Europa

Die Top-50-Sehenswürdigkeiten weltweit | Teil 4

Türkei – Hagia Sophia

Die Hagia Sophia in Istanbul, Foto: Adli Wahid / Unsplash
Die Hagia Sophia in Istanbul, Foto: Adli Wahid / Unsplash

Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert n. Chr. im Stadtzentrum von Istanbul als Kirchenbau errichtet und gehört bis heute zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätantike.

Die Hagia Sophia ist ein Wahrzeichen Istanbuls und steht bis heute als Symbol für die bewegte Geschichte der Stadt am Bosporus. Die türkische Metropole war in ihrer 2.600-jährigen Geschichte die Hauptstadt verschiedener Königreiche und war unter den Namen Byzanz und Konstantinopel bekannt. Die Hagia Sophia spielte in der Geschichte eine bedeutende Rolle als religiöses Zentrum orthodoxer Christen, als Krönungsort byzantinischer Kaiser und nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im 15. Jahrhundert als islamistische Moschee. Der monumentale Kuppelbau wurde zwischen 558 und 562 nach einer Bauzeit von nur sechs Jahren eingeweiht. Auftraggeber war der Kaiser des Oströmischen Reiches Justinian I. Bis zum Jahr 641 diente die Hagia Sophia als Staatskirche. Danach fanden die Zeremonien zur Krönung der byzantinischen Kaiser in dem Gebäude statt.

Nachdem Konstantinopel im Jahr 1204 von den Kreuzfahrern besetzt wurde, diente die Hagia Sophia bis zum Jahr 1261 venezianischen Geistlichen als römisch-katholisches Gotteshaus. Danach wurde das Bauwerk von orthodoxen Christen genutzt. Im Jahr 1453 eroberten die Türken Konstantinopel und besiegelten damit das endgültige Ende des Oströmischen Reiches. Die Hagia Sophia wurde zur Moschee umgebaut und christliche Symbole wurden aus der Kirche entfernt. Im Rahmen der Umgestaltungsmaßnahmen wurden Wandmalereien und Mosaike im Innenbereich zerstört oder verschwanden unter Putz. Optische Veränderungen im Außenbereich erfolgten durch das Hinzufügen von Minaretten. Der erste Turm dieser Art wurde bereits im Jahr der Eroberung Konstantinopels durch die Türken errichtet. Bis 1573 wurden weitere drei Minarette hinzugefügt, die der Hagia Sophia heute ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Mit der Machtübernahme durch Atatürk in der Türkei wurde das Bauwerk im Jahr 1934 in ein Museum umgewandelt, das die Nutzung der Hagia Sophia als religiöses Bauwerk seit der Spätantike dokumentieren sollte.

Das Hauptschiff der Hagia Sophia wird von einer 56 Meter hohen Kuppel überspannt, die zur Zeit der Errichtung im 6. Jahrhundert eine architektonische Meisterleistung darstellte. Sie besitzt einen Durchmesser von 31 Metern und ist mit 40 Fenstern versehen, die sich jeweils zwischen den tragenden Gewölbeteilen befinden. Sie sollten vermutlich Rissbildungen in der Kuppel vorbeugen. In der Apsis sind Mosaike aus dem 9. Jahrhundert zu erkennen, die die heilige Mutter Gottes und den Erzengel Gabriel zeigen. Die Sultansloge auf der linken Seite neben der Apsis stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Säulen im Hauptschiff der Hagia Sophia sind mit prächtigen antiken Marmorverkleidungen versehen, die aus sämtlichen Regionen des Römischen Reiches stammten. Überreste alter Mosaike befinden sich auf den Emporen, deren Nutzung sowohl im Byzantinischen Reich als auch unter türkischer Herrschaft den Frauen vorbehalten blieb. Die Verzierungen zeigen ein Bild von Kaiser Alexander, der von 912 bis 913 herrschte und ein Bildnis der Kaiserin Zoe. Weitere Fresken und Mosaiken aus der Zeit der Nutzung als christliche Kirche befinden sich in den Vorhallen der Hagia Sophia.

Im Hof der Hagia Sophia haben Sie die Gelegenheit, zahlreiche archäologische Fundstücke zu besichtigen. Darunter befinden sich ein Moscheenbrunnen und ein überdimensionales Taufbecken, das heute als das Größte der gesamten Christenheit angesehen wird. Neben den religiösen Artefakten befinden sich fünf Herrschergräber im Hof, in denen Sultane und ihre Angehörigen beigesetzt wurden. Die Hagia Sophia gilt heute als bedeutendstes Beispiel für den Bau einer spätantiken Kuppelbasilika und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie bildete die Grundlage für die weitere Entwicklung des Kirchenbaus im westeuropäischen Kulturkreis und dient bis heute als architektonisches Vorbild für den Kuppelbau islamistischer Moscheen. Das byzantinische Erbe hat auf diese Weise bis in die Gegenwart überlebt. Als Prototyp der neuen Bauweise entstand zwischen 1501 und 1506 in Istanbul, das damals noch unter der Bezeichnung Konstantinopel bekannt war, die Beyazid II.-Moschee.

Vietnam – Halong-Bucht

Unterwegs in der Halong-Bucht, Foto: Gary Cacciatore / Unsplash
Unterwegs in der Halong-Bucht, Foto: Gary Cacciatore / Unsplash

Die Halong-Bucht im Norden Vietnams ist eine zerklüftete Inselwelt, die im Jahr 1994 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt wurde.

Bizarre Felsinseln und geheimnisvolle Grotten bestimmen das Landschaftsbild der Halong-Bucht. Rund 2.000 Inseln ragen vor der Küste aus dem Wasser und erzeugen ein surrealistisches Bild. Es handelt sich um die riesigen Überreste von Muschelkalkbänken, deren Alter auf rund 300 Millionen Jahre datiert wird. Die vietnamesische Bezeichnung Vinh Ha Long bedeutet einer alten Überlieferung zufolge so viel wie die „Bucht des untertauchenden Drachen“. Die Legende berichtet von einem Drachen, der in den Bergen lebte. Auf einem Ausflug zur Küste pflügte sein Schwanz tiefe Furchen in die Erde, die anschließend vom Meer überspült wurden. Auf diese Weise sollen die schroffen Felsgebilde und tiefen Grotten an der Küste entstanden sein. Die Halong-Bucht erstreckt sich über eine Fläche von etwa 1.500 Quadratkilometer. Die Kalkfelsen ragen teilweise mehrere Hundert Meter hoch aus dem Wasser und sind größtenteils unbewohnt.

