen Genauigkeit an. Wenn man sich für die Geschichte der Rajputenfürsten interessiert, sollte man dem Zentralmuseum im Süden von Jaipur einen Besuch abstatten. Neben den Porträts der Herrscher enthält die Ausstellung zahlreiche Kostüme, Kupferarbeiten, Keramik und Schmuck der damaligen Zeit. Die Exponate stammen aus weiten Teilen des indischen Bundesstaates Rajasthan und einige Gegenstände kommen direkt aus dem Palast der Winde.

Indien – Taj Mahal

Das Taj Mahal - das wohl schönste Grabmal der Welt, Foto: Jovyn Chamb / Unsplash
Das Taj Mahal – das wohl schönste Grabmal der Welt, Foto: Jovyn Chamb / Unsplash

Das Taj Mahal gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke indo-islamischer Baukunst weltweit und wurde im Jahr 1983 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Das Taj Mahal befindet sich in der indischen Stadt Agra im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh. Das Bauwerk gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Indiens. Der Großmogul Shah Jahan ließ das Taj Mahal als Grabmal für seine Frau Mumtaz Mahal errichten. Mit dem Bau wurde im Jahr 1631 begonnen. Das Datum der Fertigstellung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Alte Aufzeichnungen von Chronisten der damaligen Zeit berichten von einem Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 1644. Dem widerspricht eine Inschrift über dem Haupteingang des Gebäudes, die 1648 als das Jahr der Fertigstellung nennt. Der indische Bundesstaat Uttar Pradesh feierte im September 2004 den 350. Jahrestag der Vollendung des Bauwerkes. Da dieser Termin weder zu dem einen noch zu dem anderen Datum der Fertigstellung passte, mutmaßten lokale Medien, dass die Feierlichkeiten dem Zweck der Belebung des Fremdenverkehrs gedient hätten.

Das Taj Mahal ist ein Gesamtkunstwerk von enormen Ausmaßen. Die Grabmoschee steht auf einer 100 × 100 Meter großen Plattform aus Marmor. Das Gebäude ist 58 Meter hoch und 56 Meter breit. Rund um das mit einer Kuppel überdachte Hauptgebäude sind vier Minarette angeordnet, die einen leichten Neigungswinkel aufweisen. Die Architekten der damaligen Zeit wollten auf diese Weise verhindern, dass die Türme bei einem Erdbeben auf das Haupthaus stürzen. Eine Moschee an der Westseite des Taj Mahal ist nach Mekka ausgerichtet. An der Ostseite des Mausoleums befindet sich ein Gästehaus mit exakt demselben Grundriss. Vor dem Taj Mahal liegt ein 18 Hektar großer Garten, dessen Zentrum ein längliches Wasserbecken bildet. Zu beiden Seiten können die Besucher in den gepflegten Parkanlagen flanieren. Im Zentralraum des Taj Mahal befinden sich prunkvolle Grabmäler, bei denen es sich jedoch nicht um die tatsächlichen Begräbnisstätten handelt. Es sind sogenannte Scheingräber. Die schlichter gehaltenen Grabstellen befinden sich in der Krypta unterhalb dieses Bereiches. Auffällig sind die symmetrischen Proportionen und die harmonische Linienführung des Taj Mahal. Im Innenraum setzt sich dieser äußere Eindruck fort. Am Bau des Prestigeobjektes waren im 17. Jahrhundert mehr als 20.000 Arbeiter aus allen Teilen Zentral- und Südasiens beteiligt. Mehr als 1.000 Elefanten transportierten die Baumaterialien aus allen Teilen Indiens heran. Von der hohen Handwerkskunst zeugen die verschiedenen Edel- und Halbedelsteine, die in den Marmor eingelassen wurden. Insgesamt 28 unterschiedliche Sorten wurden gezählt. Den Architekten gelang mit dem Taj Mahal eine gekonnte Verschmelzung der persischen Architektur mit Elementen indischer Baukunst. Im Jahr 1904 wurde das Mausoleum von den damaligen britischen Kolonialherren unter Denkmalschutz gestellt. Die einst prachtvollen Gärten wurden 1908 im Auftrag des britischen Generalgouverneurs in Indien Lord Curzon „restauriert“ und zu großen Teilen durch Rasenflächen ersetzt.