Mit einer Küstenlinie von insgesamt 120 Kilometern zieht sich die Halong-Bucht am Golf von Tonkin entlang und grenzt im Norden an China. Die größte Insel der Region ist Cat Ba, die gleichzeitig die westliche Begrenzung der Bucht bildet. Die Insel wird von etwa 12.000 Menschen bewohnt, die jahrhundertelang von Landwirtschaft und Fischfang lebten. Mit der Öffnung Vietnams für den internationalen Tourismus wurde dieser Wirtschaftszweig zu einer wichtigen Einnahmequelle für die einheimische Bevölkerung. An der höchsten Stelle ragt die Insel bis zu 330 Metern aus dem Meer. Die riesigen Höhlen und entwickelten sich während der Kriege gegen die französische Kolonialmacht und später die Amerikaner zu einem Unterschlupf und Auffanglager für Flüchtlinge. Direkt in der Halong-Bucht leben rund 300 Familien auf Booten und in schwimmenden Gebäuden. Bei einem aufziehenden Taifun über dem Südchinesischen Meer finden sie in den zahllosen Grotten Unterschlupf. Einige Tunnel führen zu Seen im Landesinneren, die vor den Naturgewalten guten Schutz bieten.

Die meisten Inseln in der Halong-Bucht sind von üppiger Vegetation bedeckt. Seit die UNESCO die Region im Jahr 1994 zum Weltnaturerbe erklärt hat, ist es verboten, auf ihnen zu siedeln. Die Tier- und Pflanzenwelt kann sich auf ihnen ungehindert ausbreiten. Das planktonreiche Wasser vor der Küste schafft ideale Bedingungen für eine artenreiche Unterwasserwelt. Mehr als 1.000 Fischarten und 160 verschiedene Korallenarten leben unter der Wasseroberfläche der Halong-Bucht. Die Artenvielfalt wird jedoch durch einige ausufernde Industriestädte und deren Abwässer gefährdet. Erst in jüngster Zeit wurde mit dem Bau von modernen Abwasseranlagen in den Uferstädten begonnen. Ein weiteres Problem für die Umwelt stellen die Abraumanlagen der Kohlentagebaue dar. In den Randgebieten der Halong-Bucht wird in großem Stil Kohle abgebaut, deren Schlämme zumeist ungeklärt ins Meer fließen. Darüber hinaus birgt der zunehmende Tourismus in der Region Gefahren. Die Zahl der Besucher in der Halong-Bucht stieg seit der Öffnung Vietnams sprunghaft an.

Die Halong-Bucht zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Vietnam. Es werden Bootsausflüge in die bizarre Inselwelt angeboten, die häufig von ehemaligen Fischern mit ihren Booten durchgeführt werden. Darüber hinaus kommen nachgebaute Holzdschunken und ein französischer Schaufelraddampfer zum Einsatz. Sie können zwischen Eintagesauflügen und mehrtägigen Bootsausflügen wählen. Viele Boote bieten eine Übernachtungsmöglichkeit und haben die Verpflegung an Bord. Besonders in den Abendstunden sind die Lichtverhältnisse in der Halong-Bucht überwältigend. Die Ausflüge führen in die Grotten und an kleine Strände, die zum Teil nur bei Ebbe betreten werden können. In einigen Höhlen existieren eindrucksvolle Stalaktiten und Stalagmiten und an manchen Stellen haben die Naturkräfte hohe Durchgänge aus dem Fels gewaschen. Bestandteil der meisten Ausflüge in der Bucht ist ein Besuch in der Sung Sot Grotte und am Strand von Titov. Traurige Aufmerksamkeit erlangte die Halong-Bucht seit Beginn des neuen Jahrtausends durch wiederkehrende Schiffsunglücke, bei denen hin und wieder Touristen ums Leben kamen.

Vietnam – Mekong-Delta

Eine Tour auf dem Mekong-Delta ist sehr sehenswert, Foto: Tomáš Malík / Unsplash
Eine Tour auf dem Mekong-Delta ist sehr sehenswert, Foto: Tomáš Malík / Unsplash

Das Mekong-Delta ist das Mündungsgebiet des zehntgrößten Flusses der Erde, der sich im Süden Vietnams in ein weitverzweigtes Netz aus einzelnen Flussarmen und Kanälen teilt. Mangrovensümpfe, Reisfelder und tropische Vegetation bestimmen das Landschaftsbild im Mekong Delta. Nachdem der Mekong auf einer Länge von mehr als 4.500 Kilometern mehrere Länder in Südostasien durchquert hat, teilt er sich im Süden Vietnams in zahlreiche Arme und Wasserläufe und mündet schließlich in das Südchinesische Meer. Das Mekong-Delta entstand durch Sedimentablagerungen und besteht zum größten Teil aus Schwemmlandboden.

Dieser Prozess der Ablagerung vom Schwemmmaterial hält bis heute an und führt zu einem jährlichen Wachstum des Mekong Deltas von etwa 80 Metern. Der fruchtbare Boden wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Ein Großteil der jährlichen Reisernte Vietnams stammt aus den Gebieten am Mekong Delta. Darüber hinaus werden Zuckerrohr, verschiedene Gemüsesorten, Kokosnüsse und tropische Früchte in der Region angebaut. Der Norden des Mekong Deltas ist dicht besiedelt. Die meisten Einwohner leben in unmittelbarer Nähe oder in Booten auf dem Fluss. Die unzähligen Wasserstraßen sind die Lebensadern für die Bevölkerung.

Die faszinierenden Natur- und Kulturlandschaften des Mekong Deltas erkunden Sie am besten im Rahmen einer Flusskreuzfahrt. Unvergleichliche Eindrücke erwarten Sie an den Flussufern und schnell wird klar, dass die Menschen sich perfekt auf das Leben in Wassernähe eingestellt haben. Schwer beladene Ruderboote werden von den Menschen durch enge Kanäle gesteuert und Wasserbüffel grasen auf den saftigen grünen Wiesen am Flussufer.