Das Taj Mahal ist heute wegen seiner gewaltigen kunst- und kulturgeschichtlichen Bedeutung ein touristischer Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Welt. Die UNESCO-Welterbestätte wird darüber hinaus von Angehörigen der muslimischen Glaubensrichtung als Gebetsort genutzt. Frisch vermählte indische Paare suchen das Mausoleum auf, um ihre Liebe dauerhaft zu stärken. Im Jahr 2006 führten Bombendrohungen gegen das Taj Mahal zu einer Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen durch die indischen Behörden. Seither kann man das Gebäude nur noch über eine Sicherheitsschleuse betreten und dürfen keine Flüssigkeiten mehr mit sich führen. Trinkwasser ist von dieser Regelung ausgenommen. Das Taj Mahal ist durch industrielle Luftverschmutzung stark von Korrosion betroffen. Dieser Umstand äußert sich in einer gelblichen Färbung des gesamten Gebäudes. Reisebusse und Autos dürfen sich aus diesem Grund dem Mausoleum nur noch auf maximal zwei Kilometer nähern. Zahlreiche Legenden ranken sich um das Taj Mahal. Zu den schaurigsten Geschichten gehört die Sage, dass nach Vollendung des Baus alle Architekten hingerichtet und den Handwerkern eine Hand abgehackt wurde, um einen Nachbau des Gebäudes durch andere Herrscher zu verhindern.

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Israel – Felsendom

Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem, Foto: Raimond Klavins / Unsplash
Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem, Foto: Raimond Klavins / Unsplash

Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem ist nach Mekka und Medina die drittheiligste Stätte des Islams. Das Bauwerk besitzt einen achteckigen Grundriss und seine goldene Kuppel gilt als ein Wahrzeichen der israelischen Hauptstadt.

Der Felsendom liegt auf dem Tempelberg im Südosten der Altstadt von Jerusalem. Es ist das älteste islamische Bauwerk und gehört zu den heiligsten Orten dieser Glaubensrichtung. Der Felsendom besitzt einen achteckigen Grundriss und wird im religiösen Sinn nicht als Moschee bezeichnet. Vielmehr handelt es sich um einen Kuppelbau, der einen als heilig empfundenen Ort überspannt. Der Überlieferung zufolge soll der Prophet Mohammed von hier die Himmelfahrt zur Begegnung mit den Göttlichen angetreten haben. In der Bibel ist davon die Rede, dass Abraham an dieser Stelle seinen Sohn Isaak opfern wollte. Gemäß einer Bauinschrift wurde der Felsendom im Jahr 691 fertiggestellt. Dieser Inschrift konnte auch der ursprüngliche Name des Bauwerks, das anfänglich nur als „Kuppel“ bezeichnet wurde, entnommen werden.

Das achteckige Bauwerk ruht auf einem Fundament aus unregelmäßigen Steinquadern und besitzt vier Eingänge, die sich in die jeweiligen Himmelsrichtungen öffnen. Als Haupteingang gilt das südliche Portal. Der Felsendom ist mit einem Flachdach ausgestattet, über den sich der kuppelförmige Aufbau wölbt. Das Dach bestand einst aus Blei und wurde im Zuge der Renovierungsarbeiten zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch Aluminiumbronzeplatten mit einer Beschichtung aus Blattgold ersetzt. Im Jahr 1993 wurde das Dach durch gold-galvanisierte Platten ersetzt. Die Kuppel wird von insgesamt 40 Pfeilern und Säulen gestützt. An jeder Seite des Achtecks befinden sich sieben ausgemauerte Rundbögen. Die Mauern sind mit blauen Ornamenten orientalischer Prägung verziert. Die blauen Fliesen ließ der osmanische Sultan Süleyman im 16. Jahrhundert anbringen. Bei den heute sichtbaren Verkleidungen handelt es sich zum überwiegenden Teil um Reproduktionen. Die Originale wurden in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts abmontiert und befinden sich heute im Islamischen Museum.

An der Ostseite des Felsendomes befindet sich mit dem sogenannten Kettendom eine weitere religiöse Stätte des Islam. Über das Baudatum dieses kleineren Gebäudes existieren keine Aufzeichnungen. Auch die eigentliche Funktion dieses nach allen Seiten offenen Bauwerks liegt bis heute im Dunkeln. Einige Quellen interpretieren den Kettendom als Ort, an dem zur Zeit der Regentschaft von König David Recht gesprochen wurde. Angeblich hingen an dieser Stelle Ketten, die nur von recht schaffenden Menschen berührt werden konnten. Andere Quellen berichten davon, dass sich hier die Schatzkammer befunden haben soll, in der das Geld für die Errichtung des Felsendomes aufbewahrt wurde. Die Baukosten sollen sich im 7. Jahrhundert insgesamt auf das Siebenfache der jährlichen ägyptischen Steuereinnahmen belaufen haben. Forschungen ergaben, dass die Grundmauern und der Sockel mit denen des Felsendomes identisch sind. Es wird gemutmaßt, dass der Kettendom als Vorlage für den bedeutend größeren Felsendom gedient haben könnte.

Wenn man dem Felsendom einen Besuch abstatten möchte, muss man zunächst einige Hindernisse überwinden. Die Anlage steht unter muslimischer Verwaltung und der Zugang ist ein langwieriger Prozess. Nichtmuslime können die Bauwerke auf dem Tempelberg ausschließlich über den Bereich der Klagemauer bzw. durch das Mogravi-Tor betreten. Nach dem Passieren der israelischen Sicherheitskontrollen mit Leibesvisitationen und Metallscanner betretet man das muslimisch kontrollierte Gebiet. Das Areal ist täglich außer freitags geöffnet, wobei die Zugangszeiten variieren. Wenn man sich bereits am frühen Morgen gegen 7.00 Uhr einfindet, hat man gute Aussichten zu den ersten Besuchern zu gehören und die Schönheit der Anlage ungestört auf sich wirken zu lassen. Im muslimisch kontrollierten Teil des Tempelberges befinden sich mehr als 100 religiöse Bauwerke. Zu den Bekanntesten unter ihnen zählt neben dem Felsendom die Al-Aqsa-Moschee. Der Zutritt in das schlicht wirkende Gebäude ist allein gläubigen Muslimen vorbehalten. Die Al-Aqsa-Moschee befindet sich im gleichen Bereich wie der Felsendom und liegt dem Bauwerk gegenüber.

Israel – Totes Meer

Das Tote Meer lädt zum Entspannen ein, Foto: Toa Heftiba / Unsplash
Das Tote Meer lädt zum Entspannen ein, Foto: Toa Heftiba / Unsplash

Das Tote Meer ist ein stark salzhaltiger Binnensee im Grenzgebiet von Israel und Jordanien. Die Wasseroberfläche des Sees liegt mehr als 420 Meter unterhalb des Meeresspiegels. Das Tote Meer ist entgegen der weitverbreiteten Meinung kein Meer, sondern ein Binnensee, der über keinen Abfluss verfügt. Er befindet sich im Osten Israels im Grenzgebiet zum Westjordanland und Jordanien. Das Tote Meer ist ein Teil des sogenannten Jordangrabens. Bei diesem Grabenbruch handelt es sich um eine Fortsetzung des Großen Afrikanischen Grabenbruchs auf der Arabischen Platte. Im Jordangraben hat der gleichnamige Strom sein Flussbett. Das Tote Meer befindet sich in Abhängigkeit von jahreszeitlich bedingten Schwankungen mehr als 420 Meter unter dem Meeresspiegel. Damit ist der Salzsee an seiner Oberfläche das tiefstgelegene Gewässer der Erde. Beim tiefsten Punkt unterhalb der Wasseroberfläche wird das Tote Meer nur noch vom Baikalsee übertroffen, dessen Seegrund sich an der tiefsten Stelle bei 1.186 Meter unterhalb des Meeresspiegels befindet.