Die Kreuzfahrtschiffe verfügen über eine gute Ausstattung, haben Sonnendecks und bieten eine hervorragende Küche. Krabben, frischer Fisch und tropische Früchte werden an Bord zubereitet. Grundlage vieler Gerichte ist Reis. In hauchdünne Blättchen gerollt wird das Getreide in unzähligen Variationen angeboten. Eine Attraktion im Mekong Delta sind die schwimmenden Märkte von Cai Rang. Von Boot zu Boot werden Melonen, Drachenfrüchte und frischer Fisch gehandelt. Auf dem Wasser herrscht geschäftiges Treiben. In Ufernähe liegen die schwimmenden Häuser der Einheimischen. Viele Familien leben seit Generationen auf dem Wasser. In großen Becken unter den Häusern werden Fische gezüchtet. Zahlreiche kleinere und größere Tempel erheben sich in Ufernähe. Die meisten sind bunt und erstrahlen in vielen Farben. Die überwiegende Mehrzahl der Einwohner im Mekong Delta sind vietnamesischer Abstammung. In der Nähe von Chau Doc lebt mit den Cham eine ethnische Minderheit mit muslimischem Glauben. Der heilige Berg dieser Bevölkerungsgruppe ist Cham Mountain, auf dem sich alte Pagoden erheben.

Um diesen Heiligtümern einen Besuch abzustatten, müssen Sie zahlreiche Treppenstufen nach oben steigen. Dort werden Sie mit einer fantastischen Aussicht belohnt, die bis zu den Höhenzügen Kambodschas reicht. In der Nähe des Mekong Deltas liegt mit der Insel Phu Quoc ein tropisches Paradies vor der Küste Vietnams. Die Strände des Eilandes gelten noch als Geheimtipp, selbst wenn hier in jüngster Vergangenheit einige erstklassige Hotels und Resorts errichtet wurden. Bunte Blumen, spektakuläre Korallenriffe und palmengesäumte Sandstrände machen die Insel zu einem Urlaubsparadies unter tropischer Sonne.

Die Ufer des Mekong Delta sind von einer üppig wuchernden tropischen Vegetation gesäumt. Kokospalmen und Bananenstauden, die sich unter der Last der reifen Früchte biegen, wachsen nicht selten direkt in Ufernähe. Flusskreuzfahrten im Mekong Delta sind nicht zu jeder Jahreszeit vollkommen ungefährlich. Mit dem Einsetzen der Regenzeit im Mai beginnt der Flusspegel kontinuierlich zu steigen, bis im September der höchste Stand erreicht ist. In manchen Jahren sind zahlreiche Gebiete in der Region von großflächigen Überschwemmungen betroffen. Teilweise werden die Naturereignisse durch menschliche Eingriffe in die Natur verursacht. Trockenlegungen von Überflutungsgebieten und großflächige Abholzung von Wäldern in den Anrainerstaaten werden für die Überflutungen verantwortlich gemacht. Das Mekong Delta können Sie auf eigene Faust oder im Rahmen einer Rundreise durch Vietnam besuchen. Organisierte Touren werden von Ho-Chi-Minh-Stadt angeboten und bestehen aus einer kombinierten Bus- und Bootsreise. Dabei werden auch die individuellen Wünsche der Teilnehmer berücksichtigt.

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Australien – Oper von Sydney

Die Oper von Sydney, Foto: Sean Bernstein / Unsplash
Die Oper von Sydney, Foto: Sean Bernstein / Unsplash

Das Sydney Opera House ist das Wahrzeichen der südaustralischen Metropole Sydney und gehört zu den bekanntesten und architektonisch reizvollsten Bauwerken des 20. Jahrhunderts.

Das Sydney Opera House befindet sich unmittelbar am Port Jackson in der Millionenmetropole Sydney. Die Oper wurde als eines der wenigen Bauwerke des 20. Jahrhunderts im Jahr 2007 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die eindrucksvolle Architektur macht das Sydney Opera House zu einem der meistfotografierten Bauwerke Australiens. Die Planung und Gestaltung geht auf den dänischen Architekten Jørn Oberg Utzon zurück. Die Form erinnert an eine Muschel und spiegelt den maritimen Charakter der Region wider. Das Sydney Opera House nimmt eine Fläche von 18.000 m² ein, ist 184 Meter lang und 118 Meter breit. An der höchsten Stelle ragt das markante Dach 67 Meter in die Höhe. Die Dachfläche wurde mit mehr als einer Million Keramikfliesen aus Schweden ausgestattet. Sie wurden direkt aus dem skandinavischen Land importiert. Das Gebäude ruht auf 580 Pfählen, die bis zu 25 Meter tief im Boden verankert sind.

Die Entstehung des Bauwerks basiert auf einer Ausschreibung, die die Stadt Sydney durchführte, um ein repräsentatives Opernhaus errichten zu lassen. Als Bauplatz wurde der Bennelong Point, eine kleine Halbinsel, ins Auge gefasst, die vor der Metropole in den Hafen ragt. Es gewann im Jahr 1957 der Entwurf des dänischen Architekten Jørn Oberg Utzon. Im Jahr 2003 erhielt er für sein Lebenswerk den Pritzker Preis. Dänemark sieht das Opernhaus als Teil des kulturellen Erbes des Landes und nahm das Opera House in den Dänischen Kulturkanon auf. Das Opernhaus gehört zu den weltweit größten Kulturzentren. Mehr als 300.000 Besucher besichtigen das Gebäude alljährlich im Rahmen von Führungen. Bis zu 2.500 Veranstaltungen finden jedes Jahr im Sydney Opera House statt.

Der Bau des Opernhauses sollte sich zu einem finanziellen Drahtseilakt entwickeln. Dem Architekten stand zu Baubeginn ein Budget von 7 Millionen Dollar zur Verfügung, das nicht überschritten werden durfte. Mit der Errichtung der komplexen Dachkonstruktion explodierten die Kosten und der Entwurf musste mehrfach geändert werden. Die permanent steigenden Kosten führten zu einer Sperrung der Gelder. Utzon konnte sein Team nicht mehr bezahlen und verließ Australien im Jahr 1966. Er sollte nie wieder seinen Fuß auf australischen Boden setzen. Die Fertigstellung des Innenausbaus wurde einer Gruppe junger australischer Architekten übertragen. Es wurden Einsparungen am Interieur und an der Ausstattung vorgenommen. Die Finanzierung konnte nur durch eine eigens ins Leben gerufene Lotterie sichergestellt werden. Insgesamt verschlang das Gebäude mehr als 100 Millionen Australische Dollar. Im Jahr 1973 erfolgte schließlich die feierliche Eröffnung des Opernhauses durch Queen Elisabeth II. Im Jahr 2004 wurde Jørn Oberg Utzon als Wiedergutmachungsgeste eine Position als Berater bei der Neugestaltung und Renovierung der Innenräume angeboten, die er von seinem dänischen Büro aus wahrnahm.

Die etwa einstündigen Führungen im Sydney Opera House umfassen sämtliche Einrichtungen des Gebäudes. Sie führen vom Vorderhaus in den Publikumsbereich und von dort aus hinter die Bühne in den Backstagebereich. Es finden Theateraufführungen, Konzerte, Tanzveranstaltungen und Opernvorführungen statt. An den Aufführungen sind das Australian Ballet, das Sydney Symphony Orchestra und die Sydney Theatre Company beteiligt. Im Opernhaus befinden sich vier Restaurants, sechs Bars und zahlreiche Souvenirgeschäfte. Die Concert Hall ist der größte Veranstaltungssaal.

Insgesamt 2.679 Zuschauer finden in dem riesigen Raum Platz. Darüber hinaus gibt es mit dem Opera Theatre, dem Drama Theatre, dem Studio Theatre und dem Playhouse weitere Veranstaltungssäle. Der sogenannte Forecourt ist der Open-Air-Bereich des Opernhauses. Hier finden in den Sommermonaten Konzerte und Theateraufführungen unter freiem Himmel statt. Jedes Jahr zum Jahreswechsel gehen die Bilder des spektakulären Silvesterfeuerwerks über dem Sydney Opera House um die Welt. Einen fantastischen Blick auf das eindrucksvolle Bauwerk haben Sie von der Sydney Harbour Bridge, die dem Gebäude gegenüberliegt.

Baltikum – Kurische Nehrung

Weltkulturerbe der UNESCO: die Kurische Nehrung, Foto: Inga Jagminaitė / Unsplash
Weltkulturerbe der UNESCO: die Kurische Nehrung, Foto: Inga Jagminaitė / Unsplash

Die Kurische Nehrung ist eine 98 Kilometer lange Landzunge, die das Kurische Haff von der offenen Ostsee trennt und im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde.

Die Kurische Nehrung teilt sich in einen russischen und einen litauischen Teil. 52 Kilometer der Landzunge liegen auf litauischem Staatsgebiet und 46 Kilometer gehören zu Russland. Sie erstreckt sich zwischen den Ortschaften Klaipeda und Lesnoi. Die breiteste Ausdehnung erreicht die Kurische Nehrung rund vier Kilometer vom litauischen Grenzort Nida entfernt. Hier beträgt der Abstand vom Haff bis zur Ostseeküste 3,8 Kilometer. An der schmalsten Stelle trennen lediglich 380 Meter Landmasse die beiden Gewässer voneinander. Die Kurische Nehrung ist eine Sandlandschaft mit gewaltigen Wanderdünen, die durch die Abholzung der Wälder in der frühen Neuzeit ständig in Bewegung sind und in der Vergangenheit immer wieder ganze Ortschaften unter sich begruben. Erst im 19. Jahrhundert gelang es, die Dünen mit einer geeigneten Bepflanzung zu befestigen und an der Ausbreitung zu hindern.

Die schmale Landzunge an der Ostseeküste ist, bedingt durch permanente Erosion, ständigen Veränderungen unterworfen. Meeresströmungen tragen an einigen Stellen Material ab und lagern es an anderen Orten wieder ab. Mit der „Hohe Düne“ bei Nida befindet sich auf der Kurischen Nehrung eine der größten Sanddünen Europas. Sowohl der russische als auch der litauische Teil der Landzunge sind Teile von Nationalparks der jeweiligen Länder. Im Norden besteht eine etwa 300 Meter breite Verbindung zwischen der Ostsee und dem Kurischen Haff. Über nahezu die gesamte Länge der Nehrung verläuft eine asphaltierte Straße, die im Süden in der Ortschaft Selenogradsk beginnt und bis zum Fährhafen in Smiltyne führt. Auf dem Festland der gegenüberliegenden Seite befindet sich die litauische Hafenstadt Klaipeda.

Der litauische Teil der Kurischen Nehrung ist touristisch gut erschlossen. Die Ostseeregion wird im Sommer von zahlreichen Feriengästen aus Nordeuropa und finanzstarken Reisenden aus Russland besucht. Im Zentrum des touristischen Geschehens liegt die Ortschaft Nida. Hier entstanden seit der Jahrtausendwende zahlreiche Hotels, Pensionen und Ferienhäuser sämtlicher Preiskategorien. Die gastronomische Infrastruktur ist hervorragend und ein weitverzweigtes Netz an Wander- und Radwegen durchzieht die gesamte Region. Darüber hinaus gibt es im Ort den bislang einzigen Campingplatz auf der Kurischen Nehrung. Die reizvolle Umgebung Nidas besteht aus Heidelandschaften, Kiefernwäldern und Wanderdünen. Die litauische Ortschaft zog seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler an. Der Gasthof Blode wurde zum Treffpunkt von Malern, Bildhauern und Schriftstellern und in der Nähe entstand die Künstlerkolonie Nidden. Berühmtester Sommergast in Nida war der Schriftsteller Thomas Mann, der in dem Ort ein Ferienhaus besaß.

Gemeinsam mit seiner Familie verbrachte der Autor von 1930 bis 1932 die Sommermonate auf der Kurischen Nehrung.Das Ferienhaus des Schriftstellers ist seit 1996 ein litauisch-deutsches Kulturzentrum und Museum. Sehenswert sind in Nida darüber hinaus das Bernsteinmuseum, das Fischermuseum und der Alte Friedhof mit den charakteristischen Kurenkreuzen. Die Strandpromenade des Ortes lädt zum Flanieren ein und am Jachthafen haben Sie einen fantastischen Ausblick auf die Hohe Düne. Die Graureiher- und Kormorankolonie in der Nähe von Juodkrante ist ein bevorzugtes Ausflugsziel von Ornithologen und Naturliebhabern. Bei diesem Ort befindet sich der sogenannte Hexenberg, der mit zahlreichen Holzskulpturen verziert ist. Die Ortschaft Smiltyne ist mit dem Delfinarium und dem Meeresmuseum ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. Die endlosen Strände an der Ostseeküste ziehen in den Sommermonaten magisch die Urlauber an. Die Wasserqualität der Küstengewässer ist exzellent, wie die Blaue Flagge an den gepflegten Stränden signalisiert. In den Dünen findet sich selbst in der Hochsaison jederzeit ein ruhiges, abgelegenes Plätzchen, an dem Sie die Sonne genießen und frische Seeluft schnuppern können.