Das Tote Meer besitzt den extrem hohen Salzgehalt von bis zu 33 Prozent. Damit liegt die Konzentration rund zehnmal höher als in den Ozeanen der Erde. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Mineralien und Spurenelemente im Wasser des Binnensees enthalten. Das Tote Meer besitzt keinen Abfluss. Aus diesem Grund konnten sich die vom Jordan ausgeschwemmten Mineralien und Salze auf dem Grund des Sees ablagern und das Wasser anreichern. Das Tote Meer gliedert sich in einen nördlichen und einen südlichen Bereich, die sich auf einem unterschiedlichen Höhenniveau befinden. Beide Bereiche sind über kleinere Rinnen und einen 13 Kilometer langen Kanal miteinander verbunden. An der schmalsten Stelle misst die Landbrücke zwischen beiden Teilen gerade einmal 600 Meter. Der nördliche Teil des Toten Meeres ist durch die intensive Wasserentnahme am Jordan von der Austrocknung bedroht. Israel und Jordanien nutzen das Wasser des größten Flusses der Region zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und zur Bewässerung der Felder.

Große Bedeutung hat das Tote Meer für den Badetourismus. Der hohe Salzgehalt des Sees hält den Körper an der Wasseroberfläche, wenngleich trotzdem die Gefahr des Ertrinkens besteht. Wer auf der Oberfläche treibend die Balance und die Kontrolle über den Körper verliert, schluckt unter Umständen große Mengen Wasser, was schwere gesundheitliche Schädigungen zur Folge haben kann. Die hohe Salzkonzentration des Wassers verursacht bei Kontakt mit offenen Wunden sofort einen brennenden Schmerz. Auch ein Augenkontakt mit dem Salzwasser ist äußerst unangenehm. Gleichzeitig besitzt der hohe Salzgehalt des Toten Meeres eine heilende Wirkung auf zahlreiche Hautkrankheiten. Aus diesem Grund befinden sich am Ufer des Binnensees zahlreiche Kureinrichtungen, in denen die heilende Kraft des Wassers genutzt wird. Durch die tiefe Lage des Toten Meeres auf einem Niveau unterhalb des Meeresspiegels besitzt die Luft einen höheren Sauerstoffgehalt. Entgegen der landläufigen Meinung existiert im Toten Meer Leben in Form von Mikroorganismen und Algen. Dabei handelt es sich um Arten, die sich perfekt an die extremen Bedingungen angepasst haben.

Geschichtsinteressierte können den biblischen Schauplätzen in der Umgebung des Toten Meeres einen Besuch abstatten. Die Höhlen von Qumran sind der Fundort der bekannten Schriftrollen vom Toten Meer. Dabei handelt es sich um antike Schriftstücke des Judentums, die zu den ältesten Bibelhandschriften der Welt gehören. Die Höhlen und die Ruinen der antiken Siedlung befinden sich auf einer flachen Terrasse am nordwestlichen Ufer des Toten Meeres und können besichtigt werden. Spannend ist ein Ausflug in die Stadt Jericho, die in der biblischen Geschichte eine zentrale Rolle spielte. Der Einsturz der Stadtmauern von Jericho unter dem Klang der Trompeten ist in den jüdischen und christlichen Überlieferungen verankert. En Bokek ist ein touristisches Zentrum am Ufer des Toten Meeres. Die Stadt liegt etwa 390 Meter unter dem Meeresspiegel auf israelischer Seite. Hier findet man zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Bars. Die Ferienresorts in En Bokek erfreuen sich alljährlich wachsender Besucherzahlen. Zahlreiche Kurkliniken und Rehazentren befinden sich in dem lebhaften Ort.

Malaysia – Petronas Towers

Die berühmten Petronas Towers in Kuala Lumpur, Foto: Ismael Bashiri / Unsplash
Die berühmten Petronas Towers in Kuala Lumpur, Foto: Ismael Bashiri / Unsplash

Die Petronas Towers in Kuala Lumpur gehören zu den höchsten Gebäuden der Welt und sind das Wahrzeichen der Hauptstadt Malaysias.

Mit einer Gesamthöhe von 452 Metern vom Boden bis zur Spitze sind die Zwillingstürme des Mineralölkonzerns Petronas das höchste Bauwerk in Malaysia. Sie galten bis zur Eröffnung des Taipei Financial Centers in Taiwan im Jahr 2004 als das höchste Bauwerk der Welt. Diese Einstufung war allerdings von Anbeginn umstritten, denn das Dach der markanten Türme befindet sich in einer Höhe von 378 Metern und liegt damit niedriger als der obere Abschluss einiger anderer Gebäude. Die Gesamthöhe von 452 Metern resultiert aus den Dachaufbauten mit spitz zulaufenden Masten. Die Petronas Towers wurden in einem modernen Baustil errichtet und bestehen aus Stahl, Beton, Glas und Aluminium. Knapp 37.000 Tonnen Stahl wurden für den Bau der Türme verwendet. Aus Kostengründen wurden zahlreiche Bereiche der Stahlkonstruktion durch preiswerteren Stahlbeton ersetzt, was ein deutlich höheres Gewicht zur Folge hat.