Griechenland – Olymp

Wunderschön und beeindruckend: der Olymp in Griechenland. Foto: Ben Dumond / Unsplash
Wunderschön und beeindruckend: der Olymp in Griechenland. Foto: Ben Dumond / Unsplash

Der Olymp ist das höchste Gebirgsmassiv Griechenlands und wurde in der Antike als Sitz der Götter verehrt. Die UNESCO erklärte das Felsmassiv wegen der artenreichen Flora und Fauna im Jahr 1981 zum Biosphärenreservat.

Das Bergmassiv des Olymps liegt im Nordosten Griechenlands in der Region Makedonien. Mit einer Höhe von bis zu 2.918 Metern ist der Gebirgsstock die höchste Erhebung des Landes. Mehrere Gipfel mit einer Höhe von mehr als 2.900 Metern liegen auf engem Raum zusammen. Der höchste Berggipfel trägt die Bezeichnung Mytikas und besitzt eine Höhe von 2.918 Metern. Dieser Gipfel und der Gipfel Skala (2.866 m) sind über einen Grat verbunden, über den der höchste Punkt des Gebirges durch eine leichte Kletterpartie erreicht werden kann. Das Felsmassiv des Olymps zeichnet sich durch eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt aus, in der einige endemische Arten beheimatet sind. Aus diesem Grund wurde der Olymp bereits im Jahr 1938 zum Naturschutzgebiet erklärt und von der UNESCO im Jahr 1981 in den Rang eines Biosphärenreservates erhoben.

In der griechischen Mythologie spielte der Olymp eine entscheidende Rolle. Sein Gipfel galt in der Antike als Sitz der Götter und wurde als erleuchteter Ort angesehen. Neben dem Göttervater Zeus hatten in der Vorstellung der Menschen 12 weitere Götter ihren Wohnsitz auf dem höchsten Berg des Landes. Eine geologische Besonderheit ist das sogenannte Leivithra Magnetic Field am Bergmassiv. Dabei handelt es sich um ein natürliches Magnetfeld, dessen Existenz mithilfe verschiedener Experimente nachgewiesen werden konnte. Die Tierwelt am Olymp schließt zahlreiche bedrohte Arten ein. 108 Vogelarten wurden in der Bergregion gezählt und viele von ihnen sind in ihrem Bestand gefährdet. Zu den größten Säugetieren gehören Gämsen, Wildschweine, Rotwild und Wildkatzen. Wild lebende Bären waren in der unwegsamen Gebirgsregion heimisch, wurden jedoch seit 2008 nicht mehr gesichtet. Die Flora im Hochgebirge umfasst rund 30 Orchideenarten, Panzerkiefern und Enzian.

Die Gipfelregionen des Olymps können über zahlreiche Wanderwege erreicht werden, die an verschiedenen Punkten ihren Anfang nehmen. Unterwegs öffnet sich an zahlreichen Orten ein atemberaubender Ausblick auf die tiefblaue Wasseroberfläche des Mittelmeeres, die in der Antike als Herrschaftsgebiet des griechischen Meeresgottes Poseidon galt. Zu den bekanntesten Wanderstrecken in dem Gebirge gehört der europäische Wanderweg E4. Er nimmt seinen Anfang in der Ortschaft Litochoro und führt durch die Schlucht von Enipea in die Gipfelregion des Olymps. Der Weg wird gesäumt von Rastplätzen, Informationstafeln und Wegweisern. An vielen Stellen kreuzen sprudelnde Bachläufe den Weg und rauschende Wasserfälle stürzen über steile Felsabbrüche in die Tiefe. In den tiefer gelegenen Regionen werden die Wanderer von einer mystischen Flora umgeben, die aus einem Vegetationsmix aus mediterranen Pflanzen und Gebirgsflora besteht. Die Gipfeltour von Litochoro aus ist eine mehrtägige Wanderung, bei der Kondition, Ausdauer, Willensstärke und Trittsicherheit gefragt sind.

Ein bekannter und stark frequentierte Wanderweg zum Gipfel des Olymps erfolgt über die Haupthütte des Bergmassivs. Ein fünfstündiger Fußmarsch führt zunächst von der Ortschaft Litochoro zu einer Raststation auf 1.100 Meter Höhe. Bis hier kann die Bergtour auch mit dem Auto durchgeführt werden. Es gibt einen Parkplatz, ein Restaurant und eine Quelle. Von hier erfolgt der Aufstieg durch einen Buchen- und Kiefernwald zur Berghütte Spilios Agapitos, die auf einer Höhe von 2.100 Metern über dem Meeresspiegel liegt und eine Übernachtungsmöglichkeit bietet. Das letzte Stück bis zum 2.918 Meter hohen Gipfel Mytikas führt zunächst durch lichten Bergwald und geht im letzten Abschnitt in eine schroffe Felslandschaft über. Die Erstbesteigung des Olymps erfolgte im Jahr 1862 durch den deutschen Wissenschaftler und Afrikaforscher Heinrich Barth. Er erreichte jedoch nicht den Hauptgipfel des Gebirgsstocks. Dieses Unterfangen gelang im Jahr 1913 erst zwei Schweizern und einem Griechen, die gemeinsam den Berggipfel Mytikas erreichten. Die beste Zeit für einen Aufstieg auf den Olymp liegt zwischen Juli und September, wenn die Berghütten geöffnet sind und auf eine Schneeausrüstung verzichtet werden kann.

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Irland – Rock of Cashel

Rock of Cashel im Sonnenuntergang, Foto: K. Mitch Hodge / Unsplash
Rock of Cashel im Sonnenuntergang, Foto: K. Mitch Hodge / Unsplash

Der Rock of Cashel mit der gewaltigen Ruine der mittelalterlichen Kathedrale ist eine Attraktion im Süden Irlands und besitzt eine magische Anziehungskraft auf Besucher der grünen Insel.

Sagen und Legenden ranken sich um den Rock of Cashel, der die Attraktion der gleichnamigen Gemeinde im Süden Irlands darstellt. Weithin sichtbar erheben sich auf dem Felsen die gut erhaltenen Überreste einer mächtigen gotischen Kathedrale aus dem Mittelalter. Mit ihren eindrucksvollen Türmen, filigranen Spitzgiebeln und mächtigen Zinnen steht die Kirche seit Jahrhunderten wie ein Monument in der flachen Ebene des Counties Tipperary. Der 65 Meter hohe Berg galt früher als Wohnort von Feen und mythologischen Geiserwesen und wurde wie ein Heiligtum verehrt. Die Geschichte des Rock of Cashel reicht weit zurück in die Vergangenheit und beginnt im 4. Jahrhundert. Die strategisch günstige Lage der Erhebung mit dem weiten Blick über die flache Ebene weckten Begehrlichkeiten. Der Überlieferung zufolge eroberte der Clan der Eoghanachta den Berg im 4. Jahrhundert und errichtete den Familiensitz an dieser Stelle. Fortan war der Rock of Cashel mit seiner Befestigungsanlage Sitz der Könige von Munster.

Eine Legende aus dem Jahr 445 berichtet von der Taufe des damaligen Königs Aengus durch den heiligen Patrick, der zu dieser Zeit den Bischofssitz innehatte. St. Patrick musste anlässlich der Feierlichkeiten eine Predigt abhalten und wollte zu diesem Zweck seinen Bischofsstab mit der Metallspitze in das weiche Erdreich rammen. Das Vorhaben misslang. Statt den Stab in den Boden zu stecken, bohrte sich die Metallspitze durch den Fuß des Königs, der unmittelbar neben dem Bischof stand. Dieser hielt die Maßnahme für einen Teil der Zeremonie und ertrug die Schmerzen wortlos bis zum Abschluss der Predigt. Als geschichtlich belegt gilt die Existenz einer Festung des Königs Brian Boru auf dem Felsen im 10. Jahrhundert. Im Jahr 1101 entschied der damalige König Muircheartach O’Brian, den Felsen der Kirche unentgeltlich zu überlassen.

Der erste Erzbischof von Cashel begann im Jahr 1127 mit einem ersten Kirchenbau auf dem Berg. Die Kapelle wurde im irisch-romanischen Stil errichtet und steht noch heute auf dem Rock of Cashel. Sie ist das älteste Bauwerk auf dem Felsen. Mit dem Bau der gewaltigen Kathedrale wurde im 13. Jahrhundert begonnen. Das sakrale Bauwerk durchlebte in den folgenden Jahrhunderten turbulente Zeiten. Im Jahr 1495 steckte der Earl of Kildare die Kathedrale in Brand und musste sich anschließend vor dem König verantworten. Es genügte seine Aussage, er habe mit dem Brandanschlag den Erzbischof töten wollen, um den König zu einem Freispruch zu bewegen. Knapp 200 Jahre später, im Jahr 1647, diente die Kirche mehr als 3.000 Menschen als Zufluchtsort, die hier vor den angreifenden Truppen Cromwells Schutz suchten. Die Eroberer steckten das Gotteshaus in Brand und alle Menschen kamen ums Leben. Ab 1750 wurde die Kathedrale mehr und mehr dem Verfall preisgegeben.

Bei einer Besichtigung des monumentalen Bauwerks wird Ihnen auffallen, dass die Kathedrale aus mehreren älteren Gebäudeteilen besteht und von diesen eingerahmt wird. Der Bau des mächtigen Rundturmes am nördlichen Querschiff wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Die kleine romanische Kapelle Cormac’s Chapel ist der Vorgängerbau der monumentalen Kirche und stammt ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Eine fein gearbeitete Steinskulptur befindet sich über dem Nordeingang. Die Kirche beherbergt ein mittelalterliches Tonnengewölbe und einen Säulengang. Die Kathedrale selbst wurde im Stil einer gotischen Kreuzkirche erbaut. Der Wohnturm im Westen und der Turm über der Vierung wurden im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Im Keller des Gotteshauses wird ein stark erodiertes St. Patricks Kreuz aus dem 12. Jahrhundert aufbewahrt. Es ist mit einer Christusfigur und der Abbildung eines Bischofs versehen. Der Ort Cashel entstand im Zuge der Baumaßnahmen für die Kathedrale im 13. Jahrhundert. Am Fuß des Berges können Sie den Ruinen der Hore Abbey einen Besuch abstatten. In dem ehemaligen Kloster wurden im Mittelalter Mönche und Geistliche ausgebildet.

Island – Jökulsárlón

Eisig, aber schön: Jökulsárlón, Foto: John Salvino / Unsplash
Eisig, aber schön: Jökulsárlón, Foto: John Salvino / Unsplash

Jökulsárlón ist der größte Gletschersee Islands, der in den letzten 100 Jahren durch das Abschmelzen und Zurückweichen des Vatnajökull-Gletschers entstanden ist.

Die Gletscherlagune Jökulsárlón liegt an der als Golden Circle bezeichneten Rundstrecke im Südosten Islands und gehört zu den populärsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Der Gletschersee besitzt eine Tiefe von knapp 250 Metern und ist damit der tiefste See der nordeuropäischen Atlantikinsel. Das Wasser bedeckt eine Fläche von 18 Quadratkilometern. Die Lagune befindet sich am Südrand des Vatnajökull-Gletschers in der Nähe des Skaftafell Nationalparks. Im Jahr 1890 reichte die Gletscherzunge noch bis auf 250 Meter an das Meer heran. Seither kam es zu einem kontinuierlichen Rückzug der Eismassen. Heute befindet sich die Abbruchkante des Gletschers zwei Kilometer weiter in Landesinneren. Das abschmelzende Gletschereis ließ den Jökulsárlón-See entstehen, auf dem heute in den Sommermonaten Bootstouren angeboten werden.