Das markanteste Merkmal der Petronas Towers ist die Skybridge in einer Höhe von 172 Metern. Die Stahlbrücke verbindet beide Türme miteinander und liegt zwischen dem 41. und 42. Stockwerk. Die Verbindungsbrücke ist begehbar und seit dem Jahr 2000 ist sie für Besucher geöffnet. Sie stellt die erste begehbare Brücke in einer solchen Höhe dar. Der Übergang wurde seitlich auf Kugellagern platziert, um Beschädigungen der Türme durch auftretende Schwingungen auszuschließen. Die Eintrittskarten für die Skybridge und die Aussichtsplattform im 86. Stock werden jeweils ab 8:30 verkauft und es dauert meist nur wenige Stunden, bis sämtliche Tickets vergriffen sind. Pro Tag dürfen 1.600 Besucher die Petronas Towers mithilfe der Hochgeschwindigkeitsaufzüge erklimmen. Dabei handelt es sich um einen Doppelstockaufzug, bei dem zwei Kabinen übereinander montiert sind. Sie besitzen ein Fassungsvermögen von 26 Personen. Insgesamt befinden sich 78 Aufzüge in den Petronas Towers, wovon einige als Lastenfahrstühle genutzt werden.

Die Räume der Petronas Towers werden in erster Linie als Geschäfts- und Büroräume genutzt. Darüber hinaus befinden sich mehrere Einkaufszentren in den Türmen. Zusätzlich ist mit dem Suria KLCC ein Shopping-Center mit Edelboutiquen und zahlreichen Restaurants angeschlossen. Weiterhin ist in den Türmen das Naturwissenschaftsmuseum „Petrosains“, eine Kunstgalerie und ein Konzertsaal beheimatet. In dem 865 Besucher fassenden Saal gibt die Philharmonie Malaysia klassische Konzerte. Unter dem Gebäude befindet sich eine Tiefgarage mit rund 5.400 Stellplätzen für Pkws. Eindrucksvoll erheben sich die Spitzen der Türme mit einer Höhe von rund 74 Metern in den Himmel. Sie sind in ihrer Form einem Minarett nachempfunden und wurden in Japan bzw. Südkorea hergestellt. Insgesamt bestehen die Petronas Towers aus 86 Stockwerken. Jedes Stockwerk besitzt eine Höhe von vier Metern. Der Grundriss der Türme entspricht einem achteckigen Stern, wobei sich die Innenkanten nach außen wölben. Architekt César Antonio Pelli entnahm die Form der islamischen Bauweise mit einem polygonen Aufbau.

Zum Bau der Petronas Towers wurden zwei Bauteams eingesetzt, die jeweils mit der Errichtung eines der beiden Türme beauftragt wurden. Um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten, ließen die Architekten beide Teams in einem Wettbewerb gegeneinander antreten. Bis zu 2.000 Arbeiter waren auf der Baustelle gleichzeitig im Einsatz. Baubeginn war im April 1994. Im Sommer 1995 stand das Gerüst der Türme und der Innenausbau begann, im Juli des gleichen Jahres wurde die Skybridge montiert. Im Frühjahr des folgenden Jahres wurden die Spitzen auf dem Dach der Petronas Towers errichtet. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 31. August des Jahres 1999. Das Gebäude gilt als außerordentlich sicher. Die Skybridge fungiert im Notfall als Fluchtweg zwischen beiden Türmen. Das Bauwerk ruht auf 16 unterirdischen Hauptpfeilern pro Turm. Das durch die verwendeten Materialien bedingte hohe Eigengewicht lässt das Gebäude bei Wind kaum schwingen und sorgt für zusätzliche Stabilität.

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Russland – Roter Platz

Die Basilius-Kathedrale am Roten Platz, Foto: Anastasiya Romanova / Unsplash
Die Basilius-Kathedrale am Roten Platz, Foto: Anastasiya Romanova / Unsplash

Der Rote Platz liegt im historischen Zentrum Moskaus und gehört gemeinsam mit dem angrenzenden Kreml seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Rote Platz im Herzen der russischen Hauptstadt gehört zu den berühmtesten Plätzen der Welt und ist mit seinen geschichtsträchtigen Bauwerken ein Touristenmagnet. Er besitzt eine rechteckige Form und wird im südwestlichen Bereich von der Mauer des Kremls begrenzt. Der zentrale Platz besitzt eine Länge von 330 Metern und ist rund 70 Meter breit. Der Name geht weder auf die Zeit der kommunistisch regierten Sowjetunion noch auf die rote Farbe der Kreml-Mauern zurück. Die Bezeichnung Roter Platz entstand bereits im 17. Jahrhundert und geht auf das russische Wort „krasny“ zurück, was der Herkunft nach so viel wie „schön“ bedeutet. Der Rote Platz diente im Mittelalter als Marktplatz und Versammlungsort. Damals herrschte auf dem belebten Platz ein reges Treiben, da sich nur wenige Hundert Meter entfernt eine Anlegestelle für Handelsschiffe befand. Im 17. Jahrhundert schränkten die Zaren die Handelstätigkeiten auf dem Platz ein und das Areal wurde vorrangig für offizielle Veranstaltungen, Gottesdienste und Feierlichkeiten genutzt.

Zahlreiche historische Bauwerke prägen das Antlitz des Roten Platzes. An der Südseite erhebt sich mit der Basilius-Kathedrale ein russisch-orthodoxes Gotteshaus aus dem 16. Jahrhundert, das mit seinen neun farbenprächtigen Zwiebeltürmen ein Wahrzeichen Moskaus ist. Im westlichen Bereich wird der Rote Platz von einem Teil der Kreml-Mauer begrenzt. An dieser Stelle sind die Mauern bis zu 19 Meter hoch. Drei Türme in der Befestigungsmauer befinden sich am Roten Platz, von denen der 71 Meter hohe Spasski-Turm der bekannteste ist. Er wurde im Jahr 1491 errichtet und ist mit einer weithin sichtbaren Turmuhr ausgestattet, deren Ziffernblatt einen Durchmesser von 6,12 Metern besitzt.

Ein bedeutendes Denkmal aus der Sowjetzeit ist das Lenin-Mausoleum an der Westseite des Roten Platzes. Es befindet sich unmittelbar vor der Kreml-Mauer und wurde zu Ehren des russischen Revolutionsführers errichtet. Lenin starb im Jahr 1924 und im Inneren des Gebäudes ruht der einbalsamierte Leichnam in einem gläsernen Sarkophag. Das Warenhaus GUM erhebt sich an der östlichen Seite des Roten Platzes. Das Gebäude wurde am Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und ist mit einer Verkaufsfläche von rund 35.000 m² das größte und berühmteste Warenhaus Russlands. Während die Außenfassade den klassischen russischen Baustil repräsentiert, wurde der Innenbereich nach dem Vorbild westlicher Shopping-Paläste umgestaltet. Auf mehrere Etagen reihen sich Edelboutiquen und Designergeschäfte der gehobenen Kategorie aneinander.

Im Nordwesten bildet das Auferstehungstor aus dem Jahr 1680 einen der beiden Zugänge zum Roten Platz. Es war einst Bestandteil einer Befestigungsanlage und besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Rundbögen, die von zwei rechteckigen Türmen gekrönt werden. Dem Tor angegliedert ist das Gebäude der ehemaligen Gouvernementverwaltung. Es stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und war lange Zeit Verwaltungssitz von Moskau. Im Innenhof der ehemaligen Gouvernementverwaltung befindet sich die alte Münzprägeanstalt, die unter Zar Peter dem Großen im Jahr 1697 erbaut wurde. Unmittelbar neben diesem Gebäudekomplex erhebt sich die Kasaner Kathedrale. Das heutige Bauwerk ist ein Nachbau des ursprünglichen Gotteshauses, der im Jahr 1993 eröffnet wurde. Mit dem ehemaligen Großhandelsgebäude und dem Staatlichen Historischen Museum befinden sich weitere geschichtsträchtige Bauwerke am Roten Platz.

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