Charakteristisches Merkmal der Gletscherlagune Jökulsárlón sind die zahlreichen treibenden Eisberge, die in unterschiedlichen Farben im Sonnenlicht leuchten. An der Gletscherkante brechen regelmäßig große Eismassen ab, die eine Höhe von bis zu 15 Metern besitzen und anschließend auf dem See treiben. Junge Eisberge, die sich erst vor kurzer Zeit vom Gletscher gelöst haben, erstrahlen in einem hellen Blau. Dieses Eis besitzt keine Lufteinschlüsse und reflektiert lediglich den blauen Anteil des Sonnenlichtes. Nach einigen Tagen dringt Luft in die Oberfläche des schmelzenden Eises ein und die Eisberge reflektieren den gesamten Spektralbereich des sichtbaren Lichtes. In der Folge verändert sich die Färbung zu einem strahlenden Weiß. Die schwarzen Spuren innerhalb des Eises entstehen durch Rückstände vulkanischer Asche. Die Bootstouren in der Gletscherlagune Jökulsárlón führen Sie in Abhängigkeit von der Witterung und Windrichtung bis an die Gletscherzunge. Auf den Fahrten passieren Sie die imposanten Eisberge in geringer Entfernung. Dieses spektakuläre Ereignis sollten Sie sich während Ihres Aufenthaltes in Island nicht entgehen lassen.Den Abfluss der Gletscherlagune zum Meer bildet ein kurzer Fluss mit dem Namen Jökulsá á Breiðamerkursandi. Er wird von einer Brücke überquert, die Teil der Ringstraße Golden Circle ist. Die Straße verläuft in einigen Bereichen direkt am Ufer des Gletschersees. Die Brücke befindet sich zwischen Lagune und Meeresküste. Sie verfügt über eine besonders stabile Konstruktion und die Uferregion ist wegen der Meeresbrandung und der damit verbundenen Erosion stark befestigt. Die Strömung des Jökulsá-Flusses ist in Abhängigkeit von den Gezeiten unterschiedlich stark. Bei starker Flut kann es zu einer Umkehr der Strömung kommen und das Salzwasser des Atlantischen Ozeans fließt in den Gletschersee. Bei Ebbe werden die Eisberge nicht selten über den Fluss ins Meer gespült. Große Eisstücke werden am schwarzen Lavastrand der Küste abgelagert. Das weiße Eis und der tiefschwarze Sand bilden einen spektakulären Kontrast, der bei Sonnenlicht seine volle Pracht entfaltet. An der Gletscherlagune Jökulsárlón befindet sich ein ausgedehntes Nistgebiet der Großen Raubmöwe. Darüber hinaus ist der See die Heimat von Robben.

In der Nähe der Gletscherlagune Jökulsárlón befindet sich mit dem Fjallsárlón ein weiterer kleinerer Gletschersee unterhalb des Kegels des Öræfajökull-Vulkans. Der Vulkan ist von einem Gletscher bedeckt, dessen Zunge bis an das Seeufer reicht. Auch hier kalbt der Gletscher regelmäßig und hinterlässt treibende Eisberge auf dem See. Allerdings erreichen sie nicht die Größe wie an der Gletscherlagune Jökulsárlón. An den ruhigen Seeufern befinden sich Brutgebiete der Großen Raubmöwe. Zu den Nistplätzen sollten Sie bei einer Wanderung in der Region Abstand halten, denn die Vögel scheuen nicht vor Angriffen auf Menschen zurück, wenn Sie sich dem Gelege zu stark nähern. Die Gletscherlagune Jökulsárlón war in der Vergangenheit mehrfach Schauplatz und Kulisse für bekannte Hollywood-Filmproduktionen. Für einen James-Bond-Film wurde eigens der Abfluss der Lagune zum Meer verschlossen, was innerhalb kürzester Zeit zur Ausbildung einer geschlossenen Eisdecke führte. Das Eis war so tragfähig, dass Fahrzeuge auf der glatten Oberfläche fahren konnten, ohne Gefahr zu laufen, einzubrechen.

Teneriffa – Canadas del Teide

Der Vulkan Teide auf Teneriffa, Foto: Michal Mrozek / Unsplash
Der Vulkan Teide auf Teneriffa, Foto: Michal Mrozek / Unsplash

Canadas del Teide ist ein geschütztes Areal am Vulkankrater des Teide, das bereits im Jahr 1954 zum Nationalpark erklärt wurde und seit 2007 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört.

Ein Besuch im Nationalpark Canadas del Teide ist für die Mehrzahl der Teneriffa-Urlauber ein fester Bestandteil des Reiseprogramms. Darüber hinaus werden Exkursionen in das Naturschutzgebiet im Rahmen von Kreuzfahrten angeboten und zahlreiche Aktivurlauber erkunden die faszinierende Vulkanlandschaft während ihres Wanderurlaubs auf den Kanaren. Der Canadas del Teide gehört damit zu den meistbesuchten Nationalparks weltweit. Die Bergregion besitzt zu jeder Jahreszeit einen besonderen Reiz. Im Winter sind Schneefälle nicht ausgeschlossen und die Temperatur kann in den Hochgebirgslagen unter den Gefrierpunkt fallen. Der Frühling wird vom Erblühen der Pflanzen begleitet und die Temperaturen sind mild. Im Sommer erreichen die Tageshöchsttemperaturen nicht selten Werte von um die 40 Grad. Im Herbst wird es kühler. Diese Jahreszeit ist für die Erkundung der Vulkanregion perfekt geeignet.

Die Entstehung der bizarren Bergregion Canadas del Teide wurde durch Epochen mit aktivem Vulkanismus begleitet. Vor etwa 15 Millionen Jahren erhob sich an der Stelle des heutigen Nationalparks ein gewaltiger Vulkankegel mit einem Durchmesser von rund 15 Kilometern. Die Eruptionen und das ausgeworfene Gesteinsmaterial ließen den Gipfel immer weiter ansteigen. Durch das austretende Magma entstanden im Inneren des Berges Hohlräume, die dem wachsenden Gewicht irgendwann nicht mehr standhalten konnten. Die Spitze des Vulkans brach zusammen und rutschte in einer gewaltigen Trümmerlawine ins Meer. Zurück blieben die mächtigen Steilwände, die wie ein natürlicher Wall das Innere des Einsturzkessels umgeben. Die Caldera besitzt die Form eines Halbkreises und einen Durchmesser von rund 15 Kilometern. Mit dem Einsturz kamen die geologischen Aktivitäten unter Teneriffa nicht zur Ruhe. Eruptionen formten im Lauf der Jahrtausende neue Vulkankrater. Unter ihnen befinden sich der Pico del Teide mit einer Höhe von 3.718 Metern und der 3.134 Meter hohe Gipfel des Pico Viejo.

Der Pico del Teide ist der höchste Berg Spaniens und sein Gipfel ist ein bevorzugtes Ausflugsziel von Urlaubern. Das Erklimmen des Gipfels ist allerdings nur mit behördlicher Genehmigung möglich. Die Erlaubnis wird kostenlos erteilt, falls die Witterungsbedingungen eine Besteigung überhaupt zulassen. Auf das Einholen einer Genehmigung verzichten können Sie, wenn Sie in der Schutzhütte Refugio de Altavista auf einer Höhe von 3.260 Metern übernachten und den Gipfel vor 9.00 Uhr vormittags besteigen. Die Einhaltung der Vorschriften wird innerhalb des Nationalparks von Wildhütern überwacht. Es ist mit Rücksicht auf das empfindliche Ökosystem nicht gestattet, die vorgeschriebenen Wanderwege zu verlassen. Wem die Besteigung des Pico del Teide zu Fuß zu anstrengend ist, kann auf die Seilbahn zurückgreifen. Innerhalb von acht Minuten gelangen Sie mit der modernen Gondelbahn von 2.356 Meter Höhe bis in die Gipfelregion auf einer Höhe von 3.555 Metern. Die Bergstation der Seilbahn liegt rund 160 Meter unterhalb des eigentlichen Gipfels.

Der Nationalpark Canadas del Teide ist eine bizarre Welt aus vulkanischem Material. Skurrile Basaltsäulen, Hänge aus vulkanischer Schlacke und erkaltete Lavaflüsse prägen das Antlitz der Landschaft. Die Farbpalette des Gesteins reicht von Rostbraun über Olivgrün bis hin zu pechschwarzen Strukturen. In der Steinwüste hat sich im Lauf der Jahrtausende eine artenreiche Pflanzenwelt entwickelt. Zahlreiche Arten kommen ausschließlich im Nationalpark Canadas del Teide vor. In zwei Besucherzentren können Sie sich vor einem Besuch des Parks über die landschaftlichen und biologischen Besonderheiten informieren. Ein Besucherzentrum befindet sich bei El Portillo. Dort ist in einem Nebengebäude eine Ausstellung zur Geologie sowie zur Flora und Fauna untergebracht. In Roques de Garcia befindet sich ein weiteres Besucherzentrum mit einem kleinen botanischen Lehrpfad. Der Wanderpfad passiert in seinem Verlauf eine kleine Wasserstelle, an der die seltenen Westkanareneidechsen beheimatet sind.

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Kroatien – Mljet

Der Nationalpark Mljet, Foto:  Josh Berendes / Unsplash
Der Nationalpark Mljet, Foto: Josh Berendes / Unsplash

Der Nationalpark Mljet erstreckt sich im westlichen Bereich der gleichnamigen kroatischen Insel. Tiefblaue Salzseen, ausgedehnte Pinien- und Steineichenwälder und eine üppige mediterrane Vegetation dominieren das Landschaftsbild in dem geschützten Areal.

Der Nationalpark Mljet wurde im Jahr 1960 gegründet und nimmt rund ein Drittel der gleichnamigen kroatischen Insel ein. Mljet liegt vor der Adriaküste Dalmatiens und kann mit Booten von der Hafenstadt Dubrovnik erreicht werden. Die Insel gehört zu den am dichtesten bewaldeten Eilanden des gesamten Mittelmeerraumes. Mehr als zwei Drittel von Mljet sind von dichten Pinien- und Steineichenwäldern bedeckt. Die landschaftliche Nutzung beschränkt sich auf den Anbau von Wein und Oliven. Um die Insel ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Der Sage nach soll der griechische Seefahrer Odysseus sieben Jahre lang gemeinsam mit der Nymphe Calypso auf Mljet gelebt haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auf der Insel Mungos ausgesetzt, um die dort lebenden Giftschlangen auszurotten. Das Vorhaben gelang, doch der menschliche Eingriff in das ökologische Gleichgewicht führte dazu, dass die dachsgroßen Räuber durch das Fressen von Vogeleiern den Vogelbestand auf der Insel drastisch reduzierten.

Im Zentrum des Nationalparks Mljet liegen zwei tiefblaue Salzseen, die über einen Kanal mit dem Meer verbunden sind. Sie werden von dichten Pinienwäldern und duftender Macchia gesäumt. Die Seen besitzen eine Verbindung zueinander und werden bei Flut über den Kanal mit frischem Salzwasser versorgt. Veliko Jezero ist der größere der beiden Seen. Er besitzt eine maximale Tiefe von 46 Metern und bedeckt eine Fläche von 145 Hektar. Mali Jerezo ist rund 24 Hektar groß und seine maximale Tiefe liegt bei 30 Metern. In den Sommermonaten liegen die Wassertemperaturen der Salzseen permanent einige Grad höher als im offenen Meer, weil die Sonne das Wasser wegen der vergleichsweise geringen Zirkulation stärker aufheizt. Im Winter verkehrt sich dieser Effekt hingegen ins Gegenteil.

Der Nationalpark Mljet ist ein Paradies für Urlauber, die Ruhe und Entspannung abseits der touristischen Routen suchen. Reizvolle Wanderpfade und Radwege durchziehen die Naturlandschaft und kleine Badebuchten an den Salzseen laden zu einem erfrischenden Bad ein. Einen traumhaften Panoramablick über Mljet haben Sie vom 514 Meter hohen Gipfel des Berges Velji Grad. Die Insel wird häufig im Rahmen eines Tagesausfluges besucht. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in den kleinen Ortschaften Pomena, Saplunara und Polace. Von Dubrovnik verkehrt regelmäßig eine Autofähre zur Insel. Die kleinen Häfen auf der Insel werden häufig von Freizeitkapitänen angelaufen, die mit ihren Segelbooten vor der Küste ankern und dem Nationalpark im Rahmen eines Landausfluges einen Besuch abstatten. Angler dürfen sich in den Salzseen auf einen ertragreichen Angeltag freuen.

Goldbrassen, Meeraale und Langusten bevölkern die tiefen, klaren Gewässer und werden regelmäßig an Land gezogen. Darüber hinaus lädt die farbenprächtige Unterwasserwelt zum Tauchen und Schnorcheln ein. Vorsicht ist in einigen Uferzonen beim Baden geboten, denn die mit Algen bewachsenen Steine sind mitunter äußerst glatt und die Rutschgefahr ist erheblich.Ein idyllischer Ort mitten im Salzsee Veliko Jereza ist die Klosterinsel Sveta Marija. Auf ihr erhebt sich ein Benediktinerkloster, das von den Mönchen im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war das Kloster kultureller und religiöser Mittelpunkt der Insel Mljet. Im Jahr 1345 einigten sich die Benediktinermönche und die Inselbewohner auf die Abschaffung des Frondienstes. Als Gegenleistung musste jeder Einwohner eine jährliche Steuer an die Abtei entrichten. Das Kloster wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts unter napoleonischer Vorherrschaft aufgelöst. Die alten Gemäuer blieben stehen und sind heute ein reizvolles Ausflugsziel im Nationalpark Mljet. Das Gebiet des heutigen kroatischen Nationalparks blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück. Nach den Illyrern gründeten die Römer in der Nähe der Ortschaft Pomena eine Siedlung. Die Ruinen einer antiken Palastanlage und die steinernen Überreste einer frühchristlichen Basilika zeugen von der durchgängigen Besiedlung des Küstenstreifens seit der Antike.

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